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JubiläumSteter Einsatz für die Schöpfung

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Pfarrer Georg Neuhöfer, hier mit einem Modell der Buirer Pfarrkirche St. Michael, feiert sein goldenes Priesterjubiläum.

Kerpen-Buir – Er unterstützt palästinensische Waisenkinder und ein Altenheim für Pensionäre. Mit anderen Gläubigen sammelt er ebenfalls Geld für eine Missionsschule in Namibia. Zwölf Jahre lang unterstützte er eine Sozialstation im russischen Königsberg mit Sattelschleppern voller Hilfsgüter. Das sind nur einige Stationen aus dem Leben eines Mannes, den viele Menschen in Kerpen kennen – und bald feiern werden: Pfarrer Georg Neuhöfer. Er feiert am Sonntag, 2. Februar, sein goldenes Priesterjubiläum und schaut im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf ein abwechslungsreiches Leben zurück.

Als Schüler habe ihn sein damaliger Pastor Professor Adolph Kalbach sehr beeindruckt, erzählt Neuhöfer: „Er war sehr klug und sehr fromm – ein Mensch, ähnlich wie Papst Benedikt.“ Nach dem Abitur in Porz studierte der gebürtige Köln-Wahner von 1958 bis zu seiner Weihe Ende Januar 1964 in Bonn, Freiburg und Köln. Als Kaplan war Neuhöfer in Lechenich und Düsseldorf tätig, als Pfarrer waren seine Stationen Euskirchen-Kirchheim, Engelskirchen und dann Buir. Lange war er für die heute 5500 Gläubigen in Buir, Blatzheim und Manheim Ansprechpartner und Seelsorger.

Seit drei Jahren Subsidiar in Kerpen

Seit drei Jahren ist Neuhöfer als Subsidiar auch in Kerpen, Mödrath, Türnich, Brüggen und Balkhausen unterwegs, um Messen zu lesen oder einzelne der insgesamt 18 000 Gläubigen dieses vergrößerten Zuständigkeitsbereiches zu besuchen.

„Ich bin gern unter Menschen“, nennt Neuhöfer eine seiner großen Motivationen für den Priesterberuf. Als Kaplan organisierte er jährlich Fahrten für Messdiener und Jugendgruppen, engagiert sich bei den deutsch-französischen Jugendbegegnungen. „Tolle Erlebnisse“ seien das gewesen. Als Pfarrer dann leitete er Bildungsreisen, die ihn und die Gemeindeangehörigen ins Heilige Land, nach Andalusien, in die Türkei, nach Ostpreußen, Litauen, die Normandie oder auch in die Bretagne führten.

Auch mit heute 76 Jahren freut Neuhöfer sich, wenn er im Kreise der Gemeinde sein darf. Plötzlich ruft mitten im Gespräch ein älterer Herr an. „Er wollte beichten“, berichtet Neuhöfer. Kommt das auch bei jungen Menschen vor? „Nein, die beichten nicht mehr oft.“

Engagierter Mann

Nicht nur in seinen Hilfsprojekten, auch vor Ort ist Neuhöfer ein engagierter Mann. „Die Bewahrung der Schöpfung“ sei immer auch ein großes Anliegen gewesen, sagt er. Stolz ist er darauf, dass in Buir schon vor etwa 15 Jahren die ersten Fotovoltaikanlagen auf den Dächern von Kindergarten, Pfarrhaus und Pfarrheim installiert wurden. Damals sei seine Gemeinde damit Vorreiterin in der katholischen Kirche gewesen. Auch, dass Kirchenland für den Bau von Windrädern zu Verfügung gestellt worden sei, habe er befürwortet.

Die Schöpfung zu bewahren haben Neuhöfer und seine Mitstreiter aber auch ganz konkret als Auftrag verstanden. „Wir haben über 5000 Bäume und Sträucher gepflanzt und dazu Nisthilfen für bedrohte Vogelarten wie Steinkäuze, Schleiereulen und Eisvögel aufgestellt“, sagt Neuhöfer, der auch Mitglied bei der Bürgerinitiative gegen die Verlegung der A 4 und bei „Buirer für Buir“ ist. Tagebaugegner sei er deshalb nicht: „Ich sehe den Tagebau mehr als notwendiges Übel und wünsche mir, dass nur so wenig Kohle wie möglich verbrannt werden muss.“

In seiner Pfarrei setzte er sich mit anderen seit den 90er-Jahren für Aussiedler und Asylbewerber ein. „Viele Menschen, besonders aus Kasachstan, sind in der Region geblieben, und ich habe noch heute Kontakt zu ihnen.“ Ein gutes Verhältnis unterhielt Neuhöfer auch stets zu den evangelischen Gläubigen. Regelmäßig gab es ökumenische Gottesdienste und gegenseitige Besuche bei Pfarrfesten.

Diese intensive Arbeit in der Gemeinde trägt bis heute Früchte. Durch die engagierte Arbeit im Buirer Jugendzentrum gebe es im Ort ein starkes Verbundenheitsgefühl. Und auch die Begeisterung der Jugend für die katholische Kirche sei ungebrochen: „Sonntags sind sechs Messdiener eingeteilt, aber es kommen oft zwölf oder 15 und gehen mit an den Altar, plus Lektoren und Kommunionhelfer. Unser Einzug ist oft so lang, dass ich noch draußen vor der Kirche stehe, während die ersten schon den Altar erreicht haben.“