Ausstellung „NordArt“Wie ein Hürther Künstler Kampfjet und Limousinen zum Kunstwerk macht

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Das Foto zeigt die Installation des Künstlers Bernd Reiter.

Die Installation „Ironie des Schicksals“ des Künstlers Bernd Reiter ist bei der Ausstellung NordArt in Schleswig-Holstein zu sehen.

Die Installation „Ironie des Schicksals“ von Bernd Reiter wurde mit dem Tieflader zur Ausstellung „NordArt“ nach Schleswig-Holstein gebracht.

Bernd Reiter denkt in großen Dimensionen. Das gilt für die Bauprojekte seiner Firmengruppe ebenso wie für seine Kunst. Jahrzehnte war er in Hürth ansässig, wo er im Werk P2 Aufsehen erregende Kunstausstellungen initiierte. Auf dem Euronova Campus in Hürth-Kalscheuren hat Reiter, der seinen Firmensitz 2012 nach Köln-Zollstock verlegt hat, nach wie vor sein Atelier. Hier entstehen so spektakuläre Kunstwerke wie die Installation „Ironie des Schicksals“, die er auf der Internationalen Kunstausstellung NordArt 2026 in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Büdelsdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde zeigen wird.

In seinen Werken verbindet der Künstler industrielle Materialien, Readymades und mediale Elemente mit gesellschaftlichen Themen. Für die Installation „Ironie des Schicksals“ ließ er einen ausrangierten sowjetischen Düsenjäger MiG-21, den er bereits vor 20 Jahren erworben hatte, auf einen amerikanischen Straßenkreuzer prallen.

Sowjetische MiG-21 war ein Hingucker im Hürther Atelier

Ergänzt wird das Ensemble durch eine weitere, aufrecht stehende schwarze Luxuslimousine, Sandsäcke, Panzersperren, die ukrainische Nationalflagge und TV-Flachbildschirme, auf denen dokumentarisches Bildmaterial, unter anderem vom Zusammentreffen des russischen Präsidenten Putin mit seinem amerikanischen Amtskollegen Trump in Alaska, zu sehen ist. Schier überwältigend ist diese imposante Darstellung von Gewalt und Zerstörung.

„Ich nehme Material von beiden Seiten und bringe sie auf diese Weise zusammen“, erklärt Reiter. Die MiG-21, die er in den Niederlanden gesehen und erworben hatte, stand lange im Atelier und war hier ein Hingucker für Besucher. „Es stand immer eine Menschentraube drumherum, weil so vieles zu sehen ist“, erinnert sich der Künstler. Erst später erfolgte dann die künstlerische Verwertung des Kampfjets.

Bernd Reiter hat seine Installation nach dem Angriff auf die Ukraine weiterentwickelt

Das raumgreifende Werk entstand bereits 2016 und wurde unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine weiterentwickelt. In der aktuellen Version verweisen die amerikanischen Luxusautos und die MiG-21 zusammen mit den Filmausschnitten auf den längst beigelegt geglaubten Kalten Krieg zwischen den Machtblöcken, zwischen Ost und West, zwischen Autokratie und Demokratie.

„Hochaktuell“ sei sein Werk und werde es auch bleiben, denn „die Menschheit lernt nicht dazu“, so Reiter, der den Konflikt zwischen den Großmächten geradezu physisch erfahrbar macht. „Meine Kunst will keine bloße Provokation sein, sondern Aufklärung leisten. Ich will unmittelbare Reaktionen erzeugen“, betont der Künstler.

Mit einem Tieflader und einem Lkw ist Reiters gigantische Installation inzwischen nach Büdelsdorf transportiert und dort in zwei Tagen aufgebaut worden. Zum Preis von 550.000 Euro kann man sie erwerben.


Ausstellung in Schleswig-Holstein

Die Nordart dauert von 6. Juni bis zum 4. Oktober. Die Ausstellung, an der rund 200 Künstlerinnen und Künstler teilnehmen, erstreckt sich über ein großes Parkgelände und eine Ausstellungsfläche in den historischen Industriehallen der Carlshütte.