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Serie „Die gute Seele“Bernd Haynberg aus Erftstadt restauriert ehrenamtlich Bänke

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Ein Mann sitzt auf einer Bank und lächelt.

Bernd Hayberg restauriert ehrenamtlich Bänke. Er sitzt auf seiner zehnten hergerichteten Bank.

Die Kosten für das Material übernehmen der SPD-Distrikt Lechenich, Erp, Ahrem, Herrig und Konradsheim sowie der Bauhof für die Stadtwerke.

Er schleift, grundiert, lackiert und montiert, und das über viele Stunden: Bernd Haynberg aus Erftstadt-Lechenich hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Holzbänke in seinem Stadtteil wieder herzurichten.

Viele der Exemplare, die der 65-Jährige ehrenamtlich restauriert hat, waren in einem heruntergekommenen Zustand. Wind und Wetter hatten den Bänken zugesetzt. Moos wuchs auf den Sitzflächen und Lehnen, Schmutz hatte sich festgesetzt, und an manchen Stellen waren Stücke abgebrochen.

An der Sitzfläche einer Bank ist ein Stück aus dem Holz abgebrochen.

Bänke wie diese restauriert Bernd Hayberg ehrenamtlich.

Im Sommer 2024 startete er seine Mission, zunächst am jüdischen Friedhof. „Die Bänke waren so heruntergekommen, zum Teil vermoost. Da konnte man gar nicht mehr sitzen“, sagt der 65-Jährige. Jugendliche, die sich dort abends getroffen hätten, „saßen gar nicht mehr auf den Bänken, sondern auf der Lehne“.

Erftstadt: Bernd Haynberg renoviert Bänke in Lechenich

Der Lechenicher wurde aktiv: „Dann habe ich mir ein Herz gefasst und die Stadt gefragt: ‚Kann man da nicht was machen?‘“ Die Stadt habe ihm daraufhin eine Farbe vorgegeben. Einen Braunton. „Ich hätte viel lieber Rot genommen“, sagt er und schmunzelt.

Die Bänke restauriert er in seinem Garten. Er baut sie ab, transportiert sie zu sich nach Hause und macht sich an die Arbeit. An den Betonfundamenten hinterlässt er ein Schild: „Diese Bank soll schöner werden.“ So wissen Passantinnen und Passanten, die vorbeikommen, was mit den Bänken passiert. Die Herausforderung: „Ich kann nur bei gutem Wetter arbeiten, das muss ja trocknen.“

Am Betonfundament einer Parkbank hängt ein weißes Schild.

„Diese Bank soll schöner werden!“: Diese Schilder bringt Bernd Hayberg auf den Bänken an, die er restauriert.

Viele Arbeitsschritte sind nötig, damit die Bänke wieder in neuem Glanz erstrahlen können. „Das ist nicht nur einfach anmalen und fertig“, sagt Haynberg. Die Bänke müssten zum Teil heruntergeschliffen und mit der Drahtbürste bearbeitet werden. Das Holz müsse er teilweise ausbessern, die Sitzgelegenheiten zweimal grundieren und zweimal anstreichen. Für eine sehr heruntergekommene Bank brauche er „mindestens zehn Stunden reine Arbeitszeit“, sagt der 65-Jährige.

Frisch restauriert montiert er die Bänke später wieder. Kürzlich hat er seine zwölfte Bank an der Weltersmühle fertiggestellt. „Wenn ich sehe, wie das angenommen wird, gibt mir das auch selbst eine ganze Menge an Motivation.“ Er betont: „Ich freue mich, wenn da jemand sitzt.“

Mit Holz hat er vorher noch nicht gearbeitet, sagt Haynberg, der seit 2008 in Lechenich lebt. Er sei jahrelang bei Deutz in Köln als Einkäufer im technischen Einkauf tätig gewesen, berichtete der gelernte Betriebsschlosser und Diplomingenieur. Nun sei er in Altersteilzeit.

Unterstützung von der Stadt und von der SPD

Die SPD und die Stadt unterstützen Haynberg in seinem Vorhaben. Die Kosten für das Material übernimmt der SPD-Distrikt Lechenich, Erp, Ahrem, Herrig und Konradsheim sowie der Bauhof in Lechenich. Im SPD-Ortsverein Erftstadt sei er seit Jahren tätig, sagt er. Die Kosten für die Restaurierung liegen laut Haynberg bei etwa 50 Euro pro Bank.

Generell ist Bernd Haynerg engagiert. „Demokratie beginnt in der Nachbarschaft“, sagt er. Seit Jahren nehme er Austauschschüler auf und habe bereits mehrere Nachbarschaftsfeste organisiert.

Wie viele andere „gute Seelen“ ist auch der Lechenicher bescheiden. Ihm sei es vor allem wichtig, zu betonen, wer die Materialien zur Verfügung stelle. Zudem wolle er andere motivieren. Er räumt jedoch ein: „Diejenigen, die ich eigentlich damit erreichen möchte, sind leider schwer zu erreichen.“ Doch ab und an unterstützten Passanten, wenn die Schrauben angezogen werden müssten. Aber das seien eigentlich immer dieselben, die sowieso schon mit anpackten.

Mit seinen Bänken möchte er „zeigen, dass man wirksam werden und schöne Dinge für den Stadtteil machen kann“. Er sagt: „Wir müssen mehr darüber sprechen, was positiv läuft in unserer Gesellschaft, und nicht dauernd kritisieren, sondern einfach mal zeigen, wie man anpacken kann.“