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Unfälle mit E-ScooternZweiradfahrer im Visier der Polizei im Rhein-Erft-Kreis

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Das Bild zeigt Polizisten an einem E-Scooter.

Mit dem E-Scooter war alles in Ordnung - aber besser und zur eigenen Sicherheit sollten auch die Fahrer besser einen Helm tragen, empfielt die Polizei.

Die „Operation 2-Wheelers“ im Kreis ist Teil einer europaweiten Kontroll- und Präventionsaktion

Da staunte der Radfahrer nicht schlecht. Mit seinem Handy am Ohr war er am Dienstagnachmittag mit seinem Pedelec auf dem Radweg entlang der Hauptstraße in Kerpen-Horrem unterwegs. Zu spät bemerkte er die Polizeibeamten, die ihre Kontrollstelle neben dem Radweg an der Hauptstraße in Höhe des Friedrich-Ebert-Platzes aufgebaut hatten. Zwar versuchte der Radfahrer, noch schnell sein Mobiltelefon zu verstecken, doch die Polizei hatte ihn längst gesehen. Die Gebühr in Höhe von 55 Euro nahm der Biker dann aber ziemlich locker hin. „Das ist das allererste Mal, dass ich als Radfahrer von der Polizei kontrolliert werde“, meinte er. Dass es sich dabei jedoch um eine ganz besondere Kontrolle handelte, erfuhr der Mann im Gespräch mit den Beamten. Die Polizei nahm Zweiradfahrer ins Visier. Dabei handelt es sich um die sogenannte „Operation 2-Wheelers“ (Kontrolle 2-Räder). Sie ist Teil des „Roadpol“ (European Roads Policing Network), einer europaweiten Kontroll- und Präventionsaktion der europäischen Polizeibehörden, an der sich auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen beteiligt.

Zweiradfahrer sollen sensibilisiert werden

Die Kontrollen haben verschiedene Schwerpunkte: Alkohol, Drogen und Geschwindigkeit. „Beim Titel Operation 2-Wheelers liegt der Fokus allerdings auf Verkehrsteilnehmern, die auf zweirädrigen Fahrzeugen unterwegs sind“, erklärte Behördensprecherin Julia Schneider. In der Kontrollwoche sensibilisiert die Polizei die Verkehrsteilnehmer und weist auf die Gefahren hin, denen besonders E-Scooter-Fahrer im Straßenverkehr ausgesetzt sind. Ziel sei es, dass sowohl die Zahl der Unfälle, als auch die der Verkehrsverstöße zurückgehen. Denn besonders Unfälle mit E-Scootern sind in der Vergangenheit um 50 Prozent gestiegen.

Das Bild zeigt einen Polizeibeamten und einen Fahrradfahrer.

Und auch Pedelec-Fahrern legte die Polizei nahe, besser einen Helm aufzusetzen.

Die Kontrollpunkte in Kerpen-Horrem und später auch in Quadrath-Ichendorf waren zufällig ausgewählt. Die Beamten überprüften neben den Zweirädern selbst auch die dazugehörigen Papiere. Die meisten Zweiradfahrer fanden die Kontrollen sogar sinnvoll, andere übten Kritik. „Fangen sie lieber mal richtige Verbrecher“, mussten sich die Beamten anhören. Und wenn es Geld kostet, wird den Beamten vorgeworfen, damit die Haushaltskassen sanieren zu wollen. „Die allermeisten Verkehrsteilnehmer bleiben höflich und freundlich“, sagte Polizeihauptkommissar Peer Droska.

Ein Vater fand die Kontrolle sogar so gut, dass er seinen Sohn mit dem Motorrad extra zum Friedrich-Ebert-Platz bestellte. „Mir ist es wichtig, dass der Junge auch die Erfahrung macht, wie es ist, wenn man kontrolliert wird“, erklärte der Vater. Auch Alparslan Altintas (47) wunderte sich zwar über die Kontrolle, fand sie aber generell gut. Gerne stoppte er seinen E-Scooter, legte den Polizisten seine Papiere vor und erzählte, dass er dank seines E-Scooters jetzt sehr viel Zeit auf dem Weg zur Arbeit spare. Aus den Medien wisse er, dass die Unfälle mit E-Scootern gestiegen seien und meist mit schweren Verletzungen einhergingen. Deswegen nahm er den Rat der Beamten auch an, künftig einen Helm zu tragen.

Auch vielen Radfahrern erklärten Droska und sein Team, wie wichtig es ist, einen Helm zu tragen – egal ob auf dem E-Scooter, Fahrrad, Pedelec oder E-Bike. Dabei schilderten er und seine Kollegen den Passanten auch die Situationen, die sie als Polizisten an den Unfallstellen erlebt haben, bei denen Zweiradfahrer ohne Helm verunglückt sind. „Die Folgen sind oft schwere Kopfverletzungen“, erklärte Droska. Auch bei einer sehr schnellen ärztlichen Hilfe ende eine schlimme Kopfverletzung mitunter als Pflegefall für den Rest des Lebens. „Sowas habe ich auch schon hier im Rhein-Erft-Kreis erleben müssen“, sagte Droska.