Die Zahl der verbeamteten Lehrkräfte im Rhein-Erft-Kreis ist nach Gewerkschaftsangaben sehr hoch. Für sie gilt: Sie dürfen nicht streiken.
WarnstreikGEW erwartet kaum Unterrichtsaussfall in Rhein-Erft

Ein Ballon der GEW bei einer Demonstration. (Symbolfoto)
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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft für Donnerstag, 29. Januar, zu einem Warnstreik auf. Ab 10 Uhr versammeln sich die Tarifbeschäftigten aller Schulformen am DGB-Haus auf dem Hans-Böckler-Platz 1 in Köln. Um 11 Uhr machen sich die Teilnehmenden des Warnstreiks auf den Weg zum Heumarkt. Ab 12 Uhr ist dort eine Kundgebung unter anderem mit Ayla Celik, Vorsitzende der GEW NRW und Anja Bensinger-Stolze, Mitglied im Hauptvorstand der GEW geplant.
Die GEW rechnet nicht damit, dass es aufgrund des Warnstreiks in den Schulen des Rhein-Erft-Kreises zu größeren Ausfällen kommt. „Die Verbeamtung ist in allen Schulformen im Rhein-Erft-Kreis recht groß“, verbeamtete Lehrkräfte dürften nicht streiken, so Alexander Blumberg. Er gehört dem erweiterten Vorstand der GEW Rhein-Erft an und ist Vorsitzender der GEW-Fachgruppe Grundschule im Rhein-Erft-Kreis.
Rhein-Erft/Köln: GEW fordert neuen Tarifvertrag
Die GEW fordert sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber ein Plus von 300 Euro monatlich, für Auszubildende und Praktikantinnen sowie Praktikantinnen und Praktikanten werden 200 Euro monatlich gefordert. Auch für studentische Beschäftigte soll es einen Tarifvertrag geben. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen.
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Die GEW kritisiert, dass der Bildungsbereich in Deutschland seit Jahren regelrecht kaputtgespart werde. Es herrsche Lehrkräfte- und Erzieherinnenmangel, dazu ein Sanierungsstau bei den Gebäuden. Es fehlt technische Unterstützung, beispielsweise bei der vom Land geforderten Digitalisierung. „Die verbleibenden Beschäftigten tragen die ganze Last und sorgen dafür, dass der Laden läuft“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Viele Beschäftigte würden zudem grundsätzlich nicht angemessen bezahlt, wie etwa die Sozialpädagogischen Fachkräfte oder studentisch Beschäftigte. „Mit Blick auf weiterhin hohe Lebenshaltungskosten und die Inflation, aber auch mit Verständnis für die öffentlichen Haushalte hat die GEW schon sehr maßvolle Forderungen aufgestellt. Es ist ein Unding, dass die Arbeitgeber nicht bereit sind, überhaupt ein konkretes Angebot vorzulegen. Daher finden nun Warnstreiks statt.“
In der aktuellen Tarifrunde verhandeln die Gewerkschaften mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über die Bezahlung von rund 2,6 Millionen Beschäftigten der Länder bundesweit. Etwa die Hälfte der Beschäftigten arbeitet im Bildungsbereich – an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas etwas in Berlin. Darunter 245.000 angestellte und 684.000 verbeamtete Lehrkräfte.

