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RäumungsverkaufTraditionsreicher Möbelhändler schließt Standort in Hürth nach 34 Jahren

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Das Foto zeigt eine Außenaufnahme des Möbelhauses.

Ende April ist nach 34 Jahren Schluss im Möbelhaus Innatura (früher Dansk Design) an der Luxemburger Straße in Hermülheim.

Ende April schließt das Möbelhaus Innatura an der Luxemburger Straße. 26 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Was aus dem Gebäude wird, ist offen.

Ende April ist Schluss: Nach 34 Jahren schließt das Einrichtungshaus Innatura – früher Dansk Design – an der Luxemburger Straße, Ecke Hans-Böckler-Straße. Derzeit läuft der Räumungsverkauf. Große Schilder an Fassade und Schaufenstern werben mit Rabatten von bis zu 60 Prozent auf das gehobene Sortiment.

Für das Unternehmerehepaar Preben und Hermine Paulsen bedeutet die Schließung des Stammhauses einen tiefen Einschnitt. Auch für die Belegschaft: 26 Beschäftigten, von denen einige seit Jahrzehnten im Unternehmen arbeiten, wurde wegen der Geschäftsaufgabe gekündigt. Dem großen Gebäudekomplex am Beginn des Umbaubereichs der „Lebensader Lux“ droht zunächst Leerstand.

Geschichte des Möbelhauses begann vor 51 Jahren in Köln

Die Geschichte des Unternehmens reicht 51 Jahre zurück. Im Januar 1975 eröffnete der Däne Preben Paulsen am Hohenzollernring in Köln unter dem Namen Danks Design ein Geschäft für dänische Möbel. 1992 zog das Möbelhaus in einen eigenen großen Neubau nach Hürth um. Auf rund 5000 Quadratmetern Ausstellungsfläche über drei Etagen bietet das Einrichtungshaus dort hochwertige Massivholzmöbel an.

Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung wurde das Möbelhaus 2012 in Innatura umbenannt. Das Sortiment beschränkt sich nicht mehr auf Möbel aus Skandinavien. Angeboten werden nachhaltige Massiv- und Naturholzmöbel renommierter Hersteller sowie passende Accessoires. Neben Hürth betreibt Innatura deutlich kleinere Filialen in Hochheim am Main – dort befindet sich inzwischen auch die Zentrale –, in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart und Viernheim im südhessischen Landkreis Bergstraße, die erhalten bleiben.

In Hürth wird das größte Möbelhaus des Unternehmens geschlossen

„Hürth ist unser mit Abstand größtes Haus“, erklärt Paulsen. Der 79-Jährige ist gemeinsam mit seiner Frau Hermine Geschäftsführer, hat das operative Geschäft aber schon vor 14 Jahren in die Hände eines Partners gelegt, der früher Angestellter in dem Möbelhaus war. Das Aus für den Standort erklärt Paulsen vor allem mit der schwierigen Lage im Einzelhandel. „Die letzten drei Jahre waren schwer, nicht nur für uns, sondern für die gesamte Möbelbranche“, sagt er.

Das Foto zeigt die Absperrungen an der Baustelle vor dem Möbelhaus.

Die Baustelle zur Lebensader Lux machte dem Möbelhaus zusätzlich zu schaffen.

Hinzu kämen Einschränkungen durch die Großbaustelle zur „Lebensader Lux“ vor der Haustür. Zwar habe das Möbelhaus viele Stammkunden, die Laufkundschaft sei jedoch zurückgegangen. Schon seit der Freigabe der Umgehungsstraße B 265n im Frühjahr 2021 werde der größte Teil des Durchgangsverkehrs um die Ortslage von Hermülheim herumgeleitet. „Die Luxemburger Straße war früher stark frequentiert, da hat man unser Haus gesehen“, sagt Paulsen. Das sei anders, wenn aus der früheren Ortsdurchfahrt ein verkehrsberuhigter Bereich mit viel Grün werde.

Im Erdgeschoss könnte ein Supermarkt angesiedelt werden

Was mit der Immobilie geschieht, ist noch offen. „Das werden wir jetzt in Angriff nehmen und Gespräche mit der IHK, der Wirtschaftsförderung und Maklern führen“, kündigt Preben Paulsen an. Vorstellbar sei, im Erdgeschoss mit 1750 Quadratmetern Fläche einen Supermarkt anzusiedeln. Ein Vorteil seien die 97 Parkplätze direkt am Gebäude. Für die oberen Etagen dürfte die Vermarktung allerdings schwieriger werden. „Für Bürofläche gibt es in dieser Lage kaum Nachfrage“, befürchtet Paulsen. Möglich wäre daher auch eine Umwandlung der Gewerbefläche in Wohnungen.

Der Ansiedlung eines Supermarkts kann auch Ortsvorsteher Hans-Josef Lang etwas abgewinnen. „Das wäre auch wegen des benachbarten Neubaugebiets am alten Bahnhof interessant“, sagt der CDU-Politiker. Auch der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum sei nicht von der Hand zu weisen. „Wir müssen sehen, ob eine solche Nutzungsänderung dort möglich ist.“ Die Schließung des Möbelhauses sei jedenfalls ein Verlust. Lang: „Die Wirtschaftsförderung hat jetzt eine große Aufgabe.“

Schon vor gut einem Jahr hatte knapp anderthalb Kilometer weiter nördlich an der Luxemburger Straße in Efferen mit dem Schlafraumeinrichter „Lux 118“ ein Möbelgeschäft mit hochwertigem Sortiment geschlossen. Das Inhaberpaar nannte damals allerdings persönliche und nicht wirtschaftliche Gründe für die Geschäftsaufgabe. In den Räumen hat inzwischen die Gastronomiekette „Xiao“ ein Restaurant mit asiatischem Buffet eröffnet.