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BodenproblemeKunstrasenplatz in Hürth-Kendenich könnte noch einmal deutlich teurer werden

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Das Foto zeigt das Hinweisschild „Sportanlage gesperrt“ am Tor des Tennenplatzes in Kendenich.

Nach Regenfällen muss der Aschenplatz in Kendenich häufig gesperrt werden.

Der SV Kendenich spielt noch auf Asche und kämpft seit Jahren um einen Kunstrasen. Die schwierigen Bodenverhältnisse treiben die Kosten.

Der geplante Kunstrasen für den SV Kendenich wird voraussichtlich deutlich teurer als bislang angenommen. Das Bodengutachten für den Tennenplatz an der Buschstraße liegt dem Sportausschuss zwar noch nicht schriftlich vor. Der Erste Beigeordnete Jens Menzel informierte das Gremium jedoch bereits über zentrale Ergebnisse: Der Untergrund müsse voraussichtlich metertief ausgekoffert und neu aufgebaut werden.

Der SV Kendenich kämpft seit Jahren um einen Kunstrasenplatz. Der sportliche Leiter Christian Esser betont, dass der Verein, der noch auf Asche trainieren und spielen muss, vor allem im Nachwuchsbereich ohne Kunstrasen kaum konkurrenzfähig sei. Inzwischen stellt der Klub nur noch zwei Herrenmannschaften – Jugendteams gibt es keine mehr.

Hürth: Tennenplatz in Kendenich ist im Winterhalbjahr teils wochenlang gesperrt

Zudem muss die Anlage wegen der schlechten Platzverhältnisse im Winterhalbjahr teils wochenlang gesperrt werden. „Wir konnten in diesem Jahr noch nicht auf unserem Platz trainieren, sondern mussten nach Fischenich oder in die Halle ausweichen“, sagt der zweite Vorsitzende Christian Kirion.

Der Sportausschuss hatte im November beschlossen, ein Bodengutachten in Auftrag zu geben, um Machbarkeit und Kosten eines Kunstrasenplatzes zu klären. Damals war die Verwaltung nach einer groben Schätzung von rund 1,1 Millionen Euro ausgegangen. Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Kosten deutlich höher liegen könnten.

Gutachter empfiehlt, den Boden unter dem Tennenbelag mit abzutragen

Nach Angaben von Menzel ergaben neun unterschiedlich tiefe Bohrungen, dass der Tennenplatz am Rand eines aufgeschütteten ehemaligen Tagebaus keinen tragfähigen Untergrund habe. Auch die Entwässerung sei problematisch, weil Regenwasser aufgrund der Bodenverhältnisse nicht versickern könne, sondern in einen Kanal abgeleitet werden müsse.

Überraschend sei das Ergebnis nicht, so Menzel: „Uns war klar, dass wir dort keine optimalen Bodenverhältnisse vorfinden werden.“ Der Gutachter empfehle, den Boden vollständig abzutragen und neu aufzubauen. Immerhin seien keine Altlasten gefunden worden.

Zu den Kosten habe sich der Gutachter nur „sehr vage“ geäußert. Nach ersten Einschätzungen könnte der Bau jedoch mindestens so teuer wie beim Kunstrasenprojekt in Berrenrath werden. Dort hatten schwierige Boden- und Entwässerungsverhältnisse die Kosten auf mehr als 1,4 Millionen Euro steigen lassen.

Beschlüsse fasste der Sportausschuss nicht. Der Kendenicher CDU-Ratsherr Thomas Klug sagte, zunächst müsse das schriftliche Gutachten abgewartet werden. Er setze sich aber seit Jahren für einen Kunstrasen in Kendenich ein. „Wir müssen jetzt sehen, wie wir das realisieren können, und nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen.“ Der SPD-Ratsherr Michael Kleofasz betonte: „Unsere Position ist klar: Kendenich braucht einen Kunstrasen – unabhängig vom Gutachten.“