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ExtremsportSimon Gronau liegt nach 67 Tagen auf Hyrox-Weltrekordkurs im Rhein-Erft-Kreis

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Ein Sportler beim Krafttraining.

Simon Gronau beim Training.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und den Körper für den 26-Jährigen, der immer wieder mit kleinen und größeren „Wehwehchen“ kämpft.

Der Körper ist längst am Limit, sendet Warnsignale, die Knochen schmerzen und jeder Morgen ist ein weiterer Nerventest – und trotzdem läuft der Kopf weiter. Simon Gronau, All-Round Athlet und Fitness-Influencer, ist seit rund zwei Monaten auf Weltrekordjagd im Rhein-Eft-Kreis. Sein Ziel: 100 Hyrox in 100 Tagen. Hyrox sind fordernde Zirkeltrainings, die Ausdauer und Kraft kombinieren.

Rhein-Erft: Der Körper ist krass müde

Austragungsort der Wettkämpfe ist eine Mehrzweckhalle im Rhein-Erft-Kreis, deren Standort aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden soll. Mittlerweile ist Gronau bei Tag 67 angelangt, verbringt also seit knapp zwei Monaten jeden Abend in der Halle. Während andere längst aufgegeben hätten, kämpft sich der 26-Jährige, der auf Instagram 247.000 Follower hat, durch Belastung, Zweifel und Verletzungen.

„Mittlerweile ist der Körper schon sehr krass ermüdet“, betont Gronau. „Es gab bis jetzt immer irgendwo kleine Wehwehchen.“ Vor einigen Wochen, an Tag 38, waren die Schmerzen jedoch so groß, dass Gronau einen MRT-Termin wahrnahm. Die bittere Diagnose: Ein kleiner Haarriss im Fuß. Doch auch die Wade machte Probleme. Wenig später wurde dort ein Knochenmarködem, eine Flüssigkeitsansammlung im Inneren des Knochens, festgestellt.

Der Extremsportler beim Training in einer Halle.

Simon Gronau trainiert Kraft und Ausdauer.

Bei weiterer Belastung könnte dies im schlimmsten Fall zu einem Bruch führen. Zu dem Zeitpunkt konfrontierte Gronaus Team ihn erstmals mit einem möglichen Abbruch. „Ich habe das am Anfang weggelächelt, aber dann gecheckt, dass ich einen Gang zurückschalten muss“, beschreibt er rückblickend. Statt um hohes Tempo geht es mittlerweile nur darum, überhaupt weiterzumachen.

Aus diesem Grund bestimmt die Regeneration seinen Alltag. Viel Schlaf, große Mengen Essen, mehrere Physioeinheiten pro Woche, Eisbad und Stoßwellentherapie gehören mittlerweile zur festen Routine. Gerade die Stoßwellentherapie ist schmerzhaft. „Das ist wie beim Zahnarzt, wenn mit einem Hammer auf einen offenen Zahnnerv geschlagen wird.“ 

Ich hätte langfristiger denken müssen und langsamer anfangen können
Simon Gronau, Extremsportler

Seine Motivation sei aber ungebrochen, so der Sportler. Gleichwohl reflektiert er offen, dass manche Verletzungen möglichweise vermeidbar gewesen wären. „Ich hätte langfristiger denken müssen und langsamer anfangen können“, sagt er selbstkritisch. Der Wunsch die eigenen Grenzen zu verschieben sei groß.

„Ich will es mir selbst einfach beweisen.“ Dazu denke er auch an sein Publikum im Netz: „Ich will möglichst viele Menschen mitreißen, an sich zu arbeiten und ihre Ziele zu erreichen.“ Während seiner Weltrekordjagd erfahre er große Unterstützung durch Familie, Freunde und sein Publikum, das ihn per Stream begleitet. „Der Support stärkt mir den Rücken“, so der 26-Jährige.

Besonders die vielen Nachrichten seiner Follower motivierten ihn, auch an schwierigen Tagen weiterzumachen. Immer wieder besuchen trotz der großen Vertraulichkeit Gäste die Halle, um Gronau vor Ort anzufeuern. Zu den prominenten Unterstützern gehörte unter anderem der ehemalige Fußball-Weltmeister von 2014, André Schürrle. Solche Begegnungen sorgten für zusätzliche Motivation und zeigten, welche Aufmerksamkeit das Projekt mittlerweile auf sich ziehe.

Privat motiviere ihn die Vorfreude auf eine Hochzeit von Freunden und den Geburtstag seiner Nichte in seiner Heimat Bayern. Diese Ereignisse nach dem Rekordversuch dienten dem 26-Jährigen als Ansporn. Noch ist der Rekord aber nicht erreicht. Die verbleibenden Tage seien die größte Herausforderung seiner bisherigen Karriere, berichtet der 26-Jährige. Ans Aufgeben denkt Gronau trotz Schmerzen nicht. „Ich gebe mehr denn je alles dafür, dass es weitergeht“, betont er.


HYROX-Rennen

Ein einziges HYROX-Rennen gilt unter Fitnesssportlern als echter Härtetest, der Ausdauer und Kraft kombiniert. Ein Wettkampf besteht aus acht Kilometern Laufstrecke, unterbrochen von acht kräftezehrenden Workouts – von Schlittenziehen bis Burp