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„Ein völlig falscher Schritt“Verkehrsprojekt Bonner Seilbahn verzögert sich um mehrere Jahre

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Die Bonner Seilbahn (hier die Gondeln der Seilbahn in Berlin) soll erst mehrere Jahre später in Betrieb gehen.

Die Bonner Seilbahn (hier die Gondeln der Seilbahn in Berlin) soll erst mehrere Jahre später in Betrieb gehen.

Eigentlich war ein beschleunigtes Verfahren in Aussicht gestellt worden. Das Bündnis „Seilbahn für Bonn: Ja!“ äußerte Kritik.

Die Bonner Seilbahn wird neuen Planungen zufolge erst mehrere Jahre später starten. Die Inbetriebnahme des Leuchtturm-Projekts im Rheinland war bislang für 2028 vorgesehen. Wie die Stadt Bonn auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ erklärte, sei der Start der Seilbahn „nach derzeitigem Stand“ erst 2032 möglich. Der Bonner „General-Anzeiger“ berichtete zuerst.

Zu den Gründen für die jahrelange Verzögerung nahm die Stadt zunächst nicht detailliert Stellung. Die Stadt und die Stadtwerke hatten demnach in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Projektsteuerer die Detail-Planung für die Seilbahn vorangetrieben.

Man habe zudem in regelmäßigem, konstruktivem Austausch mit den vom Projekt betroffenen Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern sowie mit den großen Arbeitgebern entlang der Trasse gestanden.

Die Grundlagenermittlung sei in Kürze abgeschlossen. Ende März wolle die Politik über den aktuellen Sachstand informieren. Bis dahin bat man um Geduld.

Bonner Bündnis übt Kritik an neuen Seilbahn-Plänen

Das Bündnis „Seilbahn für Bonn: Ja!“ zeigte sich von dem neuen Zeitplan irritiert und sprach in einer Pressemitteilung von „massiven Verzögerungen“. Die Projektsteuerer Drees&Sommer hätten eine „beschleunigte Planung“ in Aussicht gestellt. Angesichts kritischer Stimmen stelle man sich die Frage, ob die Stadt die Seilbahn überhaupt noch ernsthaft weiterverfolge.

„Ein völlig falscher Schritt, denn die Seilbahn ist mindestens teilautomatisiert zu betreiben. Und der geringe Personalbedarf für den Betrieb der Seilbahn dürfte leichter und kostengünstiger zu decken sein als der Bedarf an Busfahrern, die große Busse mit hohem Ausfall- und Verspätungsrisiko durch den dichten Verkehr steuern“, teilte Anne Küpper-Oszvald vom Seilbahn-Bündnis mit.

Gerade mit Blick auf die marode Bonner Nordbrücke gelte es, das Projekt Seilbahn als alternative Rheinquerung schneller voranzutreiben, so Küpper-Oszvald weiter.

Bereits im September 2025 war die Route der Seilbahn geändert worden. Sowohl die DHL Group als auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hatten Bedenken geäußert. Als Folge wurde die Endhaltestelle auf der rechten Rheinseite versetzt. Diese soll nun nicht mehr auf dem Ackergrundstück südlich des Schießbergwegs, sondern in einem Waldstück nördlich davon gebaut werden.