Der TuS Zülpich und der SV Bessenich fahren am Samstag fürs Pokalendspiel-Derby nach Ripsdorf. Das Duell der Storb-Brüder an der Seitenlinie fällt aus.
Fußball-Pokal-VorschauDer Tag der Entscheidungen steht in Ripsdorf bevor

Aus dem Team des TuS Zülpich nicht mehr wegzudenken: Allrounder Devin Nickisch (r.).
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Es ist nichts anderes als der Tag der Entscheidungen. Und für jeden Fußballfan aus dem Kreis Euskirchen ein echter Höhepunkt zum Saisonfinale – und das alles auf einem Sportplatz. Nämlich am Samstag auf dem Kunstrasen in Ripsdorf. Um 14 Uhr wird das Entscheidungsspiel zwischen der SG Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich und der SG Hellenthal angepfiffen. Der Sieger spielt in der kommenden Saison in der Kreisliga A. Um 17 Uhr steht dann das Pokalfinale zwischen dem TuS Zülpich und dem SV Bessenich auf dem Programm.
Der Favorit: Zülpich will im Finale nichts dem Zufall überlassen
Der TuS Zülpich geht mit großem Selbstvertrauen, aber auch mit dem nötigen Respekt in das Pokalfinale. Trainer David Sasse blickt dabei auf eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison zurück. Für ihn hätte sich der Meistertitel für den Konkurrenten FC Hürth verdient angefühlt. Doch wenn es eine Mannschaft gegeben habe, die den Spitzenreiter ebenso verdient vom Landesligathron gestoßen hat, dann sei dies der TuS Zülpich gewesen.
Mit der besten Offensive der Liga habe seine Mannschaft ihren offensiven Spielstil auch nach dem Aufstieg konsequent beibehalten. „Heavy-Metal-Fußball“ nennt der Trainer die Ausrichtung seines Teams. Zwar seien Anpassungen an das höhere Niveau notwendig gewesen, grundsätzlich wolle man aber weiterhin mutig und offensiv auftreten – auch mit dem Wissen, dass es in höheren Spielklassen gelegentlich Rückschläge geben könne.
Vor dem Pokalfinale wird in Zülpich jedoch nichts dem Zufall überlassen. Die Mannschaft trainiert in der Woche vor dem Endspiel ganz normal weiter und möchte die Saison mit einem weiteren Titel krönen. „Ein Finale ist da, um gewonnen zu werden“, betont Sasse.
Ein Finale ist da, um gewonnen zu werden.
Der TuS geht als Favorit in die Begegnung, nimmt diese Rolle nach Aussage des Trainers jedoch mit Demut an. Unterschätzt werde der Gegner keinesfalls. Sasse hat sich den Finalgegner bereits mehrfach angesehen und erwartet eine tief stehende, kompakte Mannschaft, die vor allem über Umschaltsituationen gefährlich werden will.
Personell kann der TuS nahezu aus dem Vollen schöpfen. Mit einem 26-köpfigen Kader reist die Mannschaft an, Ausfälle gibt es aktuell keine. Die endgültige Startelf werde sich erst nach den Trainingseindrücken der Woche ergeben. Große Überraschungen seien jedoch nicht zu erwarten.
Die Saisonziele seien bereits erreicht worden. Mit der Qualifikation für den Mittelrheinpokal habe die Mannschaft einen wichtigen Meilenstein gesetzt. Dennoch soll das Finale mit maximaler Konzentration, Leidenschaft und Fokus angegangen werden. „Wir wollen den Pott holen“, stellt Übungsleiter Sasse klar.
Der Herausforderer: Bessenich reist mit Personalproblemen in die Eifel
„Personell können wir leider nicht aus dem Vollen schöpfen“, sagt Can Celik, Trainer des SV Bessenich. Der Bezirksligist geht gegen den Mittelrheinliga-Aufsteiger aus Zülpich als Außenseiter ins Spiel. Zwar stand beispielsweise Moritz Hartmann zuletzt wieder im Spielberichtsbogen, ein Einsatz kommt aber wahrscheinlich zu früh. „Darüber hinaus fehlen uns mit Siggi Kunst, Niklas Miszkiewicz und Valentin Ivanov drei weitere Stammkräfte“, so Celik. Damit muss der Bezirksligisten gefühlt auf die Stamm-Defensive verzichten.
Trotzdem sei die Vorfreude auf das Finale riesig. „Zum Saisonabschluss noch einmal ein solches Highlight erleben zu dürfen und dann auch noch ein Derby zu spielen, das es in dieser Form seit zwei Jahren nicht mehr gegeben hat, macht die Sache natürlich besonders“, so der SV-Coach: „Ich glaube, beide Mannschaften sind extrem heiß auf dieses Spiel und wollen noch einmal alles raushauen.“
Ein Pokalfinale ist etwas Besonderes und bietet die Chance, unabhängig vom bisherigen Saisonverlauf noch einmal ein Ausrufezeichen zu setzen.
Für ihn persönlich sei es ebenfalls ein besonderes Spiel, da er eine Zülpicher Vergangenheit habe, so Celik im Gespräch mit dieser Zeitung. Er freue sich darauf, viele alte Bekannte wiederzusehen und in diesem Rahmen aufeinanderzutreffen.

