An der Tiefgarage unter dem Kölner Dom werden weitere Schäden untersucht. Die Arbeiten sollen bis Ende Oktober dauern.
Kölner DomNeue Baustellen auf der Domplatte – wegen möglicher Schäden an der Tiefgarage

Baustellenabsperrungen stehen vor dem Kölner Dom. Die Tiefgarage unter dem Dom wird weiter auf Schäden untersucht.
Copyright: Barbara Grofe
Auf der Domplatte sind im Zuge der Sanierung der Tiefgarage erneut Baustellenflächen eingerichtet worden. Nach Angaben der Stadt werden dort Teile der Außenwand des Parkhauses vertieft untersucht.
Zwei kleinere Flächen sowie ein rund 22 mal zehn Meter großer Bereich an der Westseite des Doms zwischen Haupteingang und Südturm sind seit Donnerstag (3. September) abgesperrt. Die betreffenden Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum 28. Oktober dauern.
Chlorid setzt der Tiefgarage unter dem Kölner Dom zu
Die Untersuchungen sind Teil der schrittweisen Instandsetzung der Tiefgarage. Das 1971 eröffnete Bauwerk liegt unter der westlichen und südlichen Domplatte und besteht aus einer Nordhalle, einer Südhalle sowie einem Verbindungstunnel. Die Stadt hatte den Tunnel bereits 2023 sanieren lassen. Betreiber des Parkhauses ist Contipark.

An der Domplatte sind an drei Stellen neue Baustellen eingerichtet worden, weil die Stadt in der Tiefgarage nach möglichen Schäden sucht.
Copyright: Barbara Grofe
Die Tiefgarage gilt seit Jahren als sanierungsbedürftig. Vor allem Chloridbelastungen haben dort Schäden verursacht (wir berichteten). Tausalz kann in den Beton eindringen und den Bewehrungsstahl angreifen. Zudem kam es zu Abplatzungen, weil der Schutz der Betonoberflächen nach Jahrzehnten nachgelassen hatte.
Weitere Mängel in der Nordhalle entdeckt
Im Sommer 2025 war auf der Domplatte bereits ein rund 14 mal 17 Meter großer Bereich zwischen Domforum und Südturm abgesperrt worden. Bei vertieften Untersuchungen war festgestellt worden, dass eine Stütze nicht mehr die vorgeschriebene Betonqualität aufwies. Die Stadt ließ deshalb eine Stahlkonstruktion zur Unterstützung anbringen und untersagte in dem Bereich zunächst besonders hohe Lasten – etwa durch Lastwagen, Feuerwehrfahrzeuge oder Bühnen.
In der Nordhalle, dem Bauteil D, wurden nach Angaben der Stadt inzwischen Sanierungsarbeiten an Rundstützen abgeschlossen. Bei weiteren Untersuchungen wurden jedoch zusätzliche Mängel festgestellt, unter anderem an einem Unterzug. Dieser muss aus fachlicher Sicht saniert werden, bevor der betroffene Bereich wieder genutzt werden kann. Die nun eingerichteten Flächen dienen der Untersuchung von Teilen der Außenwand.
Generalsanierung wird teurer – auch nördlich des Doms wird gebaut
Aus den Ergebnissen soll sich ergeben, welche weiteren Arbeiten an den Bauteilen der Tiefgarage notwendig sind. Die Stadt unterscheidet dabei zwischen dringenden Maßnahmen zur Sicherung und dem späteren Umfang der Generalsanierung. Für die kurzfristige Sicherung der schlimmsten Schäden waren zunächst rund 4,1 Millionen Euro veranschlagt worden. Nach einer Vorlage aus dem August rechnet die Stadt inzwischen mit bis zu 6,5 Millionen Euro. Die eigentliche Generalsanierung dürfte demnach frühestens 2030 beginnen.
Auf der Domplatte laufen unterdessen auch Arbeiten an der nördlichen Domumgebung. Dort hat die Stadt im Januar 2026 mit der Neugestaltung des Bereichs an Trankgasse und Kardinal-Höffner-Platz begonnen. Die Bauzeit ist mit rund zwei Jahren veranschlagt; während der Arbeiten muss ein Teil der Domplatte im Baufeld für den Fußverkehr gesperrt werden. (red)
