Als Jungs haben sie die Kegel aufgestellt, jetzt schieben sie immer noch alles andere als 'ne ruhige Kugel – alle 14 Tage.
Eener bliev stonnFreunde kegeln in Neunkirchen-Seelscheid seit 60 Jahren zusammen im Verein

Vier der acht Kegelbrüder von Eener bliev stonn sind Gründungsmitglieder, seit 60 Jahren treffen sie sich jeden zweiten Freitag.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Acht Kegelbrüder treffen sich alle 14 Tage auf der Bahn. Vier von ihnen machen das schon seit 60 Jahren. Sie sind die Gründungsmitglieder des Clubs EBS – Eener bliev stonn: Reiner Schwellenbach, 40 Jahre lang Präsident, sein Nachfolger Bernd Schulz, dessen Bruder Hans-Josef und Egon Böhmer.
1966 wurde eine neue Kegelbahn in der Gaststätte „Zum Pütz Jupp“ in Neunkirchen-Seelscheid-Wolperath gebaut. „Da war Kegeln noch in“, erinnert sich Schwellenbach. Bis auf den 18 Jahre alten Jungspund Böhmer waren sie 20 Jahre alt. Mit sechs anderen schlossen sie sich zum Verein zusammen. Da konnte sich wohl keiner von ihnen vorstellen, dass sie 2026 das 60-jährige Bestehen feiern würden. Zu ihrem „Gut Holz“ waren sie unter anderem gekommen, weil einige von ihnen schon als Jungen mit dem Aufstellen von Kegeln ihr Taschengeld aufgebessert hatten.

Der langjährige Präsident Reiner Schwellenbach hat den Bogen immer noch raus.
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Seit 47 Jahren dabei sind Kunibert Krieger und Klaus Peter Schulz, später kamen Achim Reich und mit 68 Jahren das „Küken“ Günter Brinkmann dazu. Einige waren mal kurz, mal länger dabei, andere sind inzwischen gestorben.
Der harte Kern sieht sich jeden zweiten Freitag. Jeder Abend beginnt mit der „großen Hausnummer“, bei dem jeder Kegler drei Würfe hat, der höchste Wurf wird an den Anfang gesetzt. Vier Gewinner, vier Verlierer gibt es. Letztere müssen zahlen, jeder Kallenwurf kostet zehn Cent. Da kommt ganz schön was zusammen. Muss es auch, denn die Gruppe gönnt sich von Beginn an Kurztrips, mal mit, mal ohne Frauen. Früher waren sie regelmäßig Ski fahren, an Rhein, Mosel und Ahr waren sie, in Benidorm und auf Mallorca. Kreuzfahrten haben sie genossen, auf Flüssen genauso so wie auf der Ostsee bis nach Sankt Petersburg.
Beim Neunkirchener Frühlingsfest waren die Kegler mit eigenem Stand vertreten
Geld verdient dafür haben sie auch bei den Frühlingsfesten in Neunkirchen-Seelscheid, mit einem eigenen Stand. Außerdem haben sie mehrere Preiskegeln mit befreundeten Vereinen veranstaltet, jeweils zu den Jubiläen. „Das Schönste waren die Touren“, erinnert sich Schwellenbach mit einem Glänzen in den Augen.
Inzwischen haben sie selbst Goldhochzeiten gefeiert. Die Truppe ist auch in anderen Vereinen aktiv, bestimmte in Hennef und Neunkirchen-Seelscheid einen Teil des gesellschaftlichen Lebens mit. Allein drei Prinzen im Karneval stellte „EBS“. Der Club stellte im Neunkirchener Zug eine Gruppe, baute immer mal wieder einen Wagen.
Schwellenbach war erster Vorsitzender des Quartettvereins Heisterschoß, Klaus-Peter Schulz singt im Männergesangverein Wahlscheid. Kunibert Krieger war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen. Sie mischten also ordentlich mit. Das Kegeln aber blieb das verbindende Element über all die Jahre.

Der Clubwimpel zeigt das beachtliche Alter des Vereins an.
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Lange blieben sie beim „Pütz Jupp“, bis die Gaststätte verkauft wurde. Anschließend wechselten sie zum Sängerheim nach Hennef-Heisterschoß, bis dort die Bahn nicht mehr betrieben wurde. Seither sind sie jeden zweiten Freitag in der früheren Gaststätte „Zur Post“, dem heutigen „Da Musto“, in Seelscheid zu treffen. „Eener bliev stonn“, das ist für sie heute eher Wunsch. Denn wenn acht von neun Kegeln fallen, ist das schon großes Kino.

