Die geschichtsträchtigen Gebäude sind marode und könnten den Angaben zufolge „nur noch etwa fünf Jahre“ betrieben werden.
Auch Theater droht AbrissStadt will Bonner Oper am Rhein abreißen lassen

Das geschichtsträchtige Gebäude der Bonner Oper am Rhein soll abgerissen werden. (Archivfoto)
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Mit dem weittragenden Titel „Zukunft der Bonner Bühnen“ hat die Stadt Bonn am Dienstag (10. März) eine Pressekonferenz anberaumt. Es sollten Lösungen für die sanierungsbedürftigen Gebäude Bonner Opernhaus und Theater in Bad Godesberg gefunden werden. Die Regierung bevorzugt eine der insgesamt fünf Varianten, die am Dienstag vorgestellt wurden, welche darin besteht, die Oper sowie das Theater abreißen zu lassen und durch einen Neubau in Beuel zu ersetzen. Bonns Oberbürgermeister Guido Déus sprach von einer „grundlegenden Zukunftsentscheidung“.
In Zusammenarbeit mit einem Konsortium aus „Drees & Sommer“ und „dasbauprojekt“ hat die Abteilung „Zukunft der Bonner Theater“ in den vergangenen Monaten verschiedene Optionen erarbeitet, teilte die Stadt mit. Grundlage hierfür seien diverse Untersuchungen zum baulichen Zustand der Theatergebäude gewesen.
Opernhaus Bonn und Theater Bad Godesberg marode – „nur noch etwa fünf Jahre“
Dabei habe sich herausgestellt, dass die Sanierung des Opernhauses mit extremen finanziellen Risiken verbunden und – entgegen früheren Annahmen – im laufenden Betrieb nicht möglich sei. „Nach jahrelangen Voruntersuchungen ist nun klar, dass das Opernhaus Bonn und das Theater in Bad Godesberg aufgrund zahlreicher Mängel und des Sanierungsstaus nur noch etwa fünf Jahre betrieben werden können“, so ein Pressesprecher der Stadt.
Auch dieser zeitliche Ablauf wurde unter den Vorbehalt gestellt, dass kein derzeit unvorhersehbares Ereignis eintrete, das einen noch früheren Betriebsstopp erzwingen würde. Die Theaterwerkstätten in Beuel müssten zudem aufgrund der Einsturzgefahr dringend saniert werden.

Blick auf das Bonner Opernhaus am Rhein (Archivfoto).
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Gleichzeitig sei beschlossen worden, dass sowohl die Bühnen- und Zuschauerbereiche der Oper und des Schauspielhauses als auch die Theaterverwaltung auf dem Gelände der Theaterwerkstätten in Beuel untergebracht werden könnten. Der notwendige Abriss des einsturzgefährdeten Bereichs der Theaterwerkstätten innerhalb des Beueler Geländes ermögliche erstmals ein solches Vorgehen und die damit verbundene Entwicklung von Varianten.
Am Dienstag (10. März) wurden insgesamt fünf Lösungsvarianten für die Bonner Oper und das Schauspielhaus vorgestellt:
- Variante A: Sanierung der bestehenden Standorte einschließlich Zwischenbau (665 Millionen Euro)
- Variante B: Neubau des Opernhauses am selben Standort einschließlich Zwischenbau, Sanierung des Schauspielhauses (734 Millionen Euro).
- Variante C: Neubau des Opernhauses am selben Standort in Modulbauweise einschließlich Zwischenbau, Sanierung des Schauspielhauses (464 Millionen Euro)
- Variante D: Modularer Neubau des Opernhauses in Beuel, Sanierung des Schauspielhauses (445 Millionen Euro)
- Variante E: Neuer modularer Bau von Oper und Theater in Beuel (426 Millionen Euro)
In allen Varianten müssten die Theaterwerkstätten neu errichtet werden, hob die Stadt hervor. Alle Bruttosummen beinhalteten den Angaben zufolge zudem eine jährliche Steigerung der Baukosten und eine Risikoprämie von 24 Prozent.
OB Déus zur Bonner Oper: „Wir stehen vor einer grundlegenden Zukunftsentscheidung“
Die Stadt Bonn plädierte am Dienstag für Variante E. Die Konzentration des Theaters an einem Standort in Beuel biete aus struktureller Sicht die kostengünstigste Option. Zudem sei mit der Lösung das größte Synergiepotenzial und Einsparungspotenzial verbunden.
Guido Déus: „Wir stehen vor einer grundlegenden Zukunftsentscheidung – und zum ersten Mal können wir verlässliche, durchdachte Optionen präsentieren. Die Konzentration der Bühnen in Beuel verbindet finanzielle Vernunft mit einer echten Perspektive für ein modernes, effizientes Theater. Sie reduziert Risiken, schafft langfristige Planungssicherheit und eröffnet die Möglichkeit, ein Kulturangebot zu gestalten, das unserer Rolle als internationale Bundesstadt gerecht wird.“

