Abo

„Mag alles an der Mentalität“Seen, Toleranz, der Dom – Was Kölnerinnen und Kölner glücklich macht

4 min
04.03.2026, Köln: Das Stadtpanorama von Köln.
Blick auf die Hohenzollernbrücke und Rheinboulevard.

Foto: Michael Bause

Ein potenzieller Glücklichmachort: der Rheinboulevard in den Abendstunden eines Sommertags.

Im Glücksvergleich der deutschen Städte über 200.000 Einwohner hat Köln sich verbessert: vom 24. auf den 20. Platz. Kölnerinnen und Kölner verraten, wer oder was sie in dieser Stadt glücklich macht.

Carl und Louisa Garvie

Carl und Louisa Garvie stammen aus Cardiff, leben aber seit zehn Jahren in Köln – und sind glücklich darüber.

Carl: Gutes Wetter macht uns glücklich. Wenn die Sonne scheint, ist einfach alles besser. Gute Stimmung, kein Stress – und heute habe ich sogar frei, das hilft natürlich auch. Wenn das Wetter schön ist, sind in Köln alle Menschen draußen, alle sitzen im Biergarten – das ist einfach toll. Und ich mag, wenn in der Stadt was los ist, schöne Veranstaltungen wie den Weinmarkt oder kleine Stadtfeste. Wir gehen gerne ins Freibad, mein liebstes ist das Stadionbad. Toll ist auch der Blackfoot Beach am Fühlinger See, den mögen wir. Überhaupt: Ich liebe die Seen hier, so etwas gibt es in Großbritannien einfach nicht.

Louisa: Wir kommen aus Cardiff, aus Wales. Da müsste man im See erst das Eis einschlagen, bevor man schwimmen kann, oder man fischt vorher noch die Fahrräder und den Müll raus. Das ist hier wirklich anders.

Carl: Was ich an Deutschland schätze, ist die Organisation. Hier hat alles seine Ordnung, es gibt für alles einen Verein und ein Komitee. Im Vergleich zu Belgien, wo wir vorher gelebt haben. Dort war es reinstes Chaos.

Louisa: Was mich allerdings stört, sind die Baustellen. Es gibt immer irgendwo Straßenbaustellen, aber es arbeitet oft niemand daran. Die stehen da monatelang, einfach so. Wir leben jetzt seit zehn Jahren hier und manche Baustellen waren die ganze Zeit über da. Aber trotz allem – wir mögen es hier wirklich.


Ylli und Pina Kapiti

Ylli: Mich macht unsere Familie glücklich. Die Kinder sind in der Schule oder im Kindergarten, um uns herum sind Freunde und die Familien – das Miteinander in Köln, das ist schön.

Pina: Wir wohnen auf der Schäl Sick, in Mülheim. Ich bin gebürtige Kölnerin und hier verwurzelt, und ich kann mir auch nur schwer vorstellen, wegzugehen. Die Kölner sind offen und herzlich, jeder Jeck ist halt anders, und ich mag diese Toleranz wahnsinnig gern. Ein Ort, an dem ich früher glücklich war und es heute noch bin, wenn wir mal wieder dort sind, ist der Brüsseler Platz und überhaupt das Belgische Viertel.

Ylli: Wir leben an der Düsseldorfer Straße, in nur zwei, drei Minuten sind wir am Rhein. Da kann man so schön spazieren, nach der Arbeit ein bisschen herunterkommen und Sonnenuntergänge anschauen.


Rebecca Diebold

Ich mag die kölsche Mentalität, ich mag einfach alles daran. Ich komme aus Köln, und immer wenn ich von woanders wieder herkomme, denke ich mir: Gott sei Dank bin ich wieder hier. Wenn ich mit dem Zug in den Bahnhof einfahre und den Dom sehe, denke ich: Was für ein Glück! Genauso auf der Autobahn: Da ist er ja wieder. Ich fühle mich einfach wohl hier.

Mein Happy Place in Köln ist, glaube ich, der Biergarten im Volksgarten. Ich wohne dort um die Ecke, und da ist es schön kühl und so friedlich. Und die Tretboote sind cool. Für mich ist die perfekte Reihenfolge: erst Tretboot, dann rüber in den Biergarten. Seit der Weiher neu gemacht ist, gibt es dort auch Sandboden. Das heißt, wenn man aus dem Tretboot auf der anderen Seite aussteigt, kann man im Sand stehen und hat so ein bisschen Strandgefühl. 


Rainer Sommer

Rainer Sommer mag den Frohsinn, den Zusammenhalt.

Was mich glücklich macht, ist meine Familie, außerdem das kölsche Leben, der Frohsinn natürlich, und dass wir trotzdem immer auch zusammenhalten und hier irgendwie gemeinsam weiterkommen. Halt der kölsche Klüngel. Über die KVB rege ich mich eher auf.


Henriette Schönenberg

Mich machen meine zwei Hunde, meine drei Enkel glücklich, und jetzt gerade das schöne Wetter. Mit den Enkeln mache ich alles Mögliche: Wir gehen auf den Spielplatz oder schwimmen. Die sind anderthalb, drei und sechs Jahre alt. Ich bin gerade über die Hohe Straße gegangen, da habe ich einiges zu bemängeln. Aber es gibt natürlich viele Dinge, wo ich sage: Das mag ich, das macht mich zufrieden – der Rhein gehört dazu, der Kölner Süden.


Günter und Lydia Willerscheid

Günter und Lydia Willerscheid kommen jede Woche in ihre alte Heimat.

Wir sind gebürtige Kölner und leben heute in Bergisch Gladbach, aber wir fahren jede Woche nach Köln: zum Frühstück, hier im Kaufhof. Das ist einfach so unser Ritual. „Es macht uns glücklich, dass wir hier schön bummeln, frühstücken, Kaffee trinken, einkaufen können.“ Heute waren wir schon im Rewe, wir haben etwas für die fünf Enkelkinder geholt und außerdem eine Handyhülle. Mein Mann kann noch Auto fahren, und darum nutzen wir das noch aus.

Mit den Enkelkindern gehen wir gern in den Dom. Die wohnen zwar in Berlin, aber wenn Ferien sind, kommen die meistens hierher. Mit einem waren wir schon bis ganz nach oben. Welchen Ort wir in Köln außerdem sehr mögen, ist die Flora.