Die Verwaltung will im September einen neuen Vorschlag vorlegen. Die bevorzugte Variante würde inzwischen über 1,1 Millionen Euro kosten.
Fachbüro rechnete nachNeue Wasserrutsche im Hürther Familienbad wird wohl deutlich teurer

Die Wasserrutsche am Familienbad De Bütt in Hürth soll ersetzt werden.
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Die geplante neue Wasserrutsche für das Familienbad De Bütt wird offenbar deutlich teurer als ursprünglich erwartet. Weil die zugrundeliegende Kostenkalkulation inzwischen sieben Jahre alt ist, hat die Stadtverwaltung noch einmal nachrechnen lassen. Demnach würde die Umsetzung der bislang bevorzugten Variante heute mehr als 1,1 Millionen Euro kosten. Die teuerste Ausführung käme sogar auf knapp 2,4 Millionen Euro – zuzüglich Rückbaukosten.
Zwar sind im aktuellen Haushaltsplan bereits 1,65 Millionen Euro für die Erneuerung der Rutsche eingeplant. Angesichts der angespannten Haushaltslage und der grundsätzlichen Bedeutung des Projekts will die Verwaltung die Diskussion jedoch neu führen. Das kündigte der Erste Beigeordnete Jens Menzel an, zu dessen Dezernat der Bäderbetrieb gehört. „Wir haben uns deshalb verwaltungsintern die Karten neu legen lassen“, sagte Menzel.
Hürther Familienbad: Über die Wasserrutsche wird neu diskutiert
Dass die in die Jahre gekommene Wasserrutsche über kurz oder lang ersetzt werden muss, ist schon lange bekannt. Nach Angaben der Verwaltung sind für die technisch veraltete Anlage inzwischen keine Ersatzteile mehr lieferbar.
Bereits im Dezember 2019 hatte der Bäderausschuss eine Grundsatzentscheidung über die Zukunft der Rutsche getroffen. Die Mehrheit sprach sich damals für eine Variante mit verändertem Streckenverlauf aus. Der Landebereich sollte dabei vom Außenbecken in ein neues Landebecken im Innenbereich verlegt werden. Durch die Nähe zum Startpunkt ließe sich die Aufsicht erleichtern. Vor allem aber sollten Energiekosten eingespart werden, weil im Winter keine warme Luft mehr über den Rutschenausgang ins Freie entweichen würde.

Der Erste Beigeordnete will dem Bäderausschuss im September einen neuen Beschlussvorschlag vorlegen.
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Die Kosten für diese Variante wurden seinerzeit auf rund 700.000 Euro geschätzt. Nach den aktuellen Berechnungen des Fachbüros sind es inzwischen über 400.000 Euro mehr.
Daneben wurden seinerzeit weitere Varianten diskutiert. Die günstigste sieht vor, die bestehende Rutsche mit ähnlichem Verlauf zu ersetzen. Dafür veranschlagt das Fachbüro inzwischen knapp 450.000 Euro. Die teuerste Variante würde heute sogar rund 2,4 Millionen Euro kosten. Vorgesehen wären dabei ein neuer Rutschenturm, eine auf 80 Meter verlängerte Rutschbahn sowie ein neues Landebecken im Innenbereich.
Hürth: Verwaltung will weitere Varianten prüfen
Umgesetzt wurde bislang jedoch keine der Varianten. Nach der Grundsatzentscheidung verzögerte die Corona-Pandemie das Vorhaben. Anschließend wurde die Erneuerung zurückgestellt, weil andere Investitionen im Familienbad Vorrang hatten, darunter die Einführung eines neuen Kassensystems. „Die Rutsche wurde immer wieder so weit repariert, dass sie gehalten hat“, sagte Menzel. „Bislang hat der Tüv grünes Licht gegeben. Aber sie wird nicht mehr ewig halten.“
Der Beigeordnete strebt nun eine Lösung an, die von einer möglichst breiten politischen Mehrheit getragen wird. Weil die aktualisierten Zahlen des Fachbüros erst kürzlich eingegangen seien, habe die Verwaltung sie noch nicht abschließend bewertet und könne deshalb derzeit keine Empfehlung für eine bestimmte Variante geben.
Die bloße Demontage ist keine Option
Im September soll sich der Bäderausschuss erneut mit dem Thema befassen. Dann will Menzel einen Beschlussvorschlag vorlegen. „Womöglich gibt es bis dahin weitere Varianten“, sagte er. Eines stehe für ihn aber bereits fest: „Die bloße Demontage ist keine Option.“ Die Wasserrutsche trage wesentlich zur Attraktivität des Familienbads bei. Die „Bütt“ diene neben dem Schul- und Vereinsschwimmen vor allem dem öffentlichen Badebetrieb, betonte Menzel. Im vergangenen Jahr zählte das Familienbad trotz mehrwöchiger Schließungen rund 281.000 Badegäste.
Unterdessen bleibt auch die Zukunft des stillgelegten Solebeckens im Außenbereich weiter ungeklärt. Seit inzwischen 15 Jahren beschäftigt der Streit um Baumängel das Landgericht Köln. Zuletzt hat die Stadt Schadenersatzklagen gegen mehrere an Planung und Bau beteiligte Firmen erhoben. Am 20. Mai fand nach Angaben von Menzel ein weiterer Ortstermin zur Beweiserhebung statt. Dabei wurden mittels Kernbohrungen Betonproben aus dem Becken entnommen. Wann mit einem Urteil zu rechnen sei, könne derzeit niemand sagen.
