Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr ist Bauer schon seit 37 Jahren. Bei seinem Engagement geht es ihm auch um die Vermittlung von Werten.
SerieDarum ist Bernd Bauer aus Hürth die gute Seele der Kinderfeuerwehr

Die gute Seele Bernd Bauer - er ist Betreuer in der Kinderfeuerwehr und ehrenamtlich bei der Löschgruppe in Gleuel im Einsatz.
Copyright: Margret Klose
Der freiwillige Feuerwehrmann im Löschzug Hürth-Gleuel und Betreuer der Kinderfeuerwehr in Hürth, Bernd Bauer (47), schafft es mit seiner natürlichen und unkomplizierten Art, junge Menschen vom Fleck weg zu begeistern. Bauer verstellt sich dabei nicht. Vielmehr tritt er ihnen so wie er ist, gegenüber und nimmt sie dabei ernst – so wie sie sind mit all ihren kleinen oder größeren Besonderheiten. Im Fokus stehen bei ihm vor allen Dingen Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren.
Und Bauer ist dabei erfolgreich: „Seine Kinder“, das sind für ihn längst nicht nur die eigenen beiden Kinder, sondern auch die aktuell 25 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren der Kinderfeuerwehr in Hürth. Denn Bauer ist einer der insgesamt 16 Betreuer der Kinderfeuerwehr in Hürth.
Hürth: In mehr als 400 Stunden ein eigenes Einsatzfahrzeug auf einem Handkarren für die Kinder gebaut
Vor sieben Jahren hat er als Betreuer in dieser ganz speziellen Abteilung der Nachwuchsarbeit angefangen. Und noch nicht einen Tag hat er diesen Schritt bereut. In mehr als 400 Stunden hat er ihnen im vergangenen Jahr in seiner ohnehin schon knapp bemessenen Freizeit sogar ein eigenes Einsatzfahrzeug auf einem Handkarren gebaut.
Die besondere Feuerwehreinheit wurde in Hürth bereits 2009 aufgebaut und war damit die erste Kinderfeuerwehr im ganzen Rhein-Erft-Kreis. Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr ist Bauer jedoch schon seit 37 Jahren. „Ich war zehn Jahre alt, als ich zur Jugendfeuerwehr ging“, berichtet er. Bis heute hat er diese Zeit nicht vergessen.
Werte wie Verlässlichkeit, Vertrauen, Kameradschaft und Gemeinschaft gelernt
Bei der Jugendfeuerwehr habe er die Werte wie Verlässlichkeit, Vertrauen, Kameradschaft und Gemeinschaft ganz bewusst kennen- und leben gelernt. Dazu gehörte mitunter auch Mut und Verschwiegenheit, etwa beim Stibitzen der Fahnen im Jugendfeuerwehr-Zeltlager. „Das alles hat mich damals für mein ganzes weitere Leben geprägt“, sagt er.
Und genau das wünscht Bauer auch den Kindern heutzutage. In ihrer Ausbildung gehe es ihm deswegen auch ganz konkret um die Vermittlung dieser Werte. Als freiwilliger Feuerwehrmann im Löschzug Hürth-Gleuel und als Betreuer der Kinderfeuerwehr in Hürth lebt Bauer diese Werte bis heute. „Ich möchte sie auch an die Kinder weitergeben – an die Feuerwehrleute der Zukunft – die nächste Generation - , damit die Freiwillige Feuerwehr weiterhin Bestand hat und damit auch noch die Generationen in den kommenden Jahren auf sie vertrauen und bauen können.

Bernd Bauer bei einem Einsatz.
Copyright: Margret Klose
Außerdem findet Bauer: „Die freiwillige Feuerwehr ist einfach auch ein ziemliches cooles und sinnvolles Hobby.“ Und alleine steht er mit dieser Meinung nicht. Sogar bei „seinen Kindern“ läuft er mit dieser Meinung offene Türen ein. „Die Kinder sind wie Schwämme, sie saugen das Wissen richtig gierig auf“, schwärmt er. Bauer bewundert diese Wissbegierde und diesen unstillbaren Wissensdurst. Die Kinder von heute seien anders – umsorgter auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite auch sehr viel selbstbewusster, interessierter und auch ein bisschen kecker.
Und doch seien sie alle eben auch immer noch Kinder, die sich bewegen und die auch mal herumalbern und Späße machen wollen. Und natürlich ist ihr „Bernd“ auch dafür immer zu haben. Bis ihm sprichwörtlich die Puste ausgeht, kann er mit ihnen herumrennen und herumalbern. Allerdings muss er nur ein bestimmtes Zeichen geben, und die ganze Bande hält inne und hört ihm zu.

Das kleine Feuerwehrauto hat Bernd Bauer seinen "Kindern" selber gebaut.
Copyright: Margret Klose
Bauer kennt etliche Gründe, warum es für jedes Kind eine Bereicherung ist, bei der Kinderfeuerwehr mitzumachen. Spielerisch werde ihnen Sozialverhalten bei Team- und Gruppenspielen vermittelt. Während den Gruppenstunden sitzen die Kinder auch nicht am Computer oder spielen mit dem Smartphone. „Fern der virtuellen Welt, lernen sie hier bei uns sogar ganz praktische Dinge“, erklärt er. Dazu gehöre zum Beispiel Erste Hilfe. „Wir kleben Pflaster“, sagt Bauer. Und: „Wir trainieren auch das Absetzen eines Notrufes am Telefon.“ Bei den Feuerwehrübungen dürfen die Kinder auch selber Feuer löschen und sie lernen, wie sie sich im Ernstfall bei einem Wohnungsbrand oder einem Unfall verhalten sollen.
Wichtig ist jedoch bei allem und immer, dass alle Aktionen völlig freiwillig sind. Keiner muss aber jeder darf. Und Dürfen wollen Viele: Die Warteliste der Hürther Kinderfeuerwehr ist auf jeden Fall lang. Kaum, dass ein Kinder im Alter von zehn Jahren in die Jugendfeuerwehrgruppe wechselt, rückt direkt ein Kind aus der Warteliste nach in die Kinderfeuerwehr. „Ich kann das gut verstehen“, sagt Bauer. Hätte es die Kinderfeuerwehr nämlich auch schon zu seiner Zeit gegeben, Bauer hätte keinen Augenblick gezögert. „Ich wäre auch schon im Alter von sechs Jahren zur Kinderfeuerwehr gegangen“, sagt er lächelnd.
