Zudem bleibe die Abwärme des Rechenzentrums „offenbar in weiten Teilen ungenutzt“, obwohl das Energieeffizienzgesetz die Nutzung vorschreibe.
MicrosoftBUND kritisiert Diesel-Notstromversorgung in Rechenzentren im Rhein-Erft-Kreis

Microsoft will mehrere Rechenzentren im Rheinischen Revier bauen (Symbolfoto).
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Der BUND Nordrhein-Westfalen, der Nabu und die LNU fordern die Bezirksregierung Köln auf, die Genehmigung für die Notstromversorgung des ersten KI-Rechenzentrums in Bergheim und an weiteren Standorten im Rheinischen Revier in der beantragten Form zu versagen. Stattdessen soll Microsoft ein Konzept für eine fossilfreie Notstromversorgung vorlegen. Das teilt der BUND NRW mit.
So stehe die Notstromversorgung des ersten KI-Rechenzentrums in Bergheim „im offenen Widerspruch zum gesetzlichen Ziel der Klimaneutralität bis 2045 und zu den selbst gesteckten Nachhaltigkeitszielen des Konzerns“. Denn, so schreibt der BUND: „Abgesichert werden soll das Rechenzentrum durch 36 Diesel-Notstromaggregate mit rund 300 Megawatt Feuerungswärmeleistung. Allein für dieses eine Rechenzentrum beziffert der Antrag die zusätzlichen jährlichen CO₂-Emissionen des Notstrombetriebs auf rund 40.000 Tonnen bei einem Betrieb von 400 Stunden pro Jahr.“
Gleichzeitig habe Microsoft an anderen Standorten statt Dieselgeneratoren Batteriespeicher und netzinteraktive Systeme eingesetzt. Dario Deilmann, BUND-NRW-Klimaschutzreferent, sagt dazu: „2028 eine neue fossile Notstromversorgung zu errichten, während anderswo Batteriespeicher längst funktionieren, ist ein klimaschutzpolitisches Armutszeugnis.“
Rhein-Erft-Kreis: Offene Fragen zur Abwärme
Zudem bleibe die Abwärme des Rechenzentrums „offenbar in weiten Teilen ungenutzt“, obwohl das Energieeffizienzgesetz die Nutzung inzwischen verbindlich vorschreibe. Bisher liege der Öffentlichkeit kein entsprechendes Konzept vor. Schon zuvor hatte der BUND laut eigenen Angaben gewarnt: „Jedes der Groß-Rechenzentren versiegelt eine Fläche so groß wie circa 29 Fußballfelder, überwiegend auf hochwertigem Ackerland.“
Eine entsprechende Petition, die dem Einhalt gebieten soll, hätten mittlerweile 79.000 Menschen unterzeichnet. Zwar sieht der BUND eigenen Angaben zufolge die Ansiedlung zukunftsträchtiger Unternehmen grundsätzlich positiv. Wenn dadurch fruchtbare Böden verloren gingen, bedeute dies jedoch die Zerstörung von guten landwirtschaftlichen Nutzflächen.
Antje Grothus, Grünen-Landtagsabgeordnete, sagt: „Für einen langfristig erfolgreichen Strukturwandel braucht es beides: wirtschaftliche Attraktivität und sozial-ökologische Nachhaltigkeit.“ Sie ergänzt: „Ich sehe mit Sorge, dass die Flächensicherung für den dringend notwendigen Ökosystemverbund im Rheinischen Revier nicht im gleichen Maße wie die Ausweisung von Gewerbegebieten in die Umsetzung kommt.“
Grothus betont: „Zudem gilt es, die Rechenzentren nicht nur vollständig mit erneuerbaren Energien zu betreiben, sondern sie auch flächensparsam zu errichten, möglichst ressourcenschonend produzierte Komponenten einzusetzen und wertvolle Ressourcen wie Wasser sowie die entstehende Abwärme konsequent zu nutzen.“
