Abo

Cold CaseNeue Hinweise nach Tötungsdelikt in Bedburg am Parkplatz Peringsmaar

3 min
Das Bild zeigt Polizeibeamte an einen Auto.

Damals suchten zahlreiche Beamte die Umgebung nach brauchbaren Spuren ab.

In Prüm finden Polizeibeamte an einem Anglerteich Patronen und Gegenstände mit Einschusslöchern.

In einen der rätselhaftesten und bislang ungeklärten Kriminalfälle im Rhein-Erft-Kreis scheint Bewegung zu kommen. Es geht um einen Cold Case aus dem Jahr 2017, der sich an einer Schnellstraße bei Bedburg am Parkplatz Peringsmaar ereignet hatte. Heute, fast neun Jahre später, hat die Polizei offenbar neue Hinweise.

Der Fall hatte damals über Monate für Aufsehen gesorgt. Am Samstagmorgen, 25. November, entdeckte ein Spaziergänger auf dem Wanderparkplatz einen damals 45 Jahre alten Mann aus Bergheim-Glesch in seinem VW Golf. Er war durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt worden. Nach den Ermittlungen hatte der Mann offenbar rund zwei Tage schwer verletzt in seinem Wagen gelegen. Entdeckt hatte den Mann damals zunächst niemand, obwohl täglich zahlreiche Fahrzeuge die stark frequentiere Landstraße 361n passieren. Obwohl er lange unentdeckt in seinem Wagen saß, überlebte der Bergheimer zunächst, erlangte jedoch nicht mehr das Bewusstsein. Die Ermittler hatten gehofft, dass das Opfer noch Hinweise auf die Täter geben könnte. Doch der Bergheimer starb in einer Klinik.

Die Tat blieb bis heute ungeklärt. Ermittler stellten fest, dass auf den VW Golf zwei Schüsse abgegeben worden waren. Auch an Verkehrsschildern in der Umgebung fanden sich Einschussstellen. Das Motiv blieb unklar. Die Beamten der Mordkommission Köln gründeten die EG „Scheibe“. Hinweise auf ein persönliches Motiv gab es zunächst nicht. Die Polizei erklärte damals, es gebe weder Hinweise auf Familienstreitigkeiten noch auf Verbindungen des Mannes in „dubiose Kreise“. Er war alleinstehend und lebte noch im Haus seiner Eltern. Der ungeklärte Kriminalfall wurde auch in der Sendung Aktenzeichen XY ungelöst gezeigt. Damals gingen etwa 20 Anrufe ein, eine heiße Spur war nicht dabei.

Bedburg: Neue Durchsuchungen

Vor einigen Wochen kam Bewegung in den Fall. Die Polizei bekam offenbar neue Hinweise. Am 27. August durchsuchten Beamte drei Privatwohnungen in Bedburg sowie im Kreis Wesel. In einer Wohnung in Kamp-Lintfort trafen die Ermittler auf einen 40-jährigen Mann. Er wurde in dem wegen Mordes geführten Verfahren erkennungsdienstlich behandelt. Welche Rolle er möglicherweise bei der Tat gespielt haben könnte, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten mehrere Mobiltelefone sicher. Die Geräte sollen nun kriminaltechnisch untersucht und ausgewertet werden. Auch die möglichen Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar.

In dieser Woche haben Polizeitaucher mehrere Anglerteiche im Bereich Prüm in Rheinland-Pfalz durchsucht. Gleichzeitig suchten Spezialisten das Umfeld mit Metalldetektoren ab. Dabei wurden Patronenhülsen desselben tatrelevanten Kalibers, mehrere Gegenstände mit Einschusslöchern – darunter eine Mülltonne und ein Spaten gefunden. Ob die gefundenen Patronenhülsen tatsächlich im Zusammenhang mit dem Mordfall stehen, wird derzeit kriminaltechnisch untersucht. Die Polizei setzt weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung. Hinweise per E-Mail oder unter 0221/2290.