Der kleine Teich am Gleueler Bach soll in eine Auenlandschaft umgestaltet werden. Doch kurz nach Baustart wurden dort Kröten entdeckt.
Amphibien entdecktWarum Erdkröten die Renaturierung des Gleueler Bachs in Hürth verzögern

Nach dem Fund von Erdkröten mussten Renaturierungsarbeiten am Gleueler Bach unterbrochen werden.
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Bei der naturnahen Umgestaltung des Gleueler Bachs macht ausgerechnet die Natur den Stadtwerken vorerst einen Strich durch die Rechnung. Das Bauunternehmen musste die gerade erst begonnenen Arbeiten am Montagvormittag (9. März) unterbrechen. Der Grund: In dem kleinen Teich auf Höhe der Gielenstraße, der im Zuge der Renaturierung zurückgebaut werden soll, wurden Erdkröten entdeckt.
Im Rahmen der ökologischen Revitalisierung des Gleueler Bachs soll das Wasser aus dem kleinen, künstlich aufgestauten und inzwischen stark verschlammten Teich vor der Holzbrücke abgelassen und das Gelände umgestaltet werden. In diesem Bereich soll ein leicht gewundener Bachlauf entstehen, der sich naturnah in die Umgebung einfügt.
Teich am Gleueler Bach wird zu einer Auenlandschaft umgebaut
Die durch den Rückbau des Teichs gewonnene Fläche wird zu einer Auenlandschaft mit Retentions- und Versickerungsmulden umgestaltet. Die Überschwemmungsfläche bietet Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Außerdem kann dort Wasser zwischengespeichert werden und langsam versickern. Durch die Aussaat einheimischer Saatmischungen wollen die Stadtwerke die Entwicklung einer standorttypischen Vegetation entlang des Gleueler Bachs fördern.
Zu Beginn der auf sieben Wochen Bauzeit veranschlagten Arbeiten zog die Baukolonne einen Krötenschutzzaun um den Teich. Damit sollte verhindert werden, dass Amphibien, die in Erdhöhlen überwintern und derzeit auf dem Weg zu ihren Laichplätzen sind, in das Gewässer einwandern. Nachdem dort jedoch bereits Kröten entdeckt worden waren, wurde der Zaun wieder abgebaut.
„Zum Schutz der Kröten können wir da jetzt nicht mit dem Bagger arbeiten“, sagt Hydrologe André Roelofs vom Büro Gewässer-Experten aus Siegburg. Das Büro hat die naturnahe Umgestaltung im Auftrag der Stadtwerke geplant und übernimmt die Bauaufsicht. Wann die Arbeiten wieder aufgenommen werden können, ist derzeit unklar. Das hänge auch davon ab, ob die Erdkröten abwandern oder in dem Teich ihren Nachwuchs aufziehen. In diesem Fall könne es durchaus bis zum Sommer dauern, bis am Gleueler Bach weitergearbeitet werden könne.
„Wir werden das beobachten“, sagt Roelofs. Die freien Kapazitäten durch die Bauunterbrechung werden nach Angaben von Dr. Friedrich-Wilhelm Bolle, Klimaschutzmanager der Stadtwerke, für weitere Maßnahmen entlang des Gleueler Bachs genutzt. Dadurch soll zum Beispiel unterhalb von Sielsdorf mehr Lebensraum für Erdkröten und weitere Amphibien entstehen.

