In der Ausstellung „natura viva – alles rauscht“ sind in Bad Münstereifel Werke von Gaby Kutz und Melanie Tilkov zu sehen.
Von Wald und WasserZwei Künstlerinnen zeigen in Münstereifel Wechselspiele in der Natur

In ihrer Gemeinschaftsausstellung „natura viva – alles rauscht“ präsentieren Melanie Tilkov (l.) und Gaby Kutz das Wechselspiel zwischen Wasser und Natur.
Copyright: Cedric Arndt
Ausgedehnte Spaziergänge an der frischen Luft können nach einem stressigen Arbeitstag für die nötigte Entspannung sorgen. Dem Rauschen des Windes in den Blättern der Bäume zu lauschen und das Sonnenlicht durch die Äste und Zweige hindurchscheinen zu sehen, lässt auch für Gaby Kutz viele kleine Sorgen schnell in den Hintergrund rücken.
Häufig möchte die Künstlerin die Eindrücke bei ihren Wanderungen jedoch nicht nur für einen kurzen Augenblick genießen, sondern für die Ewigkeit festhalten. „In ganz besonderen Momenten ziehen mich bestimmte Motive völlig in ihren Bann. Ich muss dann sofort ein Foto oder direkt eine Skizze machen, um sie auf Leinwand festhalten zu können“, so die Künstlerin, die in ihrer Galerie in Münstereifel eine Ausstellung zeigt.
Betrachter können das Rauschen des Windes und des Wassers erahnen
Entdeckt Gaby Kutz ein solches Szenario, das durch Atmosphäre und Lichtspiel besonders auffällt, sei es, als springe ihr das Motiv förmlich entgegen, und sie könne sich nur noch auf dieses Bild konzentrieren. Seit 2023 hat die Bad Münstereifelerin ihren Blick für eine neue Werkserie geschärft, und die Ergebnisse, die es vom Wald bis in ihr Atelier geschafft haben, können derzeit in ihrer Galerie besichtigt werden.

Gaby Kutz kehrt für eine andere Lichtstimmung regelmäßig zu alten Motivplätzen in der Natur zurück.
Copyright: Cedric Arndt
„Natura viva – alles rauscht“ lautet der Titel der aktuellen Ausstellung, die die Gastgeberin gemeinsam mit Künstlerkollegin Melanie Tilkov präsentiert. Nicht nur das Oberthema „natura viva“, die lebendige Natur, sondern auch der Untertitel „alles rauscht“ lässt sich dabei auf die Werke beider Künstlerinnen anwenden.
So können Betrachter der Bilder nicht nur das Rauschen des Windes in den Bäumen von Gaby Kutz erahnen, sondern auch das Rauschen des Wassers, das Melanie Tilkov für ihre Malerei in den Fokus gerückt hat. „Wasser hat für mich, sowohl beim Beobachten als auch bei der Arbeit, etwas ungemein Beruhigendes“, betonte die in Monheim am Rhein lebende Malerin und Bildhauerin, die die alltägliche Nähe zum namensgebenden Gewässer sehr genießt.
Wellengang, Windrichtung und Beleuchtung ändern sich
„Ich habe immer mein Smartphone dabei und mache überall Fotos, um besonders schöne Details später als Inspiration für meine Bilder zu nutzen.“ Dabei sollen auch die Bewegungen des Wassers, die sich je nach Wellengang, Windrichtung und Beleuchtung innerhalb weniger Augenblicke verändern, in den Werken erkennbar sein. „Bei meinen Ölgemälden, aber auch bei meinen Aquarellen trage ich die Farbe dafür in mehreren Schichten auf die Leinwand auf. Das erzeugt die Höhen und Tiefen und lässt das Bild lebendiger erscheinen.“
Wie in der Natur äußere Einflüsse ein Motiv verändern, haben sich auch die beiden Künstlerinnen mit diesem Wandel beschäftigt. Während Melanie Tilkov durch die dargestellte Bewegung einen längeren Zeitraum in einem Werk zusammenfasst, kehrt Gaby Kutz häufig zu ihren liebsten Orten zurück.
„Wenn ich zu einer anderen Tages- oder Jahreszeit die gleiche Strecke durch einen Wald spaziere, sind die Eindrücke völlig anders. Ich behalte dann aber trotzdem meine alten Bäume im Auge, um sie unter den veränderten Gegebenheiten noch einmal neu zu betrachten.“ Vom selben Standpunkt aus betrachtet, entsteht dann ein neues Bild, das sich anhand der Ausrichtung der Äste zwar wiedererkennen lässt, aber dennoch eine andere Wirkung beim Betrachter erzielen kann.
Die Werke von Gaby Kutz und Melanie Tilkov können bis Sonntag, 14. Juni, in der Galerie von Gaby Kutz, Marktstraße 6, in Bad Münstereifel, besichtigt werden. Die Ausstellung „natura viva – alles rauscht“ ist freitags, samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 01 71/21 14 13 1 für Besucher geöffnet. Am Sonntag, 14. Juni, findet ab 16 Uhr während der Finissage ein Gespräch mit beiden Künstlerinnen statt.
