Das Verkehrsunternehmen säuberte seine Busse am 8. Mai von „braunem Dreck“. Die AfD fühlt sich angesprochen und
Post zum Kriegsende 1945AfD wirft REVG „parteipolitische Propaganda“ vor

Die REVG-Führung (v.l.): die Geschäftsführer Martin Gawrich und Walter Reinarz sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Gregor Golland.
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Die AfD wirft der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) „parteipolitische Propaganda“ vor. Bevor ein öffentliches Verkehrsunternehmen politische Botschaften verbreite, sollte es zunächst seine eigenen Hausaufgaben machen, heißt es in einem Facebook-Post. Darin kritisiert Aufsichtsratsmitglied und Kreissprecher Wolfgang Linke mangelnde Sauberkeit am Bergheimer Busbahnhof und in einem Linienbus.

Mit diesem Post gedachte die REVG des Kriegsendes vor 81 Jahren.
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Mit einer Stellungnahme zum 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai hatte die REVG in sozialen Netzwerken Aufmerksamkeit erlangt. Mehr als 16.000 Menschen hatten den Beitrag gelesen. Es gab viel Zustimmung, aber auch Kritik. In dem Post ist ein Linienbus in einer Waschanlage zu sehen. Der Text auf dem Foto lautet: „Weil wir keinen braunen Dreck wollen . . . waschen wir unsere Busse heute am 08. Mai extra gründlich.“
Bergheim: Linke ist schon längere Zeit nicht mehr Bus gefahren
Offenkundig fühlte sich die AfD im Rhein-Erft-Kreis damit angesprochen: Wer andere öffentlich mit „Dreck“ in Verbindung bringe, sollte besonders sauber arbeiten, heißt es in der Erwiderung der Partei auf Facebook. In einem kurzem Video ist Linke zu sehen, der die Wartehäuschen am Busbahnhof in der Kreisstadt begutachtet und danach in einen Bus einsteigt. Linke sagt, er sei schon längere Zeit nicht mehr Bus gefahren.
Sein Fazit: Mit der Sauberkeit nehme es die REVG nicht so genau. So ist in einem Schwenk eine zerknüllte braune Tüte auf dem Boden unterhalb Linkes Sitz zu sehen. Dies kommentiert Linkes Mitreisender mit den Worten „Schau mal, Wolfgang: brauner Müll!“. Was den Bergheimer, der im September 2025 bei der Bürgermeisterwahl mit 18 Prozent Amtsinhaber Volker Mießeler (CDU) unterlegen war, mit einem lang anhaltenden Lachen quittiert.

Wolfgang Linke kandidierte 2025 für die AfD um das Bürgermeisteramt in Bergheim.
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Eine Stellungnahme zur AfD-Kritik an dem REVG-Post zum Kriegsende lehnte Geschäftsführer Walter Reinarz ab. Inoffiziell heißt es aus Kreisen des Verkehrsunternehmens, man sei erstaunt über Linkes Vorgehen. Als Mitglied des Aufsichtsrates müsse er wissen, dass die Städte für die Pflege der Haltestellen verantwortlich seien und eben nicht die REVG.
Zudem habe er es versäumt, um eine Dreherlaubnis in dem Bus zu bitten. So sei beispielsweise der Fahrer, bei dem der 59-Jährige ein Ticket löst, deutlich erkennbar. Dessen Persönlichkeitsrechte würden verletzt, ist aus der Firmenzentrale in Kerpen zu hören. Ob dem Aufsichtsratsmitglied Konsequenzen drohen, ist nichts bekannt.