Insgesamt erhalten 65 Geburtskliniken in NRW diese Unterstützung zur Finanzierung ihrer Betriebskosten in diesem Jahr.
Für GeburtshilfeKrankenhäuser in Brühl und Frechen erhalten Zuschüsse

Das St.-Katharinen-Hospital Frechen.
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Das Brühler Marienhospital und das St.-Katharinen-Hospital in Frechen bekommen Zuschüsse für ihre Geburtshilfe. Dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen zufolge erhält das Krankenhaus in der Schlosstadt rund 448.000 Euro, Frechen rund 244.000 Euro.
Das Geld kommt aus der Überbrückungsfinanzierung des Bundes. Damit sollen kleinere Geburtskliniken mit bis zu 1100 Geburten pro Jahr bis zur Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform unterstützt werden. Das teilt Grünen-Landtagsabgeordnete Antje Grothus mit.
Frechen: St.-Katharinen-Hospital verzeichnete 2025 etwa 300 Geburten
Wie Jakob-Josef Schall, Geschäftsführer des St.-Katharinen-Hospitals, betont, sind Zuschüsse, egal in welcher Höhe, immer willkommen. Frechen verzeichnete laut Schall im Jahr 2025 etwa 300 Geburten. „Wir haben nicht viele Geburten“, sagt er, „das müssen wir auf Dauer steigern.“
Man müsse Anreize schaffen, folgert er. An baulichen Veränderungen habe man in den vergangenen Jahren viel umgesetzt, so der Geschäftsführer. „Unser Auftrag ist, die Gynäkologie und die Geburtshilfe zu halten.“
Solche Förderungen können kurzfristig und punktuell helfen, aber es bedarf einer langfristigen Strategie, die Strukturen und damit verbundenen Vorhaltekosten der Geburtshilfen zu finanzieren
Chefarzt Dr. med. Carl-Michael Schmidt vom Brühler Marienhospital sagt: „Wir freuen uns über jegliche Förderung. Solche Förderungen können kurzfristig und punktuell helfen, aber es bedarf einer langfristigen Strategie, die Strukturen und damit verbundenen Vorhaltekosten der Geburtshilfen zu finanzieren.“

Das Marienhospital in Brühl.
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Dazu nennt Schmidt folgendes Beispiel: Man könne das Geld nicht für ein noch moderneres Ultraschallgerät ausgeben, wenn man anderseits zwingende bauliche Veränderungen vornehmen müsse.
NRW: Insgesamt erhalten 65 Geburtskliniken die Unterstützung
65 Geburtskliniken in NRW erhalten diese Unterstützung zur Finanzierung ihrer Betriebskosten in diesem Jahr, wie es in der Mitteilung von Grothus heißt. Demnach fließen rund 25 Millionen Euro aus der Überbrückungsfinanzierung des Bundes an diese Geburtskliniken.
„Jede Geburt ist für die werdenden Eltern ein einmaliges und aufregendes Ereignis. Und Schwangere und ihre Neugeborenen sollen überall in NRW hervorragend betreut werden“, wird die Landtagsabgeordnete in der Mitteilung zitiert. Wenn in einem Krankenhaus nur verhältnismäßig wenig Babys pro Jahr geboren würden, so Grothus weiter, sei das rund um die Uhr notwendige Bereithalten der Infrastruktur aber kostenintensiv.
Vorsitzende im Landesverband der Hebammen NRW spricht von „Kreißsaalsterben“
Die schwarz-grüne Landesregierung verteile die zusätzlichen Fördermittel gezielt an jene Geburtskliniken, die durch eine geringere Auslastung häufig vor finanziellen Herausforderungen stehen, heißt es weiter in der Mitteilung.
Michelle Rump, Vorsitzende im Landesverband der Hebammen NRW, teilt mit: „Wir bewerten die zusätzlichen Fördermittel der schwarz-grünen Landesregierung für kleinere Geburtshilfen grundsätzlich positiv.“ Jede Maßnahme, die dazu beitrage, Standorte zu stabilisieren und Schließungen zu verhindern, sei wichtig. Gleichzeitig gelte für sie: „Diese Mittel sind eine Überbrückung, keine strukturelle Lösung.“
Jedes Jahr profitieren in NRW laut Rump rund eine halbe Million Menschen direkt von Geburtshilfe. Eine kontinuierliche 1:1-Betreuung unter der Geburt führt ihr zufolge nachweislich unter anderem zu weniger medizinischen Eingriffen und einer höheren Zufriedenheit der Mütter. Das wirke sich langfristig positiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind aus und könne Folgekosten im Gesundheitssystem reduzieren.
Seit 2007 wurden laut der Vorsitzenden allein in NRW rund 60 Kreißsäle geschlossen – „und dieses Kreißsaalsterben geht weiter“. Sie sagt: „Die Versorgung bricht nicht irgendwann, sondern jetzt weg.“

