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Kaum Regen in KölnExtrem trockener Juli könnte 43 Jahre alten Rekord brechen

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Vertrocknete Wiesen im Kölner Rheinpark.

Vertrocknete Wiesen im Kölner Rheinpark.

Der Juli 2026 könnte in Köln der trockenste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen werden. Bislang sind im laufenden Monat erst 1,3 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Die Dürre hat das Rheinland fest im Griff, seit Mitte Juni herrscht extreme Trockenheit in Köln und der Region. Am vergangenen Donnerstag ist der Wasserstand des Rheins am Kölner Pegel auf 80 Zentimeter abgesunken – ein Rekord-Tief für Juli. Landwirte befürchten wegen des Wassermangels massive Ernteausfälle, in den Parks leiden Bäume und Sträucher.

An der Wetterstation am Flughafen Köln/Bonn wurden die letzten nennenswerten Niederschläge am 19. und 20. Juni mit insgesamt 17,4 Litern pro Quadratmeter registriert. Im Juli waren es bislang erst 1,3 Liter. Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterdienst Wetterkontor sagt: „Es sieht momentan so aus, dass der Juli 2026 in Köln einen neuen Trockenheitsrekord aufstellen könnte.“

In den Jahren 1991 bis 2020 seien am Kölner Flughafen im Juli im Mittel 87,4 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden. Im Vergleich dazu sind im laufenden Monat erst 1,5 Prozent der durchschnittlichen Juli-Niederschläge gefallen. Bis Ende des Monats dürfte sich die Lage kaum verbessern.

Anhaltende Regenfälle sind vorerst nicht in Sicht

„Am Mittwoch kann es im Raum Köln vereinzelt zu Niederschlägen kommen, aber das werden, wenn überhaupt, nur minimale Mengen sein“, erläutert Schmidt. „Ab Sonntag wird es etwas wechselhafter werden. Ausgiebige Regenfälle sind vorerst aber nicht zu erwarten.“

Vor diesem Hintergrund erwartet der Meteorologe, dass der Juli 2026 in Köln der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen am Flughafen im Jahr 1957 werden könnte. „Die bisher geringsten Juli-Niederschläge in Köln wurden im Jahr 1983 mit 13,9 Litern pro Quadratmetern gemessen. Ein weiterer Tiefstand wurde im Juli 2006 mit 17,0 Litern verzeichnet. Im Juli 2018 waren es 32,8 Liter, und im Juli 2022 wurden 23,3 Liter erfasst.“

Bei extremem Niedrigwasser fährt ein Schiff über den Rhein in Köln.

Bei extremem Niedrigwasser fährt ein Schiff über den Rhein in Köln.

In den vergangenen drei Jahren sei der Juli in Köln und der Region im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt zu nass ausgefallen, nun gebe es im laufenden Monat Juli viel zu wenig Regen, erklärt Schmidt. „Für die Landwirtschaft ist das eine Katastrophe.“

Grund für die ausbleibenden Niederschläge sei das stabile Hoch westlich und nordwestlich von Mitteleuropa. „Es verhindert, dass feuchte Luft vom Atlantik ins Rheinland kommt. Die Tiefdruckgebiete mit ihren Regengebieten werden in Richtung Skandinavien abgelenkt.“

Diese Großwetterlage besteht seit der zweiten Junihälfte. Nach der Siebenschläferregel ist somit bis Mitte August kein großer Wetterumschwung zu erwarten. Diese Bauernregel sagt bei einer hochsommerlichen Wetterlage rund um den Siebenschläfertag (27. Juni) sieben Wochen stabiles Sommerwetter voraus. „Da ist durchaus etwas dran“, meint Schmidt.

Temperaturen in Köln zuletzt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt

Normalerweise seien Juni, Juli und August die regenreichsten Monate des Jahres, erläutert der Meteorologe. In Köln sei in diesem Jahr aber schon der Juni zu trocken gewesen. „Am Flughafen Köln/Bonn sind im Juni 2026 mit 60,2 Litern Regen nur rund 69 Prozent des langjährigen Mittels gefallen.“

Momentan seien die Niederschläge regional sehr unterschiedlich verteilt, lang anhaltender Regen sei aber nirgendwo in Sicht. Zwar gebe es teils kräftige Schauer und Gewitter im Nordosten und Südwesten Deutschlands, doch im Rheinland bleibe es weiterhin ziemlich trocken, so der Meteorologe. „Betrachtet man die Niederschläge in ganz Nordrhein-Westfalen, war der Juli 2018 der bislang trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Es ist gut möglich, dass dieser NRW-Rekord im Juli 2026 geknackt wird.“

Auch die Temperaturen lagen in Köln zuletzt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt – im Juni um 3,2 Grad, im Juli bisher um 2,5 Grad, sagt Jürgen Schmidt. „Der Juni 2026 war in Nordrhein-Westfalen, zusammen mit 2019, der wärmste Juni seit 1881. In Köln war der Juni 2019 noch um 0,2 Grad wärmer als der Juni 2026.“