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SpezialanfertigungWarum der Kölner Dom einen neuen Aufzug hat

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Vor dem Kölner Dom hängt eine Aufzugkabine am Haken eines Mobilkrans.

Ein Mobilkran hebt die Aufzugkabine des neuen Bauaufzugs auf der Nordseite des Kölner Doms in Position.

Nach 24 Jahren wurde der alte Bauaufzug des Kölner Doms durch eine Spezialanfertigung ersetzt.

Der klapprige alte Bauaufzug des Kölner Doms ist Geschichte. Seit kurzem besitzt die Dombauhütte ein nagelneues Modell des süddeutschen Herstellers Geda. Es handelt sich um einen Personen- und Materialaufzug des Typs BL-2000 in einer Spezialausführung, der eigens für den Kölner Dom angefertigt wurde. Seine wettergeschützte Kabine ist mit Sichtfenstern ausgestattet, der Aufzug ist laut Dombauhütte „speziell auf die Anforderungen der laufenden Bau- und Restaurierungsarbeiten abgestimmt“.

Angesichts zunehmender Defekte hatte man entschieden, den 2002 in Betrieb genommenen Vorgänger zu ersetzen. „Der alte Bauaufzug war so weit in die Jahre gekommen, dass sich die Reparatur- und Unterhaltungskosten einfach nicht mehr gelohnt haben“, erläutert der Technische Leiter des Doms, Michael Bastgen. Der neue Aufzug entspreche „allen modernen Sicherheitsstandards und ist für eine Last von zwei Tonnen ausgelegt. Damit können wir alle großen Werksteine inklusive der schweren Wasserspeier in die höheren Domgeschosse transportieren.“

Neuer Bauaufzug des Kölner Doms kann 23 Personen befördern

Ende März begann die Demontage des alten Lastenaufzugs. Danach wurde die vorhandene Bodenplatte abgebrochen und erneuert. Der Aufbau des neuen Aufzugs erfolgte im April und Mai. Dabei kam ein 150-Tonnen-Mobilkran der Bergheimer Firma Wasel zum Einsatz. Logistisch kein ganz leichtes Unterfangen, da auf der Trankgasse derzeit parallel die Bauarbeiten zur Umgestaltung der nördlichen Domumgebung stattfinden. Mit dem Kran wurden in Millimeterarbeit die schweren Mastsegmente eingehoben, von Monteuren verbunden und mit Streben am Dom verankert. Danach hob der Kran die Aufzugskabine in Position.

Der neue Bauaufzug an der Nordseite des Kölner Doms.

Der neue Bauaufzug an der Nordseite des Kölner Doms.

Am 25. Mai wurde der neue Lastenaufzug offiziell in Betrieb genommen und läuft seitdem ohne Probleme. Neben dem Transport von Material für den Dom und Mitarbeitern der Dombauhütte dient er – wie bereits sein Vorgänger – auch dazu, Menschen zu befördern, die an einer Führung über die Dächer der Kathedrale teilnehmen. Dies erfolgt nun komfortabler als bisher. Der neue Aufzug „schnurrt wie ein Kätzchen“, berichtet Dombaumeister Peter Füssenich. Pro Fahrt können maximal 23 Personen zu der Plattform in rund 50 Metern Höhe transportiert werden.

Wie viel der Aufzug gekostet hat, wollte das Domkapitel nicht preisgeben. Im Wirtschaftsplan ist für das Projekt ein Betrag von 400.000 Euro veranschlagt. Finanziert wurde die neue Anlage vollständig durch den Zentral-Dombau-Verein zu Köln (ZDV). „Für diese Unterstützung sind wir außerordentlich dankbar. Der Zentral-Dombau-Verein trägt seit Generationen entscheidend dazu bei, dass die notwendigen Arbeiten am Dom kontinuierlich und auf hohem Niveau fortgeführt werden können“, betont Füssenich. Der Bauaufzug sei „für uns weit mehr als nur ein Transportmittel: Er bildet eine zentrale Arbeitsgrundlage für die tägliche Arbeit an einem Bauwerk dieser Dimension. Viele Maßnahmen an Fassaden, Türmen und Gerüsten wären ohne ihn logistisch kaum möglich.“