Wird wohl fehlen: Moritz Hartmann.
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Freut sich aufs Spiel und bekannte Gesichter: SV-Coach Can Celik.
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Mit dem TuS erwartet sein Team „ein absolutes Kaliber“. Celik: „Sie haben eine überragende Saison gespielt, die Liga völlig verdient gewonnen und befinden sich aktuell in einer sehr starken Form. Deshalb ist die Favoritenrolle für uns ganz klar verteilt.“ Sein Team habe eine Rückrunde gespielt, die man sich anders vorgestellt habe. „Das ist natürlich auch mental eine Herausforderung. Dennoch spüren wir in der Mannschaft eine große Vorfreude auf dieses Spiel. Ein Pokalfinale ist etwas Besonderes und bietet die Chance, unabhängig vom bisherigen Saisonverlauf noch einmal ein Ausrufezeichen zu setzen“, so der SV-Coach.
Das Ziel sei es, alles in die Waagschale zu werfen und das Spiel so lange wie möglich offen zu gestalten. „Wir wollen den Zuschauern ein spannendes Finale bieten und zeigen, dass wir uns trotz der schwierigen Situation nicht kampflos geschlagen geben“, sagt der Bessenicher Trainer.
Der Schiedsrichter: Jörg Piana freut sich auf das Pokalfinale
Für Schiedsrichter Jörg Piana ist die Leitung des Pokalfinales etwas ganz Besonderes. Entsprechend groß sind die Vorfreude und die Wertschätzung für die Ansetzung. „Ein Pokalfinale zu pfeifen, ist eine Auszeichnung und eine Ehre“, sagt Piana. Dass ihm dieses Spiel anvertraut wurde, empfindet er als Anerkennung seiner Leistungen.
Mit dem Endspiel steigt allerdings auch die Anspannung. Im Vergleich zu einem regulären Ligaspiel werden deutlich mehr Zuschauer erwartet, zudem verleiht allein der Finalcharakter der Begegnung eine besondere Atmosphäre. „Eine gewisse positive Nervosität ist schon da“, erklärt der Schiedsrichter. Dennoch unterscheide sich die fachliche Vorbereitung nicht grundlegend von anderen Spielen.
Ein Pokalfinale zu pfeifen, ist eine Auszeichnung und eine Ehre.
Eine Besonderheit besteht allerdings in der Organisation des Schiedsrichterteams. Neben den beiden Assistenten wird auch ein vierter Offizieller eingesetzt. Dafür muss unter anderem die technische Ausstattung erweitert werden, da das Gespann mit Funkfahnen und Headsets arbeitet. „Wir müssen den vierten Offiziellen mit einbinden und dafür ein weiteres Funkset organisieren“, erläutert Piana.

Leitet das Finale: Jörg Piana.
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Unterstützt wird er von Julius Paul und Tim Kreuser an der Seitenlinie. Noah Schmuck agiert als Vierter Offizieller. Besonders wichtig ist für Piana, dass sich die Mitglieder des Schiedsrichterteams bereits lange kennen und regelmäßig gemeinsam Spiele leiten. „Wir sind aufeinander eingespielt“, sagt er. Das erleichtere die Zusammenarbeit auf dem Platz erheblich.
Das Brüder-Duell an der Seitenlinie ist gestrichen
Das Co-Trainer-Brüderduell zwischen Stefan und Andreas Storb fällt aus. Andreas Storb, der zum Saisonende als Co-Trainer des TuS Zülpich aufhören wird, wird aus privaten Gründen nicht dabei sein. Sein Bruder, bisher Co-Trainer beim SV Bessenich, hat diesen Posten bereits vor einigen Wochen freigemacht.
Bessenich ohne Pokalsieg: Fünfte Endspielteilname in sechs Saisons
Der SV Bessenich und der Pokal: Einerseits ist das eine Erfolgsgeschichte, andererseits ein großes Drama. Gewonnen hat der SVB das Endspiel nämlich noch nie, die Chancen waren aber bereits oft gegeben. Im vergangenen Jahr unterlag man als Favorit der SG Flamersheim/Kirchheim, in der Saison 22/23 dem SC Germania Erftstadt-Lechenich, 21/22 dem TuS Zülpich und 20/21 erneut Erftstadt.
Der Weg ins Finale: Zülpich zweimal mit zweistelligen Ergebnissen
Zülpich besiegte in der zweiten Runde (Freilos zum Auftakt) den B-Ligisten SpVg Nöthen-Pesch-Harzheim mit 4:2. In Runde drei gewann das Team von David Sasse beim SSC Firmenich mit 12:0, dann bei der SG Billig/Veytal mit 13:1 und im Halbfinale war Frauenberg beim 3:0 ebenfalls keine große Hürde.
Bessenich gewann in der ersten Runde in Schöneseiffen mit 4:1, in der zweiten siegte der SV in Erftstadt mit 4:0. Dann räumte der SVB den SV Nierfeld mit 5:1 aus dem Weg, bevor der FC DoRi mit 6:3 und die TuS Mechernich mit 3:0 im Halbfinale besiegt wurde.
Die besondere Unterstützung: Zülpich drückt Sascha Hillger die Daumen
Bereits vor dem Finale wird die Mannschaft des TuS Zülpich früher anreisen und sich das zuvor stattfindende Aufstiegsspiel ansehen. Dabei drückt TuS-Coach Sasse insbesondere seinem langjährigen Freund Sascha Hillger die Daumen, der seit dieser Saison Coach bei der SG Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich ist. Der Trainer freut sich über Hillgers Erfolg mit seiner Mannschaft und verfolgt dessen Weg mit großer Anerkennung. „Es freut mich einfach extrem für ihn“, sagt Zülpichs Trainer Sasse.
