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Konzept beauftragtHürther Vereine sollen sich an Sanierung von Kunstrasen beteiligen

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Das Foto zeigt einen Fuß mit Fußballschuh, der auf einem Ball auf einem Kunstrasenplatz steht.

Viel Geld gibt die Stadt Hürth für den Bau und den Erhalt von Kunstrasenplätzen aus. In fast allen Stadtteilen gibt es einen.

CDU und Grüne wollen die Fußballclubs beim Erhalt der Plätze in die Pflicht nehmen. Die SPD fürchtet dadurch um die Existenz von Vereinen.

Sportvereine sollen sich in Hürth künftig am Aufwand für die Sanierung von Sportplätzen beteiligen, die ihnen von der Stadt zur Nutzung überlassen werden. Wie das umgesetzt werden könnte, dazu soll die Stadtverwaltung auf Antrag von CDU und Grünen ein Konzept entwickeln. Das beschloss der Sportausschuss mit breiter Mehrheit. Die SPD stimmte dagegen, die Sozialdemokraten sprechen von einem „existenzgefährdenden Generalangriff auf die Sportvereine“.

Im Fokus hat das schwarz-grüne Mehrheitsbündnis die teuren Kunstrasenplätze. Finanziert werden sie in Hürth bislang aus der Sportpauschale, die das Land NRW seit 2005 jährlich nach Einwohnerzahl zum Erhalt der städtischen Sportanlagen überweist. Der größte Teil der Pauschale, die in diesem Jahr für Hürth bei knapp 260.000 Euro liegt, wird zur Tilgung von Krediten zum Bau von neuen oder der Sanierung bestehender Kunstrasenplätze aufgewendet.

Hürth: Geld aus der Sportpauschale reicht nicht mehr für die Sanierung

Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Geld aus dem Fördertopf in Zukunft nicht mehr für die fälligen Sanierungskosten ausreichen wird. Zumal unklar sei, wie lange es die Pauschale überhaupt noch geben werde, gibt der Ausschussvorsitzende Hans-Josef Lang (CDU) zu bedenken. Die Pauschale dürfe auch nicht ausschließlich für Kunstrasen ausgegeben werden. „Es gibt schließlich noch andere Sportvereine in Hürth“, sagt Lang.

„Mit dem Beschluss, einen Kunstrasenplatz auch für Kendenich zu schaffen, haben wir bald in allen Ortsteilen einen modernen Sportplatz, stoßen mit der Finanzierung aber auch an die Leistungsgrenzen“, betont Sebastian Horst, CDU-Sprecher im Sportausschuss. „Deshalb wollen wir in Zukunft die Vereine stärker in die Verantwortung und Planung einbeziehen, um die Sportstätten langfristig leistungsfähig zu halten und die Identifikation mit den Anlagen zu stärken.“

Schwarz-Grün in Hürth: Vereine sollen pfleglich mit den Plätzen umgehen

Zunächst geht es den Kooperationspartnern nach eigenen Angaben darum, Anreize für einen pfleglichen Umgang mit den Sportplätzen zu setzen, um die Nutzungsdauer zu verlängern und Sanierungen hinauszuzögern. Stefan Buro (Grüne) erwartet, dass es schon „eine ganze Menge“ bringen würde, wenn ein Kunstrasenplatz zum Beispiel nicht mit „falschen Schuhen“ genutzt werde und dadurch länger halte.

Für die Zukunft schließt das Bündnis aber auch eine Beteiligung der Vereine an notwendigen Sanierungskosten nicht aus. Darauf müssten sie frühzeitig vorbereitet werden, um möglicherweise Rücklagen bilden zu können. Frederick Schuh (SPD) warnte indes davor, dass der Beschluss „im schlimmsten Fall zum finanziellen Ruin von Sportvereinen“ führen könnte. Die SPD lehne eine Kostenbeteiligung der Vereine ab. Der Erhalt von Sportanlagen sei Sache der Stadt.

Christdemokrat Lang konterte: Es sei die damals neue Ratsmehrheit aus CDU und Grünen gewesen, die die 2011 eingeführte Nutzungsgebühr für Sportstätten 2016 wieder abgeschafft habe.