Zum Frühstückstreff kommen regelmäßig rund 50 Menschen. Zudem gibt es eine Gymnastikgruppe oder auch einen Bingo-Nachmittag.
„Gemeinsam gegen Einsam“Netzwerk aus Bergheim plant seit 25 Jahren Aktivitäten für Senioren

Das Netzwerk „Gemeinsam gegen Einsam“ besteht seit 25 Jahren.
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„Gibt es ein Leben nach dem Job?“ – die Frage stand 2001 am Anfang des Netzwerks „Gemeinsam gegen Einsam“. Damals hatte die Stadt Bergheim zu einer Informationsveranstaltung geladen, um besonders relativ jungen Ruheständlern neue Perspektiven zu eröffnen.
„Viele Beschäftigte von Rheinbraun und RWE waren damals mit 52 oder 58 Jahren in den Vorruhestand geschickt worden“, erinnert sich die heutige Teamleiterin Anni Wilbertz – zu jung, um schon „zum alten Eisen“ zu gehören.
Bei dem Treffen im Rathaus konnten die Teilnehmenden äußern, was sie sich für ihren neuen Lebensabschnitt wünschten. Und das waren Aktivitäten wie gemeinsam zu frühstücken, sich austauschen, aktiv bleiben. Aus diesen ersten Ideen entwickelte sich ein Netzwerk, das bis heute besteht.
Bergheim: Zum Frühstückstreffen kommen regelmäßig rund 50 Menschen
Anni Wilbertz begleitet das Projekt seit Beginn. „Uns war wichtig, dass es kein Verein wird“, sagt sie. „Jeder sollte sich so einbringen können, wie er möchte.“ Diese Offenheit prägte die ersten Schritte: Ein Frühstückstreff entstand, zunächst mit acht Personen in den Räumen der Awo. Bald folgten weitere Aktivitäten – eine Wandergruppe, ein Besuchs- und Begleitdienst, Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen oder Begleitung zum Arzt.
Die Stadt unterstützte das Netzwerk mit Räumen, die eigentliche Arbeit aber leisteten Ehrenamtliche. Mit der Zeit wuchs das Angebot. Die Frühstückstreffen wurden so beliebt, dass neue Räume nötig wurden. Heute findet das Frühstück zweimal im Monat im Bürgerzentrum FunTASTIK statt, regelmäßig kommen rund 50 Menschen. „Viele leben allein, manche haben gesundheitliche Einschränkungen, die Kinder wohnen weit weg“, sagt Wilbertz. „Da ist es wichtig, Orte zu haben, an denen man sich austauschen kann.“
Die Altersstruktur hat sich verändert: Aus den „jungen Alten“ der Anfangsjahre sind längst die „alten Alten“ geworden – heute sind die meisten Besucherinnen und Besucher zwischen 75 und 95 Jahre alt. Neben dem Frühstück gibt es eine Gymnastikgruppe, die sich besonders der Sturzprophylaxe widmet, sowie einen Bingo-Nachmittag.
Der Besuchs- und Begleitdienst wurde 2014 an die Alzheimer-Gesellschaft übergeben, das Netzwerk selbst bleibt weiterhin unabhängig – ein bewusst gewählter Weg. „Wir wollen immer noch kein Verein werden“, betont Wilbertz. „Diese Freiheit hat uns immer getragen.“
