Ende Januar 2026 waren an Rhein und Erft 17.794 Menschen ohne Job und damit deutlich mehr als einen Monat zuvor.
Quote springt auf 6,7 ProzentAnstieg der Arbeitslosigkeit in Rhein-Erft hat viele Gründe

Bei der für den gesamten Rhein-Erft-Kreis zuständigen Agentur für Arbeit in Brühl registriert man eine deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit.
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Schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Die Statistiker der für den Rhein-Erft-Kreis zuständigen Agentur für Arbeit in Brühl zählten Ende Januar 17.794 Menschen ohne Job und damit deutlich mehr als einen Monat zuvor. Die Zunahme um 854 oder 5 Prozent ließ auch die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent springen.
Auch der Vergleich mit dem Vorjahr fällt negativ aus: damals lag die Zahl der Arbeitslosen um 506 niedriger. Gesunken ist die Zahl der neu gemeldeten Stellen. Und zwar auf 470. Das sind 84 oder 15,2 Prozent weniger Stellen als im Dezember – auch das eine unerfreuliche Entwicklung.
Saisonale Effekte spielen eine entscheidende Rolle
Ralf Holtkötter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, beschwichtigt jedoch. Ein Großteil der aktuellen Entwicklung gehe auf saisonale Effekte zurück: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn ist ein bekanntes Phänomen. Zum Jahreswechsel kommen mehrere Faktoren zusammen: Kündigungen zum Quartalsende, witterungsbedingte Einschränkungen insbesondere in den Außenberufen sowie das reguläre Ende vieler Ausbildungs- und Qualifizierungsverhältnisse. Diese Effekte treten jedes Jahr auf.“
Gleichwohl bleibe das wirtschaftliche Umfeld herausfordernd. Die anhaltende konjunkturelle Schwäche, strukturelle Anpassungsprozesse in Industrie und Handel steigende Kosten sowie ein zunehmender Fachkräftemangel wirkten sich weiterhin auf den Arbeitsmarkt aus. Kurzfristig seien daher keine deutlichen Entlastungssignale zu erwarten.
„Mit Blick auf das Frühjahr ist jedoch von einer schrittweisen Belebung auszugehen. Mit zunehmender Witterungsverbesserung nehmen insbesondere Beschäftigungsmöglichkeiten in den witterungsabhängigen Branchen wieder zu. Erfahrungsgemäß belebt sich in dieser Phase auch die Einstellungsbereitschaft vieler Betriebe, insbesondere im Handwerk, in der Logistik, im Dienstleistungsbereich sowie in Teilen der Industrie“, so Holtkötter.
Die Agentur für Arbeit setze daher weiterhin auf frühe Beratung, individuelle Unterstützung und gezielte Qualifizierung. „Die Kolleginnen und Kollegen in den Geschäftsstellen begleiten Arbeitsuchende eng und nutzen die vorhandenen Förderinstrumente, um Übergänge in Beschäftigung zu erleichtern. Denn der Bedarf an Fachkräften besteht trotz konjunktureller Unsicherheiten fort. Der demografische Wandel und der steigende Ersatzbedarf verstärken diesen Trend zusätzlich“, erklärt Holtkötter.
Je besser die Qualifikation, desto höher seien die Chancen, im Frühjahr wieder in Beschäftigung zu kommen oder den Arbeitsplatz dauerhaft zu sichern. Qualifizierung bleibe ein zentraler Schlüssel für Stabilität auf dem Arbeitsmarkt und für nachhaltige berufliche Perspektiven, betont der Experte.

