Bei der Hitze suchen viele Menschen Abkühlung an den beiden beliebten Badeseen, doch die Parkplätze sind knapp. Es bilden sich Staus.
HitzewelleSo lief die Parkplatzsuche am Otto-Maigler-See in Hürth und am Bleibtreusee in Brühl

Voll ist es bei diesen Temperaturen im Strandbad am Otto-Maigler-See, am Wochenende machten sich zahlreiche Menschen auf den Weg, um die Sonne zu genießen und sich im See abzukühlen.
Copyright: Bernd Woidtke
Der Weg zum Sommerfrische-Paradies an dem Hürther Otto-Maigler-See ist mitunter mit hohen Hürden versehen. Eine Straße in Sichtweite eines der Parkplätze heißt zwar „Zur Gotteshülfe“, aber ob das die Laune der Autofahrer verbessern konnte, die am Samstag (20. Juni) bei über 30 Grad Hitze im Stau vor einem der Parkplätze standen, scheint eher fraglich. Immerhin zeigte die Parkplatz-Ampel im Internet auf der Seite des Otto-Maigler-Sees am Morgen noch Grün.
Das bedeutet: „Es sind aktuell Parkplätze verfügbar“, aber schon gegen 13 Uhr schlug sie auf gelb um, soll heißen: nur noch wenige Plätze. Ein Parkplatz-Ordner, nach seiner Prognose gefragt: „Gegen Nachmittag wird die Ampel auf rot umschalten, dann schließen wir nicht nur die Parkplätze, sondern auch alle Zufahrten.“
Hürth: Zufahrtsstraßen zum Otto-Maigler-See wurden zeitweise gesperrt
Auch die Zufahrtstraßen durch Hürth-Gleuel waren am Nachmittag zeitweise gesperrt. Ordnungsamtsmitarbeiter verteilten Knöllchen, auch ein Abschleppwagen stand mit Warnlicht am Straßenrand. Jens Menzel, der Erste Beigeordnete der Stadt Hürth und zuständig für das Ordnungsamt, bilanzierte am nächsten Tag: „Wir haben 26 Verwarnungen vor Ort ausgesprochen. Sieben Fahrzeuge sollten abgeschleppt werden.“ In sechs Fällen kam der Abschleppwagen dann auch zum Einsatz, ein Fahrzeughalter zahlte die Auslösesumme.

Der Wiesenparkplatz am Otto-Maigler-See war am Samstag bis auf den letzten Platz gefüllt.
Copyright: Bernd Woidtke
Für die Anwohner ergibt sich bei Hitze immer wieder dieselbe missliche Situation: Viele Badegäste meiden die kostenpflichtigen Parkplätze und suchen sich einen Stellplatz in einer der engen Gassen von Hürth-Gleuel. Eine Anwohnerin der Straße „Zur Gotteshülfe“ in Alstädten-Burbach, kann ein Lied davon singen. Vor ihrer Garage parkte gerade ein Pkw mit Ahrweiler-Kennzeichen. Das Schild am Garagentor ist nicht zu übersehen: „Ausfahrt freihalten“. Immer wieder muss sie Fahrer bitten, ihren Wagen woanders zu parken und erntet dabei gelegentlich aggressive Reaktionen.

Die Ampel an der Straße "Zur Gotteshülfe" zeigt grün und verführt zur Durchfahrt.
Copyright: Bernd Woidtke
Die Einfahrt in die Straße „Zur Gotteshülfe“ symbolisiert die nicht ganz ausgereifte Verkehrslenkung rund um den Otto-Maigler-See. Ein Schild „Verbot der Durchfahrt, ausgenommen Linienbusse“ steht dort, daneben eine kleine Ampel, die grün zeigt. Im Boden ist ein Poller eingelassen, der hochfahren und die Straße absperren soll, solange kein Bus durch die Straße fahren will. „Der Poller ist schon seit langer Zeit nicht mehr oben gewesen“, so die Anwohnerin. Immer wieder fahren Pkw durch die Straße, offenbar animiert durch die dauergrüne Ampel.
Am Bleibtreusee in Brühl war der Besuch laut Milan Robinet, Betreiber der Wasserski-Anlage, Tag normal für diese Temperaturen. Zur Verfügung stehen zwei Parkplätze mit 200 beziehungsweise 600 Plätzen. Das Problem: Die Hinweistafel auf dem größeren Parkplatz war kürzlich gestohlen worden. Dadurch irrten manche Fahrer über den kleinen, aber schon besetzten Parkplatz. Die bedarfsgesteuerte Ampel an der Einfahrt hatte ihnen suggeriert, dass noch Platz vorhanden sei.
Unter den Besuchern des Otto-Maigler-Sees herrschte gute Stimmung. Ein Besucher lachte, auf die Parkplätze angesprochen: „Ich wohne in der Nähe des Fühlinger Sees in Köln, da ist das genauso! Also: kein Problem!“ Zwei Besucherinnen lobten die gute Organisation: „Hier am Otto-Maigler-See helfen einem freundliche Ordner, sich zurechtzufinden!“
