Am Otto-Maigler-See, dem Bleibtreusee und dem Heider Bergsee soll die KI künftig etwa über korrektes Verhalten in der Natur informieren.
Neuer ChatbotDas kann der digitale Ranger des Naturparks Rheinland – Premiere in Hürth

Die Premiere des Naturpark-Rangers, eines Chatbots des Naturparks Rheinland, erlebten Naturparkgeschäftsführer Frank Scheer (v.l.), Projektmanagerin Laura Vuljan, Landrat Frank Rock, Rozaliia Tarnovetckaia in Videoschaltung, Britta Meier und Alex Dickmann.
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„Hallo! Ich bin der digitale Ranger des Naturparks Rheinland“, so meldet sich der Chatbot auf Rechnern und Mobiltelefonen, wenn erst einmal der QR-Code gescannt ist.
Bald werde der QR-Code mit dem bunten kreisförmigen Logo des Naturparks auf Ruhebänken, an Laternenpfosten, Infotafeln und Hinweisschildern am Otto-Maigler-See, dem Bleibtreusee und dem Heider Bergsee zu finden sein, verspricht der Geschäftsführer des Zweckverbands Naturpark Rheinland, Frank Scheer.
Chatbot liefert Infos zum richtigen Verhalten in der Natur
Der digitale Naturpark-Ranger kennt Fragen zum See: „Wo darf ich schwimmen?“, „Welche Wanderwege gibt es?“ oder „Ist Grillen erlaubt?“. Infos zum richtigen Verhalten in der Natur hat der Chatbot auf Lager und mehr noch. Landrat Frank Rock, der als Verbandsvorsteher ins Hürther KI-Village gekommen war, probierte es gleich aus.
Auf die Frage „Welche Fische kann man essen?“ antwortete der Chatbot mit einer abschließenden Liste von essbaren Exemplaren, die im Otto-Maigler-See schwimmen: Hecht, Zander, Flussbarsch, Aal, Karpfen und andere.
In puncto Angeln sparte der Bot aber auch nicht mit dem Hinweis, dass es hierzu eines gültigen Fischereischeines bedürfe und einer Erlaubnis des Berrenrather Angelvereins. Die Idee, Besucherinnen und Besuchern, die an heißen Tagen vermehrt aus der Großstadt an den Seen Zuflucht suchten, digitale Informationen über geltende Regeln und richtiges Verhalten in den sensiblen Naturräumen zur Verfügung zu stellen, sei ihnen bei einem Besuch des Otto-Maigler-Sees im Sommer letzten Jahres gekommen, erläuterte Scheer. Zielgruppe des Chatbots seien vor allem junge Leute von fünf Jahren an, so Scheer und Rock.
Chatbot feierte mit Präsentation im Hürther AI-Village Premiere
Mit der ersten Nutzung des Naturpark-Rangers durch andere Menschen, die an der Entwicklung beteiligt waren, feierte der Chatbot in der Präsentation durch die Projektleiterin des Naturparks, Britta Meyer, jüngst im AI-Village Premiere. Neben Frank Rock und Frank Scheer waren Hürths Beigeordneter Marco Dederichs gekommen und Laura Vuljan, Alex Dickmann und Tobias Weigand vom AI-Village der Stadt Hürth.
Per Video war die Forschungsassistentin Rozaliia Tarnovetckaia von der Technischen Universität Berlin zugeschaltet, die mit einer Klasse von Studierenden der Forschungsgruppe „Technik und Beteiligung“ den KI-gestützten Chatbot als Studienprojekt entwickelte.
Erste Testphase: Noch ist der Naturpark-Ranger ein Pilotprojekt
Frank Scheer zeigte sich begeistert. Erst im Januar habe man zu den Beratern im AI-Village Kontakt aufgenommen, die den Kontakt zur Forschungsklasse der Technischen Hochschule hergestellt hätten. Nur drei Monate habe die Entwicklung des Chatbots auf der Basis ähnlicher Projekte im Bereich Tourismus gedauert.
Programmiert worden sei die Künstliche Intelligenz mit Informationen, die der Naturpark Rheinland zur Verfügung gestellt habe. Der Bot schöpfe auf der Suche nach Antworten also aus einem Pool verifizierter Daten und nicht etwa frei im Internet. Die Entwicklung des Chatbots durch die Studierenden habe übrigens nichts gekostet, der Betrieb des Chatbots koste den Verband einen übersichtlichen Obulus, freute sich Scheer.
Allerdings handele es sich beim Naturpark-Ranger noch um ein Pilotprojekt, das mit der offen zugänglichen Benutzung erst in eine Testphase gehe, sagte Projektmanagerin Laura Vuljan. Jetzt erfahre man erst, welche Fragen gestellt würden und welche nicht. Lücken im Informationssystem könnten so aufgefüllt werden.
In weiteren Schritten soll der Bot weiterentwickelt werden, etwa automatisch erkennen können, wo sich die Fragestellenden aufhalten. Irgendwann könne der Chatbot vielleicht die Aufgabe leisten, über alle, ganz unterschiedlich genutzten Seen im Naturpark Rheinland zu informieren, hoffte Frank Rock.
