Das Römisch-Germanische Museum ist seit Jahren geschlossen. Nun gibt es eine positive Nachricht. Doch es bleiben Risiken.
Römisch-Germanisches Museum in KölnZüblin bekommt Sanierungsauftrag – aber neuer Zeitplan unklar

Blick auf den Roncalliplatz mit dem Römisch-Germanischen Museum (RGM) in der Bildmitte sowie dem Kurienhaus (rechts). Links der Dom.
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Siebeneinhalb Jahre, nachdem das Römisch-Germanische Museum (RGM) am Dom Ende 2018 schließen musste, hat die Stadt Köln einen Generalunternehmer für die Sanierung gefunden. Das teilte sie am Freitag mit. Es handelt sich um die Züblin AG, das Unternehmen, das auch die Sanierung der Zentralbibliothek umsetzt.
Das Pikante an der RGM-Sanierung: Es war über viele Jahre bekannt, dass das Museum schließen könnte, der Brandschutz des denkmalgeschützten Gebäudes von 1974 bereitete Probleme. Und trotz des langen Vorlaufs fehlten nach der Schließung, erstens: eine fertige Planung für die Sanierung, zweitens: eine fertige Interimsheimat und drittens: eine Lagerstätte für die vielen Exponate. Der Rückbau begann erst im Frühjahr 2023. Mittlerweile ist es entkernt, aber die eigentliche Sanierung hat noch nicht begonnen.
Stadt kündigt neuen Terminplan an
Was die lange Suche und die erfolgreiche Ausschreibung für die Fertigstellung bedeuten, war am Freitag nicht zu erfahren. Derzeit soll die Sanierung samt Einrichtung zwischen Juli und Oktober 2029 beendet sein. Doch laut des aktuellen Monatsberichts von der Baustelle muss der Zeitplan angepasst werden.
Im Monatsbericht heißt es über die Ausschreibung und das Angebot einer Baufirma: „Erst nach erfolgtem Vergabeverfahren können der Baubeginn und die Bauzeit konkret terminiert werden.“
Kleinere Fläche, weniger Besucher
Seit 2019 stellt das RGM im einen Kilometer entfernten Belgischen Haus an der Cäcilienstraße auf deutlich kleinerer Fläche aus. Im Jahr der Schließung kamen 193.200 Gäste, sechs Jahre später waren es nur 37.800, also nur knapp 20 Prozent.
Das Projekt wird immer teurer: Vor vier Jahren waren 91 Millionen Euro vorgesehen, mittlerweile sind es 169,3 Millionen Euro. Dazu kommen weitere acht Millionen Euro für die Einrichtung, die Gesamtsumme beträgt 177 Millionen Euro. Diese Summe nannte die Verwaltung am Freitag erneut. Vor zweieinhalb Jahren rechnete die Stadt mit Kosten für den Generalunternehmer von 19,6 Millionen.

So soll das RGM später einmal im Inneren aussehen.
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Mit dem Vertrag mit Züblin endet eine lange Suche, die im November 2024 begonnen hatte und ursprünglich zwischen Juli und September 2025 beendet sein sollte. Im Dezember hieß es: „Das Verhandlungsverfahren befindet sich in der finalen Phase.“ Die ist ein halbes Jahr später nun beendet. Der Monatsbericht nennt September als geplanten Baubeginn.
In der Vergangenheit hatte die Stadt die Verzögerung der Ausschreibung mit zwei Ursachen begründet (wir berichteten): zum einen mit der Komplexität der Sanierung: Zum anderen soll der Generalunternehmer nicht nur das Gebäude sanieren, sondern auch anschließend das Museum herrichten, etwa die Vitrinen bauen und die Großexponate schützen. Dafür müssten die Maßnahmen gebündelt werden.
Die Verwaltung geht trotzdem davon aus, dass die Ausschreibung keine Verzögerung verursacht. „Die Stadt Köln geht jedoch davon aus, dass durch die Umsetzung aus einer Hand im Verlauf der Arbeiten wieder Zeit aufgeholt werden kann.“
Die Baustelle wirkt sich auch auf die Wege für Radfahrer und Fußgänger aus. Laut Stadt werden die Flächen zwischen RGM und dem südlichen RGM-Studiengebäude benötigt, um die Baustelle einzurichten. Er steht dann für den Fuß- und Radverkehr nicht mehr zur Verfügung – geöffnet bleibt aber der nördliche Durchgang zwischen RGM und Dombauhütte, der lange gesperrt war.
