Marija Mevis (75) ist in der Region auf Märkten als Kräuter Marija bekannt. Sie kennt die Wirkung vieler Pflanzen.
Für jedes Leiden ein MittelSo fand Marija Mevis aus Erftstadt ihre Liebe für Kräuter

Marija Mevis (75) ist in der Region auf Märkten als Kräuter Marija bekannt.
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Noch nie in ihrem Leben hat Marija Mevis (75) losen Tees geschweige denn im Beutel gekauft. „Die Natur hält doch für uns die feinsten Sorten bereit“, sagt sie. Von Kindesbeinen an – damals lebte sie noch in Kroatien – sei sie mit ihren Großeltern und Eltern auf Kräutersuche gegangen. Und auch nachdem sie 1971 nach Deutschland gekommen war, hat sie dieses Hobby nie ganz an den Nagel gehangen.
Dabei hatte sie auch beruflich immer ziemlich viel um die Ohren. Als Medizinisch-technische Assistentin (MTA) hat sie im Marien-Hospital in den 1970er- und 1980er-Jahren in Liblar-Frauental sogar das Labor aufgebaut und 19 Jahre lang geleitet. Zwei Jahrzehnte unterrichtete sie später den angehenden MTA-Nachwuchs in Hämatologie und Immunhämatologie als Lehrkraft in der Uniklinik in Köln. Parallel dazu lehrte sie auch junge Arzthelferinnen nebenberuflich im Berufskolleg in Brühl.
Bei Wanderungen und der Suche nach besonderen Pflanzen tankt sie Kraft
Bei ihren „Kräuterwanderungen“ tankte sie Kraft für ihr Berufsleben. Ganz von selber hat sie dabei auch das Rheinland und die Eifel auf ihre ganz besondere Art und Weise kennengelernt. Heute verliert sie sich regelrecht in der Vielfalt all der „himmlischen“ Gaben die sie bei ihren Spaziergängen sieht. Marija Mevis weiß, wo sich in den Wäldern die Stellen befinden, an denen sie mit Sicherheit Steinpilze findet. Sie kennt auch genau die Zeit, in der die Luft richtig schwer und süß ist – erfüllt vom Duft der blühenden Linden. Unterwegs in der EifelSchon von Weitem erkennt sie auf den wilden Wiesen den Spitzwegerich, die Kamille und den Sauerampfer. Und auch an wildem Kümmel und echtem Feldsalat spaziert sie nicht achtlos vorbei.
Löwenzahn wird in ihrer Küche von der Blüte bis zum Stängel verarbeitet. „Aus den Blüten koche ich Marmelade und die Blätter verputze ich frisch geerntet mit leckerem Dressing als Salat“, erzählt sie. Den Reichtum in der Natur beschreibt die 75-Jährige als „großartig und grenzenlos“. Und es ist für sie kein Zufall, dass viele dieser Naturschätze sogar die kleinen und größeren Zipperlein lindern.
„Eigentlich findet man für alle Beschwerden in der Natur auch ein Kraut, das hilft“, sagt sie. Gegen Schlaflosigkeit und innere Unruhe füllt sie zum Beispiel einen großen Kissenbezug prall mit getrocknetem Lavendel. „Ein Bekannter, der aus einem Kriegsgebiet nach Deutschland kam und von Alpträumen getrieben wurde, hat dank meines Lavendelkissens nachts wieder durchschlafen können“, erzählt sie. Lavendel aber auch viele andere Kräuter wachsen natürlich auch im Garten der Liblarer Kräuterfee. Aktuell ist sie dabei im Garten die Lorbeerblätter zu trocknen, die sie von ihren meterhohen Bäumen dort geerntet hat.

Ohne ihren getrockneten Salbei geht Marija Mevis nicht in den Winter.
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Im Sommer reifen in ihrem Garten auch Feigen und Trauben die sie luftgetrocknet natürlich auch noch im Winter essen und genießen kann. „Ich züchte mir hier auch meine eigenen Rosen“, erzählt sie. Das selbst gekochte Rosengelee ist nicht nur eine Delikatesse, in ihm ist quasi auch der Sommer für die kalten Wintertage eingefangen. Ganze Bücher könnte Marija Mevis über ihr Hobby und ihre Kräuter füllen. Im Keller in den Regalen hat sie den Sommer sozusagen eingekocht und in trocken abgepackten Papiertüten daneben auch gut verpackt eingelagert.
Doch spätestens alle zwei Monate packt sie ihre Kräuter auch gerne zusammen, um sie zum Beispiel auf dem Trödelmarkt in Hürth anzubieten. „Wo steht denn heute unsere Kräuter-Marija, fragen dort mitunter dann auch schon mal die Kunden. Je nach Wetterlage können sie sich die Antwort dann aber auch selber geben und einfach nur dem zarten oder würzigen Duft der getrockneten Kräuter folgen.

