Auf der Suche nach AlternativenSo vegan is(s)t Bergisch Gladbach

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Volontärin Alina Bremer hat in der Fußgängerzone veganes Essen gefunden. Das schmeckt auch Menschen, die Fleisch mögen.

Bergisch Gladbach – Wenn es mittags in der Redaktion heißt: „Was essen wir denn heute?“ muss ich manchmal doppelt überlegen. Als Veganerin ist es nämlich nicht immer leicht, auswärts etwas zu essen zu finden.

Das Angebot hat sich in den vergangenen Jahren zwar echt weiter entwickelt, dennoch lande ich häufig immer noch beim Beilagensalat und Pommes, wenn ich mit meiner Familie essen gehe. Diesen Umstand nehme ich ab und an auch gerne in Kauf, allerdings weiß ich, dass es auch anders geht. Das zeigt auch die Gladbacher Fußgängerzone.

Das hat die Fußgängerzone zu bieten

Heute ist der Welt-Vegan-Tag und den habe ich zum Anlass genommen, noch einmal genauer zu schauen, wie gut man in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone vegan essen kann.

Ich treffe mich mit unserem Fotografen Toni Luhr vor der Rhein-Berg Galerie– von hier soll die vegane Suche starten. Wir müssen nicht lange laufen, bis mir die erste vegane Alternative einfällt: Im Bosporus direkt gegenüber hat mein Chef mir mal eine vegane gefüllte Paprika mitgebracht. Sie war mit Reis anstatt mit Fleisch gefüllt und sehr lecker.

Große Auswahl für vegane Gladbacher.

Also frage ich nach, ob sie die Paprika auch heute haben, aber der Mitarbeiter verneint– schade, aber ich habe schon damit gerechnet, dass die Suche ein bisschen länger dauern wird.

Also laufen wir die Fußgängerzone weiter runter. Uns fallen viele junge Menschen auf, die sich wohl gerade auf den Weg zu Halloween-Partys machen.

Das isst Gladbachs Jugend

Da ich sicher bin, dass gerade junge Menschen sich mit veganer Ernährung beschäftigen, frage ich bei einigen nach, was sie das so essen.

Sie bestätigen meine Annahme: Viele von ihnen sind mindestens vegetarisch, andere verzichten auch auf weitere tierische Produkte.

Wir sind mittlerweile bei „Vegan Land“, angekommen. Dort treffen wir Mara Freckmann und ihren Vater, die dort ihr Mittagessen holen wollen. Freckmann ernährt sich fast komplett vegan. Ihre Schwester habe schon vor ihr kein Fleisch gegessen und eine Operation am Zahn habe den letzen Schubs gegeben um auf eine vegane Ernährung umzustellen: „Mein Zahn wurde verödet und ich fand es dann irgendwie ekelig, dass da Fleisch dran kommt“, sagt sie. Also habe sie gleich auf alle tierische Produkte verzichtet.

Ahmed Karasu, Inhaber der Gladbacher Filiale„Vegan Land“hat in den vergangenen Jahren eine deutlich erhöhte Nachfrage an veganen Alternativen bemerkt. Bevor er die Filiale in Bergisch Gladbach eröffnet hat, arbeitete er in Köln Ehrenfeld. Da habe er schon gemerkt, dass es eine große Lücke an veganen Angeboten gibt.

Hier schlagen Veganer-Herzen höher

Meistens habe es nur Falafel oder Pommes gegeben. „Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden acht Tafeln voller veganer Lebensmitteln an“, erklärt er. Und das freut die Gladbacher mittlerweile. Im vergangenen Dezember hat die Filiale eröffnet. „Anfangs hat es etwas gebraucht, aber jetzt sind wir jeden Tag gut besucht“, sagt er. Die Bürgerinnen und Bürger seien erst skeptisch gewesen und hätten nur von draußen reingeschaut. „Als sie aber gemerkt haben, wie freundlich wir sind, sind sie reingekommen und kommen immer wieder“, sagt er. Es seien nicht alle Kundinnen und Kunden vegan, auch Menschen, die keine Laktose vertragen, würden gerne in seinem Laden essen.

Für Toni und mich geht es jetzt weiter die Fußgängerzone runter. Als wir auf der Höhe des „Wirtshaus am Bock“ sind, fällt mir ein, dass ich hier einmal eine vegane Currywurst gegessen habe. Leider hat das Restaurant noch nicht auf, aber auf der Karte stehen einige vegane und vegetarische Alternativen.

Ahmed Karasu ist der Inhaber der Bergisch Gladbacher Filale von "Vegan Land".

Also geht es weiter und wir treffen auf den nächsten Laden, der nur vegane Gerichte anbietet: „Cigköftem“, am Ende der Fußgängerzone. Inhaber Bas Ender erklärt, dass Cigköfte eine Spezialität aus der Ost-Türkei sind. „Dort gibt es an jeder Ecke Stände, wo man Wraps mit Cigköfte kaufen kann“, erzählt er. Es ist günstig, gesund und geht schnell.

Es geht auch ohne Fleisch

„Schülerinnen und Schüler freuen sich darüber“, sagt er. Dort werden sie aus Weizen, Bulgur und rohem Hackfleisch gemacht. Obwohl man in Deutschland Mett verkaufen darf, sind die Cigköfte mit rohem Hackfleisch verboten. „Also haben die ersten, die Cigköfte hier angeboten haben, das Fleisch einfach weggelassen“, erklärt er. Jetzt ist die Kette „Cigköftem“ eine beliebte Anlaufstelle für Veganerinnen und Veganer. Auch wenn das nicht das ursprüngliche Ziel war– in den Läden sind fast alle Produkte vegan. „Nur in den gefüllten Teigtaschen ist Käse“, sagt Ender. Auch sie hätten bemerkt, dass die Nachfrage nach veganem Essen immer höher wird.

Während er mit uns spricht kommt Kundin Helena Gau in den Laden und bestellt einen Cigköftem-Wrap. Sie isst vegetarisch und trinkt keine Kuhmilch. „Käse esse ich aber sehr gerne, den kann ich nicht weglassen“, sagt sie.

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Auf dem Rückweg machen Toni und ich einen Abstecher in Rhein-Berg-Galerie. Hier gibt es nicht nur veganes Fruchteis, die Sorte Schwarze Vanille ist auch vegan. Ein süßer Abschluss für unsere vegane Suche, die gezeigt hat, dass Bergisch Gladbach besseres zu bieten hat, als Beilagensalat und Pommes.

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