Nach mehr als sieben Jahren Bauzeit wurden das neue Bahnhofsumfeld und der sanierte Alte Bahnhof eingeweiht.
Millionen-ProjektSo wurde der umgestaltete Bahnhof in Wesseling-Mitte gefeiert

Dr. Norbert Reinkober von go.Rheinland, Regierungspräsident Gregor Lange und Wesselings Bürgermeister Ralph Manzke (v.l.) weihten das sanierte Bahnhofsgebäude ein.
Copyright: Kathrin Höhne
„Was war das für eine wilde Fahrt. Heute ist es geschafft“, sagte Bürgermeister Ralph Manzke am Samstag (9. Mai) bei der Einweihung des umgestalteten Bahnhofsumfeldes in Wesseling-Mitte mit Bürgern, Projektbeteiligten und Politikprominenz. Von Januar 2019 bis Mai 2026 wurde durch Städtebaufördermittel von Land und Bund in Höhe von 11,2 Millionen Euro sowie mithilfe der ÖPNV-Investitionsförderung von go.Rheinland in Höhe von 1,8 Millionen Euro und städtischen Mitteln die Personenunterführung erneuert und Wesselings historisches Bahnhofsgebäude zu einem attraktiven multifunktionalen Gebäude denkmalgerecht saniert.
Neue barrierefreie Bushaltestellen mit digitalen Anzeigen, Fahrradboxen, grüne Flächen mit Sitzgelegenheiten sind entstanden. Die Unterführung ist mit Rolltreppen, barrierefreien Rampen mit sechs Prozent Neigung anstelle von elf Prozent wie früher und mit neuen Toiletten ausgestattet. Bunte Lichtkreise an den Wänden sorgen für eine warme Ausstrahlung.
Wesseling: Am Vorabend der Flutkatastrophe lief die Grube voll Wasser
„An guten Tagen ging es hier zu wie in einem Taubenschlag, aber es gab auch viele schlechte Tage“, führte Manzke aus. Die Stadt habe mit Bauunternehmen gekämpft, eine gerichtliche Auseinandersetzung mit einer Firma gewonnen, „dennoch stand die Baustelle immer wieder still“. Am Vorabend der Flutkatastrophe lief die Grube voll Wasser, und auch Sachbeschädigungen gehörten zur Geschichte. „Das hat Nerven gekostet, jetzt sind wir alle erleichtert“, so der Verwaltungschef.
Begeistert von der Modernisierung zeigte sich Regierungspräsident Gregor Lange. „Was für ein Kulisse“, schwärmte er und betonte: „Wir eröffnen hier einen Ort der Begegnung, der Mobilität und der Teilhabe.“ Über das Ergebnis freute sich ebenso Dr. Norbert Reinkober von der go.Rheinland GmbH. Er lobte die Zusammenarbeit, die habe gut geklappt, daran habe mancher Stillstand nicht gelegen.

Die Personenunterführung in Mitte wurde mit neuen Rampen und Rolltreppen ausgestattet.
Copyright: Kathrin Höhne
Katharina Korotesky machte bei dem Einweihungsfest gern ein paar Fotos. „Ich freue mich sehr über die Umgestaltung und bin froh, dass die Unordnung und der Schmutz endlich weg sind“, so die Wesselingerin. „Das so zu sehen, ist schön, und ich hoffe, dass die Sauberkeit erhalten bleibt“, erklärte Susanne Lehmberg. „Früher hat es hier auch mal eine Videokamera gegeben. Die wünsche ich mir wieder. Und die Toiletten könnten rund um die Uhr aufhaben, meinetwegen auch gegen Bezahlung“, schlug sie vor.
„Es ist alles hell und freundlich geworden“, sagte Helena Hinz. „Früher war es hier sehr dunkel.“ Ihr Mann begrüßte ebenso die Veränderung, allerdings kritisierte er die Einkürzung der Personenunterführung. Dadurch müssten die Leute über die vielbefahrene Konrad-Adenauer-Straße laufen. „An der Ampel stürmten viele schon bei Rot los, wenn sie sehen, der Zug fährt ein“, erzählte Stefan Hinz. Andere Kommunen bauten Straßen ab, Wesseling auf, fand er.

Zum neuen Bahnhofsumfeld gehören nun Grünflächen, Bäume und Sitzgelegenheiten.
Copyright: Kathrin Höhne
Auf dem Fest stellten sich die künftigen Mieter des Bahnhofsgebäudes vor. Dazu gehören Vertreter der Bürgerstiftung, die seinerzeit den Anstoß gaben, das Haus zu einem Bürgerbahnhof umzubauen. „Jetzt freuen wir uns auf den Einzug,“ sagte Harald Nauroschat. „Auch wir bringen Farbe ins Gebäude“, ergänzte Markus Kröger vom Jugendamt. Denn von diesem Amt werden hier das Jugendcafé, die Verfahrenslotsen, das Team der städtischen Spielplätze, die Jugendhilfeplanung, das Familienbüro und die Frühen Hilfen einziehen, ebenso die städtische Fachstelle Integration und der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration.
Musikalisch begleitet wurde das Fest vom Blechbläserquintett der Musikfreunde Urfeld. Die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) bot ein Mobilitätstraining an, während auf dem Gleis hinter dem Bahnhof der historische Zug „Silberpfeil“ ET 201 der Köln-Bonner-Eisenbahn-Freunde besichtigt werden konnte. Für Köstlichkeiten sorgten die KG Kornblumenblau und die KG Südstädter Weiß-Gold.
