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U19 zu Gast in LiverpoolFangesänge aus Brauweiler für Flo Wirtz in Liverpool

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Die U19 von GW Brauweiler wurde von Fußball-Star Florian Wirtz nach Liverpool eingeladen, um das letzte Saisonspiel des Offensivspielers im Stadion an der Anfield Road zu verfolgen.

Die U19 von GW Brauweiler wurde von Fußball-Star Florian Wirtz nach Liverpool eingeladen, um das letzte Saisonspiel des Offensivspielers im Stadion an der Anfield Road zu verfolgen.

Vom Abteisportpark zog es die Mannschaft ins 735 Kilometer entfernte Liverpool. Es war das letzte Heimspiel des Nationalspielers aus Pulheim.

An einem Sonntag steht die U19 von Grün-Weiß Brauweiler normalerweise selbst auf dem Fußballplatz. Doch nach dem Saisonende in der Sonderstaffel ging es über Pfingsten auf eine ganz besondere Reise. Vom heimischen Abteisportpark zog es die Mannschaft ins 735 km entfernte Liverpool, dem neuen sportlichen Zuhause ihres ehemaligen Vereinskollegen Florian Wirtz.

„Zum Abschluss der Jugendfußballsaison wollten mein Trainerkollege Rene Zander und ich noch einmal was Besonderes mit den Jungs machen“, erzählte Trainer Manfred Struppek. Und so sammelte sich die Mannschaft am frühen Samstagmorgen mit Taschen, Vereinsklamotten und jeder Menge Vorfreude am Flughafen Köln/Bonn.

Vor allem die Nähe zum Spielfeld beeindruckte die Spieler

Um 8 Uhr Ortszeit betrat man in Manchester englischen Boden. Von da aus ging es weiter mit dem Zug nach Liverpool. Schon am ersten Tag tauchten die Abteistädter tief in die Fußballkultur der Stadt ein. Bei der Stadionführung durch Anfield, der Heimspielstätte des FC Liverpool, wurden die Trophäen, der Spielertunnel und die legendäre Tribüne „The Kop“ zu den beliebtesten Fotomotiven.

Vor allem die Nähe zum Spielfeld beeindruckte die Spieler. „Der Rasen ist hier wirklich auf Top-Niveau“, sagte Brauweilers Mittelfeldspieler Parsa Jahn. „Aber bei uns spielen natürlich die besseren Spieler“, schob Teamkamerad Max Schmidt grinsend hinterher.

Das Gemälde des verstorbenen Liverpoolers Diogo Jota beeindruckte die Pulheimer.

Das Gemälde des verstorbenen Liverpoolers Diogo Jota beeindruckte die Pulheimer.

Natürlich durfte auch typisch englisches Essen nicht fehlen – mit gemischten Reaktionen auf Fish& Chips oder Bohnen zum Frühstück. Trotzdem genoss die Mannschaft die gemeinsame Zeit in der Stadt. Abends waren auf den Straßen Liverpools dann auch vereinzelt „GWB“-Sprechchöre zu vernehmen. Die Liverpooler bekamen entsprechend zu spüren, wie groß der Teamspirit des Teams ist.

„Das sind echt lustige Jungs in unserem Team. Mit denen so etwas zu machen, ist super. Das erlebt man nicht jedes Jahr“, erzählte GWB-Spieler Nikolas Schab. Schließlich war es ebenso die letzte Reise in dieser Konstellation, bevor für zahlreiche Spieler nun der Schritt in den Herrenbereich ansteht. Viele der 17- bis 19-Jährigen spielen bereits seit Jahren zusammen, haben Siege gefeiert, Niederlagen verarbeitet und gemeinsam unzählige Stunden auf dem Platz gestanden. Doch Trainer Manfred Struppek, der einen Großteil der Mannschaft über vier Jahre hinweg betreute, wollte die gemeinsame Zeit mit einem ganz besonderen Highlight krönen: „Es ist schwer die Jungs loszulassen, aber so eine Fahrt ist eine Erinnerung fürs Leben.“

Sie erlebten ihren ehemaligen Vereinskollegen auf einer der größten Fußballbühnen der Welt

Dank der Hilfe des Vereinsvorsitzenden Hans Wirtz ergab sich die Möglichkeit, Tickets für die Fußballer zu organisieren. Und so ging es am Sonntag erneut an die Anfield Road – nur diesmal am letzten Spieltag der diesjährigen Premier League-Saison. Dort wurden sie von Hans Wirtz freudig empfangen: „Es ist total schön bekannte Gesichter zu sehen, die ich sonst nur auf dem Sportplatz in Brauweiler sehe.“

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die besondere Atmosphäre, die die Anfield Road umgibt, für jeden im Team zu spüren. In den Straßen Liverpools mischten sich Gesänge aus Pubs mit dem Trubel der Fußballfans. Wandgemälde von aktiven Spielern und Legenden des FC Liverpool schmückten die Häuserfassaden und Menschenmassen strömten zum Stadion. „Da hat es schon etwas gekribbelt“, gab Jonas Küttler lächelnd zu.

Manche der Jungs hatten sich sogar dem Umfeld angepasst und das grün-weiße Brauweiler-Trikot gegen ein rotes Liverpool-Jersey getauscht – selbstverständlich mit der Nummer 7, der Rückennummer von Florian Wirtz. Der ehemalige Spieler von Grün-Weiß Brauweiler stand gegen den FC Brentford ganz besonders im Mittelpunkt.

Für die Jungs war es ein außergewöhnlicher Moment, ihren ehemaligen Vereinskollegen auf einer der größten Fußballbühnen der Welt zu erleben. „Vor ein paar Jahren hat er noch bei uns auf dem Platz gekickt, jetzt spielt er hier vor Tausenden von Leuten“, staunte etwa Fabian Gerhards. Tim Broich ergänzte: „Es war eine tolle Erfahrung, das mal gesehen zu haben.“

Besonders bei der Einwechslung von Wirtz in der 73. Minute wurde es dann richtig laut im „grün-weißen“ Fanblock. Mit jeder Aktion des Nationalspielers stieg die Begeisterung auf den Rängen. Kurz vor Schluss hatte Wirtz sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, verpasste den möglichen 2:1-Treffer zum Sieg jedoch knapp.

Nach dem Spiel ließ die Mannschaft den Abend ausklingen

Am Ende blieb es beim 1:1-Unentschieden gegen den FC Brentford – der Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch. Allen voran Niklas Weschenbach war begeistert: „Das Spieltempo hier ist im Vergleich zu Deutschland deutlich schneller und intensiver.“ Als Florian Wirtz nach Abpfiff dann noch mit einem kleinen Wink Richtung Brauweiler-Gruppe reagierte, war der Moment für viele endgültig perfekt.

Nach dem Spiel ließ die Mannschaft den Abend ausklingen. Bei einem gemeinsamen Essen wurde noch lange über den Stimmungsvergleich bei Besuchen des 1. FC Köln und besondere Momente gesprochen, sowie gemeinsam gefeiert. Am nächsten Tag ging es schließlich wieder zurück nach Manchester und von dort aus mit dem Flugzeug über Köln bis nach Brauweiler – wo sich die Jungs trotz aller Begeisterung für Liverpool wahrscheinlich doch am ehesten zu Hause fühlen dürften.