Tankschiffe können aufgrund der geringen Fahrrinnentiefe nur eingeschränkt beladen werden
Rheinpegel sinktShell in Wesseling spürt Folgen, Fähre bleibt vorerst auf Kurs

Der Shell Energy and Chemicals Park in einer Luftaufnahme. Die Umbauarbeiten an den Werksanlagen am Rhein zum Projekt "Wesseling rohölfrei" seien fertig gestellt worden, teilt das Unternehmen mit.
Copyright: Shell Energy and Chemicals Park
Jeder Zentimeter weniger Wasser im Rhein hat Auswirkungen. Deshalb behalten das Unternehmen Shell Energy and Chemicals Park Rheinland am Standort Wesseling und der Betreiber der Personenfähre „Rheinschwan“ das derzeitige Niedrigwasser genau im Blick. Es trifft den Shell-Standort Wesseling vor allem logistisch, unmittelbare Auswirkungen auf die Produktion seien aber durch den derzeitigen laufenden Wartungsstillstand begrenzt, teilte Sebastian Düring von der Unternehmenskommunikation auf Anfrage mit.
Tankschiffe können aufgrund der geringen Fahrrinnentiefe nur eingeschränkt beladen werden oder müssen auf Transporte verzichten. Das trifft auch Shell, aber seit der Stilllegung der Rohöldestillation im Jahr 2025 ist der Wesselinger Standort weniger abhängig von kontinuierlichen Rohöllieferungen per Schiff. „Die Problematik mit dem Niedrigwasser kennen wir natürlich auch schon aus Vorjahren. Wir nutzen dann die Transportwege über die Straße und Schiene als Alternative“, führte Düring aus.
Transportplanung aufwendiger, Betriebskosten steigen
„Wenn das Niedrigwasser weiter anhält, kommt man dann natürlich auch an seine Grenzen“, ließ er wissen. Bisher zeigten sich die aktuellen Folgen des Niedrigwassers vor allem in einer aufwendigeren Transportplanung und höheren Betriebskosten, während der Standort seinen Transformationskurs hin zu Grundölen und Wasserstoff fortsetzt. Derzeit wird vor Ort eine neue Grundölanlage (Base Oil Distillation Unit) gebaut. Parallel dazu entsteht mit REFHYNE II ein 100-Megawatt-Elektrolyseur, der erneuerbaren Wasserstoff erzeugen und damit fossilen Wasserstoff in der Produktion ersetzen soll.
Unterdessen blickt der Betreiber der Personenfähre „Rheinschwan“ optimistisch nach vorn. So beantwortet Reiner Weisbarth derzeit die Frage, ob seine Fähre zwischen Wesseling und Niederkassel-Lülsdorf pendelt, damit: „Ich fahre auf jeden Fall“. Mitunter setzt das Transportschiff zwischen 20 bis 25 mal täglich über den Rhein. Aktuell liege der Pegel bei etwa 67 Zentimetern. Bis Sonntag soll der Pegel auf 76 oder 77 Zentimeter ansteigen, berichtete er am Donnerstag. Das seien gute Voraussetzungen für den Betrieb.
Für einen sicherer Fährbetrieb sei aber auch entscheidend, dass die Bugklappe der Fähre noch sicher auf den Rampen abgelegt werden könnte. Besonders bei der Natorampe in Lüsldorf könne es schon mal eng werde, erklärte Weisbarth. „Deshalb streben wir hier eine Ausbaggerung auf beiden Seiten an und wollen nun schauen, wie wir da am besten vorankommen“, informierte er.
