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EinwurfSpielerin des Bedburger BV: „Die Bayern werden in Köln ungeschlagen Herbstmeister“

3 min
Eine Fußballspielerin läuft über einen Platz, vor ihr ist ein Fußball zu sehen, im Hintergrund eine Schiedsrichterin.

Die 25 Jahre alte Nina Dorweiler schaut nicht nur durch die Fanbrille auf den FC.

Der 1. FC Köln empfängt den FC Bayern München. BBV-Spielerin Nina Dorweiler traut dem FC nur unter ihrer Fanbrille einen Sieg zu. 

Am Mittwochabend (14. Januar, Anpfiff: 20.30 Uhr) empfängt der 1. FC Köln den FC Bayern München zum Hinrundenabschluss der Fußball-Bundesliga. Zur großen Freude zahlreicher FC-Fans wird die Partie der Kölner nicht nur im heimischen Stadion zu sehen sein, sondern zeitgleich ebenso im Free-TV.

In dieser Spielzeit konnte die 25-jährige Fußballerin Nina Dorweiler (Bedburger BV) ihren Effzeh schon im Pokal-Duell gegen die Bayern von der Zuschauertribüne des Rhein-Energie-Stadions aus analysieren und ist darum guter Dinge, dass sich ihr Team trotz der aktuellen Querelen achtbar schlagen könnte. Im „Einwurf“ mit Matthias Breuer verrät die BBV-Mittelfeldspielerin allerdings, dass sie den Geißböcken nur unter ihrer Fanbrille einen Sieg zutraut.

Frau Dorweiler, der 1. FC Köln wartet seit sieben Spieltagen auf einen Sieg, und dennoch waren die FC-Fans im alten Jahr noch ganz gnädig im Umgang mit ihrem Team und Trainer Lukas Kwasniok. Doch seit dem Remis gegen Heidenheim forderte die Fanszene im neuen Jahr einen Trainerwechsel. Können Sie den plötzlichen Stimmungswechsel innerhalb der Fanszene nachvollziehen?

Nina Dorweiler: Also ich kann die FC-Fans absolut verstehen, weil ich einer ähnlichen Meinung bin und irgendwie nicht so wirklich erkennen kann, was bei Trainer Kwasniok aktuell los ist. Er entscheidet sich zum Beispiel oft gegen Spieler, die vorher noch Stammspieler waren. Das ist teilweise einfach nicht mehr nachvollziehbar und greifbar für andere Fans und mich.

Dennoch steht der FC als Aufsteiger noch komfortabel vor den direkten Abstiegsrängen. Fällt da der Umgang mit dem Trainer nicht etwas zu kritisch aus?

Mit Blick auf die kommenden Spiele kann sich der 1. FC Köln auf seiner Position allerdings auch nicht zu sehr ausruhen. Sollten die Kölner die nächsten zwei, drei Spiele verlieren, stehen sie schnell noch weiter unten drin. Und jetzt kommt halt noch hinzu, dass sich Kwasnioks Spieler nicht darauf verlassen können, wie viel Spielzeit sie erhalten. Das bringt Unruhe in ein Team und macht den Abstiegskampf dann nicht leichter.

Beim FC-Vorstand traf der Unmut der eigenen Fans vorerst auf taube Ohren. Dennoch suchten die Vereinsverantwortlichen das direkte Gespräch mit der aktiven Szene und verhinderten dadurch wohl weitere Plakate gegen den Kölner Übungsleiter im kommenden Aufeinandertreffen gegen Bayern München. Sehen Sie darin einen Vertrauensbeweis für eine langfristige Zusammenarbeit?

Die Vereinsverantwortlichen wissen, dass die Fanszene sehr wichtig ist für einen erfolgreichen Weg, und wollten sicherlich einfach die Gemüter beruhigen und die aktuellen Unruhen im Keim ersticken. Ich glaube nicht, dass der Vorstand schon sicher weiß, welchen Weg er mit dem Trainer in den nächsten Tagen gehen möchte. Der wichtigste Punkt ist jetzt wohl vorerst, dass alle Beteiligten offen miteinander kommunizieren und aufzeigen, dass es deutlich besser werden soll.

Gegen die sogenannten „Super-Bayern“ konnten die Geißböcke in der 2. Runde des DFB-Pokals vor etwas mehr als zwei Monaten noch aufzeigen, dass sie zumindest eine Spielhälfte mithalten können. Hat dieses Pokalaufeinandertreffen aus Ihrer Sicht als Fußballerin noch irgendeine Bedeutung?

Das Pokal-Duell habe ich selber im Stadion verfolgt und empfand die erste Spielhälfte natürlich als unglaublich. Einige FC-Spieler werden den Auftritt noch im Hinterkopf und dadurch den Glauben haben, dass etwas gegen den Spitzenreiter zu holen sein könnte. Als Fußballerin oder als Fußballer weiß ich aber ohnehin, dass man als Aufsteiger gegen den Tabellenführer eigentlich nur gewinnen kann, solange ich mich von meiner besten Seite zeige. Letztendlich kann dann auch eine knappe Niederlage ein persönlicher Sieg sein, was für den weiteren Saisonverlauf noch richtig wichtig werden könnte für die Kölner – schließlich ist das Team ein bisschen unsicherer geworden. Sollte FC-Coach Lukas Kwasniok im Liga-Duell taktisch ähnlich antreten, sollten sich seine Spieler zumindest gut verkaufen.

Werden sich die Kölner auch mehr als gut verkaufen können und dem Team um FCB-Trainer Vincent Kompany die Herbstmeisterschaft mit der ersten Niederlage im Ligabetrieb versauen?

Die Bayern werden in Köln ungeschlagen Herbstmeister. Wie im Pokal machen die FC-Spieler den Bayern in den ersten 45 Minuten das Leben nicht einfach, aber die Münchener werden am Ende dennoch klar mit 3:1 gewinnen. Als FC-Fan würde ich mir natürlich ein 1:0 für meinen Verein wünschen. Aber wenn ich die Begegnung realistisch betrachte, gehe ich von selbstverständlichen drei Punkten für den FC Bayern München aus.