Abo

Pulheimer SeeBetreten verboten - dennoch ist an dem Gewässer in Pulheim ist viel los

2 min
Ein Hinweisschild weist darauf hin, dass es verboten ist, Ufer und Böschung zu betreten.

An mehreren Stellen am Pulheimer See weisen Schilder auf das Badeverbot hin.

Dass es verboten ist, die Böschung und den Uferbereich zu betreten oder gar im Pulheimer See zu schwimmen, ignorieren die Badegäste bewusst.

Die Stimmung ist offenbar gut am Pulheimer See. Musik und Stimmengewirr sind zu hören. Am Zaun oberhalb des Gewässers sind Fahrräder befestigt. Eigentlich soll der Zaun verhindern, dass ungebetene Gäste das Areal betreten. Doch ein Element wurde zur Seite geräumt, ein weiteres ins Gebüsch gelegt, so dass der Weg zum Ufer frei ist.

Auf dem nahe gelegenen Parkplatz ist ab dem Mittag viel los. Aus Köln, Düren, Düsseldorf, vorwiegend aber aus Rhein-Erft, machen sich Erwachsene, teils mit Kindern, auf den Weg. Viele sind mit Sonnenschirm und Luftmatratze gut ausgerüstet für einen Abstecher an den „Strand“. Jugendliche rollen mit E-Scootern heran, sie begnügen sich mit kleinem Gepäck.

Pulheim: Wassertemperaturen sind extrem unterschiedlich

Dass es verboten ist, die Böschung und den Uferbereich zu betreten oder gar im Pulheimer See zu schwimmen, ignorieren die Badegäste bewusst – trotz Verbotsschildern. Ein Düsseldorfer, bepackt mit einem Schwimmring für Erwachsene, sagt es deutlich: „Das interessiert mich nicht.“

Dabei kann es lebensgefährlich sein, im See zu schwimmen. Er ist bis zu 30 Meter tief, die Ufer fallen steil ab und die Wassertemperaturen sind extrem unterschiedlich. Um zu kontrollieren, ob gegen das Betretungsverbot verstoßen werde, ist der Außendienst des Ordnungsamtes regelmäßig vor Ort – häufig gemeinsam mit der Polizei, so Stadtsprecherin Ruth Henn auf Anfrage.

„Bei Zuwiderhandlungen werden Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch gestellt.“ So auch am Freitag (26. Juni). Die Schäden an den Zäunen machen den Mitarbeitenden des Bauhofs viel Arbeit. Wenn es heiß ist, müssten sie mindestens zweimal in der Woche repariert werden. Selbst bei weniger gutem Wetter müsse der Bauhof in der Regel einmal in der Woche anrücken, so Henn.

Bleibt die Frage nach der Haftung. Dazu Ruth Henn: „Wer trotz eines ausgesprochenen Badeverbots ins Wasser geht und verunglückt, handelt grundsätzlich auf eigene Gefahr.“ In naher Zukunft soll das Gewässer zum Badesee werden. Mit dem Aufstellungsbeschluss hat die Politik im Juli 2025 grünes Licht für das dafür notwendige Bebauungsplanverfahren gegeben.