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Kommentar

Insolvenzverwalter
Noch gibt es Hoffnung auf Erhalt des Marien-Hospitals in Erftstadt

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2 min
Das Bild zeigt das Krankenhaus und einen Rettungswagen.

Kurz vor Weihnachten erfuhren die Mitarbeiter von der Insolvenz.

Für das insolvente Erftstädter Krankenhaus gibt es offenbar eine Chance auf Rettung.

Die gute Nachricht kam zum Wochenende. Das Marien-Hospital in Erftstadt hat offenbar eine Zukunft. Der Insolvenzverwalter ist verhalten optimistisch, dass das Licht in den OP-Sälen und Krankenzimmern am Münchweg nicht ausgeknipst werden muss. Grund für die finanzielle Schieflage des kleinen 131-Betten-Hauses sind offenbar die Personalkosten. Zahlreiche Mitarbeitende arbeiten für eine Personalfirma und sind ans Marien-Hospital ausgeliehen. Die Kosten dafür sind zweieinhalb Mal höher, als wenn die Mitarbeiter direkt vom Krankenhaus bezahlt würden.

Doch diesen teuren Schritt zu gehen, hatte seinerzeit einen Grund. Die Flut im Juli 2021 zerstörte das Marien-Hospital komplett. Der Betrieb musste eingestellt werden. Viele Ärzte und Krankenschwestern sowie -pfleger suchten sich einen anderen Job und wurden mit Kusshand von anderen Krankenhäusern genommen. Die allgemeine Personalnot in Hospitälern war so groß, dass Wechselprämien von bis zu 10.000 Euro keine Seltenheit waren.

Als die Renovierung des Marien-Hospitals vor zwei Jahren beendet war und die Rettungswagen wieder die Notaufnahme anfahren konnten, war die Verwaltung in einem Dilemma: Auf der einen Seite gab es ein hochmodernes, mit nagelneuen Geräten ausgestattetes Krankenhaus, auf der anderen Seite fehlte das Personal.

Allgemeiner Kostendruck verschärft Situation am Marien-Hospital

Schließlich blieb den Verantwortlichen nichts anderes übrig, als erst einmal über eine Vermittlungsfirma Personal zu rekrutieren, um den Betrieb zu gewährleisten, was aber den finanziellen Rahmen auf Dauer sprengte. Das Management der Verwaltung hat es über Monate nicht geschafft, Ärzte und Schwestern selbst anzustellen, um die Kosten zu senken. Zeit genug wäre gewesen. Der allgemeine Kostendruck für Krankenhäuser und die im Vergleich geringe Bettenzahl im Marien-Hospital, verschärften die Situation. Die Quittung kam schließlich am 23. Dezember. Der Insolvenzantrag wurde gestellt. Geklärt werden muss auch, ob dies rechtzeitig geschehen ist.

Es gibt offenbar berechtigte Hoffnung auf einen neuen Träger oder Investor, damit der Krankenhausbetrieb ohne Unterbrechung weitergeführt werden kann – im Sinne aller Mitarbeitenden des Marien-Hospitals, der Patienten und aller Bürgerinnen und Bürger aus Erftstadt und Umgebung.