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Prozess vor dem Landgericht BonnMehr als 40 Automaten aufgebrochen

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Mehrfach hat die Automatenknacker-Bande zugeschlagen.

Rhein-Sieg-Kreis/Bonn – Mehr als 40 Fahrkartenautomaten in ganz Deutschland, auch im Rhein-Sieg-Kreis, sollen mehrere Männer aufgebrochen haben. Am Mittwoch, 22. Januar, beginnt vor dem Landgericht Bonn der Prozess. Es ist davon auszugehen, dass er mehrere Monate dauern wird, da die mutmaßlichen Haupttäter bislang schweigen.

Liste der Straftaten wird immer länger

Die Liste der Taten, für die sich mehrere mutmaßliche Mitglieder einer Automatenknackerbande vor dem Bonner Landgericht verantworten müssen, wird immer länger. Wie Gerichtssprecher Philipp Prietze mitteilte, werden drei der fünf angeklagten Männer aus Bonn und Alfter im Alter zwischen 20 und 50 Jahren insgesamt acht weitere Fälle zur Last gelegt.

Wie berichtet soll die Bande zwischen Herbst 2012 und April 2013 im gesamten Bundesgebiet mehr als 40 Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn aufgebrochen haben – unter anderem in Hennef, Windeck-Dattenfeld, Sankt Augustin-Menden, Bonn und Potsdam. Erbeutet wurden laut Anklage 125 000 Euro Bargeld. Der Sachschaden soll sich auf eine halbe Millionen Euro belaufen.

Offenbar durch die Auswertung von Telefonüberwachungsprotokollen und die Aussagen von Mittätern kamen weitere Straftaten ans Licht. So sollen zwei 20-Jährige und der mutmaßliche Bandenchef – der 35-Jährige Onkel eines der 20-Jährigen – im Oktober 2012 einen Kleintransporter und einen Lastwagen einer Vermietungsfirma in Bonn im Gesamtwert von 76 000 Euro gestohlen haben.

Mit dem Kleintransporter sollen die Täter sofort nach Hennef gefahren sein. Dort legten sie laut Anklage einen Spanngurt um einen Zigarettenautomaten und versuchten, diesen aus der Verankerung zu reißen. Anscheinend wurden die Männer jedoch gestört, so dass sie keine Beute machten. Den Kleintransporter sollen sie angezündet haben, um Spuren zu verwischen. Der Lkw konnte hingegen noch im Oktober in Bornheim sichergestellt werden.

Während sich der offiziell arbeitslose 35-Jährige von dem erbeuteten Geld aus den Ticketautomaten laut Anklage ein Luxusappartement in Bonn anmietete, soll sein Neffe aus der Bande ausgestiegen sein – und mit zwei weiteren Komplizen eigene krumme Dinger gedreht haben. Unter anderem wurden zwischen Februar und April 2013 von einer Baustelle an der Mondorfer Fähre 175 Meter Aluminiumkabel (Wert: 1270 Euro) und aus einem Umspannwerk in Bonn 110 Meter Kupferkabel (Wert: 600 Euro) gestohlen. Zudem sollen die Tankdeckel von zwei Lkw einer Fahrschule in Bonn aufgebrochen und 145 Liter Diesel abgepumpt worden sein.