Martina Thissen holte den dienstältesten Bewohner des Tierheims in Bergheim zu sich nach Kerpen. Der Start ins neue Leben ist gelungen.
Ehrenamtliche GassigeherinHund Laiko nach zehn Jahren im Tierheim Bergheim adoptiert

Laiko (l.) war zehn Jahre im Tierheim in Bergheim. Sein neues Zuhause teilt er sich mit Sky (r.)
Copyright: Rafael Greboggy
Zehn seiner zwölf Jahre verbrachte Hund Laiko im Tierheim in Bergheim. Nun hat die ehrenamtliche Gassigeherin Martina Thissen den Rhodesian Ridgeback-Mischling adoptiert und ihm so ein neues Zuhause geschenkt.
Bei einem Besuch in seinem neuen Heim in Kerpen zeigte sich Laiko entspannt – während des Gesprächs legte er den Kopf auf den Oberschenkel seiner Gassigeherin oder machte zwischendurch ein Schläfchen. „Er liegt ganz gerne in der Sonne“, erzählt Thissen.
Bergheim: Laiko war der dienstälteste Bewohner im Tierheim
Vorsichtshalber trug er einen Maulkorb wegen des fremdem Gasts im Haus. Denn dass er so lange keine Anfragen hatte, ist kein Zufall. „Unsere Tierheimhunde haben alle einen kleinen Rucksack“, sagt Martina Thissen. „Das ist wie beim Menschen: Wenn man schlechte Erfahrungen gemacht hat, dann wird man vorsichtiger.“ Es gab durchaus einige Langzeitbewohner im Tierheim, aber Laiko war bis zu seiner Adoption der Dienstälteste.

Laikos neues Zuhause bei Martina Thissen ist in Kerpen.
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Bis es sich in seinem neuen Zuhause eingelebt hat, werde also seine Zeit brauchen, meint Martina Thissen. „Für ihn ist die Umgewöhnung schon erheblich“, sagt sie. „Zehn Jahre Tierheim ist eine verdammt lange Zeit.“ Aber der Start sei erstmal gelungen. Martina Thissen gibt Laiko eine Struktur, er kommt drei Mal am Tag raus. Und er versteht sich gut mit Sky, dem anderen charakterstarken Vierbeiner im Haus, den die Kerpenerin 2020 aus dem Bergheimer Tierheim zu sich holte.
Mit ihm habe sie einiges über den Umgang mit anforderungsvollen Vierbeinern gelernt. „Wenn ich Sky nicht gehabt hätte, hätte ich mir Laiko nicht genommen. Das hätte ich mir nicht zugetraut.“ Seit sieben Jahren führt Thissen ehrenamtlich Hunde aus dem Bergheimer Tierheim aus.
Gassigeherin lernte Laiko vor einigen Jahren kennen
Laiko kennt sie schon seit vier oder fünf Jahren. Der Gedanke, ihn ebenfalls zu adoptieren, kam immer wieder mal auf, zumal sie auch einen zweiten Hund haben wollte. Sie habe sich das genau überlegt, immerhin gebe es mit den Hunden auch Einschränkungen im Alltag. Kommt fremder Besuch, muss Sky übergangsweise in den Zwinger, bei Laiko reicht der Maulkorb. Martina Thissen muss laufend ihr Verhalten und ihr Befinden im Hinterkopf behalten. „Das ist eine Lebensentscheidung, das kann man ganz klar sagen“, sagt Martina Thissen.
Aber warum noch einen zweiten „Problemhund“ adoptieren? „Ich habe zwei Mal mitbekommen, dass ein Hund bei uns im Tierheim versterben musste. Und ich fand das extrem traurig.“ Für Laiko hatte sie anderes im Sinn. Sie holte ihn mal zu Besuch zu sich nach Kerpen, stellte sicher, dass sich beide Tiere verstehen. Ein halbes Jahr später adoptierte sie ihn schließlich.
Urlaub in Holland noch ein Fragezeichen
Für die Zukunft wünscht sich Martina Thissen, dass sie entspannter mit Laiko umgehen kann und er lernt, sich besser zu regulieren. „Man merkt, dass er in vielen Dingen echt unsicher ist“, sagt Martina Thissen. „So ist er eigentlich ein perfekter Hund. Er läuft gut an der Leine, er ist sehr zugewandt.“ Normalerweise fahre sie im Urlaub in die Niederlande, da Sky ein richtiger Wasserhund sei. Dort müsse sie aber mit viel Hundekontakt rechnen. Ihr Ziel sei es deshalb, mit Laiko und ihrem Hundetrainer daran zu arbeiten.
Das Tierheim habe angeboten, falls es für den Urlaub noch nicht reicht, Laiko wieder für ein paar Tage zu sich zu nehmen. „Das würde ich aber nur sehr ungern machen“, sagt Martina Thissen. Sie wolle ihm nicht das Gefühl geben, ihn verlassen zu haben. Und im Tierheim war Laiko ja schon lang genug.
