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Serie „Mein Lieblingsplatz“Wolfgang Esser und sein Hund lieben den Bedburger Marktplatz

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Zu sehen sind Wolfgang Esser und sein Hund auf dem Bedburger Marktplatz.

Wolfgang Esser ist mit seinem Hund Simba oft auf dem Bedburger Marktplatz. Mit dem Ort ist er seit frühester Kindheit verbunden. Im Hintergrund ist die Lambertuskirche zu sehen, in der Esser Messdiener war.

In unserer Serie „Mein Lieblingsplatz“ stellt heute Wolfgang Esser den malerischen Bedburger Marktplatz vor.

„Wenn ich es recht bedenke“, sagt Wolfgang Esser, „dann haben sich die wichtigen Ereignisse meines Lebens nie weiter als 500 Meter von diesem Ort abgespielt.“ Sein Lieblingsplatz ist der Bedburger Marktplatz, und mit ihm verbindet der 66-Jährige viele wichtige Ereignisse in seinem Leben.

Esser lebt nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt, streng genommen muss er nur die Straßenseite wechseln. In dem Haus aus dem 19. Jahrhundert lebt er, seit er ein halbes Jahr alt ist. „Meine Eltern sind damals hierhin gezogen“, sagt Esser. Vom an der Rückseite gelegenen Garten, an dem die Erft direkt vorbeifließt, hat er auch einen Blick auf das Schloss.

Bedburg: Am Marktplatz stehen Kirche, Rathaus und Krankenhaus

Doch der Marktplatz, um den sich das alte Rathaus, die Kirche und das einstige Krankenhaus gruppieren, hat für den Rentner noch mal eine andere Wertigkeit. „Ich habe hier so viel erlebt“, sagt Esser. So hat der Bedburger hier auch den Weg in seinen Beruf gefunden. Im Jugendheim hinter der Kirche hatten die Malteser ihren Treffpunkt. „Hier hab ich als Zwölfjähriger angefangen.“

Im Krankenhaus, ebenfalls eine Häuserreihe hinter dem Marktplatz, hat Esser dann Praktika absolviert, später machte er die Ausbildung zum Krankenpfleger, danach zum Notfallsanitäter. In dem Beruf arbeitete er jahrzehntelang, zuletzt als Leitender Ausbilder in der Rettungswache Bergheim.

Und in der Kirche St. Lambertus war Esser als Jugendlicher Messdiener. Mit Prägung für das spätere Leben in vielerlei Hinsicht. So ist Esser wie viele andere Bedburger Messdiener aus dieser Zeit noch heute glühender Schalke-Fan. Grund dafür war der damalige Kaplan Karl-Heinz Strohbücker.

„Der hat uns junge Menschen für die Kirche begeistert“, sagt Esser. Strohbücker habe sich mit der Gitarre an den Altar gestellt – ein Tabubruch in der damaligen Zeit. „Die alten Damen dachten, der Teufel habe Einzug gehalten.“ Der inzwischen verstorbene Strohbücker war aber auch glühender Schalke-Verehrer. „Mit uns Messdienern ist er regelmäßig zu den Spielen nach Schalke gefahren.“ Die Liebe zu den Königsblauen ist geblieben.

Allerdings verbindet er nicht nur schöne Momente mit dem Marktplatz. So erlebte Esser auch das Unwetter, das am 28. Februar 1967 den Turmhelm der Lambertuskirche zum Absturz brachte. Ein Mann kam damals unter den Trümmern ums Leben. „Am Morgen gingen mein Vater und ich raus auf die Straße – der Turmhelm war einfach weg“, erinnert sich Esser.

Zu sehen ist ein Brunnen auf dem Bedburger Marktplatz.

Auf dem Marktplatz gibt es viele malerische Details zu entdecken.

Nicht nur wegen all der Erinnerungen hängt Esser an „seinem“ Marktplatz. Mit seinem Hund Simba genießt er immer wieder die Zeit im Zentrum der Schlossstadt. „Welche Stadt hat schon solch einen schönen Marktplatz?“, fragt Esser. Es gebe zahlreiche Lokale mit richtig guter Qualität, man könne sich wunderbar auf dem Platz rund um den Brunnen aufhalten, ob im Eiscafé, der Weinbar oder einem der Restaurants. Auch Esser kehrt hier immer wieder gerne ein. „Ich finde, die Gastronomen müssen belohnt werden für ihren Mut, ein Lokal zu eröffnen.“

Dass das Viertel rund um den Marktplatz ab dem kommenden Jahr für lange Zeit zu einer riesigen Baustelle wird, schreckt Esser nicht. Das Krankenhaus wird niedergelegt und durch ein neues Quartier ersetzt, die Kirche erfährt eine grundlegende Sanierung inklusive des Ausbaus von Orgel und Fenstern, und das alte Rathaus wird runderneuert samt Durchbruch und Brücke hinüber zu Schloss und Schlosspark. „Dann wird der Marktplatz noch schöner“, sagt Esser.