Weil es für die Buslinien 550 und SB60 bei der Teilsperrung der Bonner Nordbrücke keine Ausnahmen gibt, müssen Fahrgäste mehr Zeit einplanen.
Fahrtzeit 15 bis 20 Minuten längerBonner Nordbrücke ab Februar gesperrt – Busse fahren über Kennedybrücke

Seit Monaten suchen Experten nach Möglichkeiten, die Tragfähigkeit der Bonner Nordbrücke bis zu einem Neubau zu erhalten. Die Teilsperrung ab Februar ist eine dieser Möglichkeiten.
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Fahrgäste der Buslinie 550 der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) und des Flughafenexpress (SB60) der Bonner Stadtwerke (SWB) müssen sich von Februar an auf längere Fahrzeiten einstellen. Grund ist die von der Autobahn GmbH des Bundes angekündigte Sperrung der Bonner Nordbrücke für Fahrzeuge, die schwerer als 7,5 Tonnen sind.
„Wir rechnen intern damit, dass sich Fahrten der Linie 550 vom und zum Bonner Hauptbahnhof um 15 bis 20 Minuten verlängern werden“, schildert ein Sprecher der RSVG auf Anfrage dieser Zeitung. Wegen der Teilsperrung der Brücke werden beide Buslinien, die zum Teil über die Autobahn 565 geführt werden, künftig über die Kennedybrücke umgeleitet.
Umleitung der Busse über Kennedybrücke – 20 Minuten längere Fahrt
Bei dieser Zeitangabe handele es sich aber um eine vorläufige Schätzung, da die Route der beiden Buslinien durch die Stadt bisher nicht endgültig feststehe. Tatsächlich könnten sich die Fahrzeiten der Busse noch deutlich verlängern, da die Straßen im Bonner Stadtgebiet durch den Ausweichverkehr von der Nordbrücke in den kommenden Jahren erheblich belastet werden dürften.
Bisher nicht klar ist auch, wie es mit den beiden Schulbuslinien weitergeht, die bislang über die Nordbrücke fahren. Sie bringen Schülerinnen und Schüler aus dem rechtsrheinischen Kreisgebiet zum Collegium Josephinum im Bonner Norden und zur Ursulinenschule in Bornheim-Hersel. Die RSVG hofft, von der Autobahn GmbH eine Ausnahmegenehmigung für die beiden Linien zu erhalten.
Noch keine Klarheit für Schulbuslinien nach Bonn und Bornheim
Ziel ist, dass die Schulbusse zumindest noch bis zum Ende des laufenden Schuljahres ihren gewohnten Linienweg über die Nordbrücke nehmen können. Ob die Autobahn GmbH diesem Wunsch nachgibt, ist nicht klar. Für eine solche Lösung hatten sich in dieser Woche auch Sebastian Schuster, der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, und die SPD-Kreistagsfraktion ausgesprochen.
Die Autobahn GmbH hatte aber bereits in der vergangenen Woche angekündigt, bei der Gewährung von Ausnahmen restriktiv vorgehen zu wollen. Dazu sei ihr von Gutachtern geraten worden, die den baulichen Zustand der Brücke untersucht hatten. Ausnahmen solle es deshalb nur für Fahrzeuge des Rettungsdienstes, der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes geben.
Die Teilsperrung der Bonner Nordbrücke, die ursprünglich schon für Mitte Januar geplant war, soll nach Angaben der Autobahn GmbH nun ab Anfang Februar umgesetzt werden. Grund sind zahlreiche Schäden, die in den vergangenen beiden Jahren an der 1967 gebauten Norbrücke festgestellt worden waren. Nach Angaben der Autobahn GmbH ist es deshalb erforderlich, das rund 660 Meter lange Bauwerk weiter zu entlasten. Bereits seit 2016 gilt eine Sperrung für den Schwerlastverkehr mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 44 Tonnen.

