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ADAC-AnalyseStau-Chaos nach Nordbrücken-Sperrung – diese Strecken sind besonders betroffen

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Die Autobahn A565 auf der Bonner Nordbrücke war zunächst für Lkw gesperrt worden. Anschließend wurde sie komplett gesperrt.

Die Autobahn A565 auf der Bonner Nordbrücke war zunächst für Lkw gesperrt worden. Anschließend wurde sie komplett gesperrt.

Die Stauzeiten auf Ausweichrouten sind teils drastisch gestiegen. Wie Pendler gegensteuern können.

Die abrupte Sperrung der Bonner Nordbrücke hat nach einer Analyse des ADAC auf den Ausweichstrecken zu deutlich längeren Staus geführt. Besonders betroffen seien die B56 über die Kennedybrücke, die A562 über die Konrad-Adenauer-Brücke sowie die B9 Richtung Innenstadt, teilte der ADAC Nordrhein in Köln mit.

Am Freitag war mitgeteilt worden, dass die Bonner Nordbrücke der Autobahn 565 für mehr als zwei Jahre komplett gesperrt bleibt. Ein Teil der Brücke soll abgerissen und neu gebaut werden. Die marode Brücke ist die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region.

Anfang Juni war die Autobahnbrücke über den Rhein wegen massiver Schäden komplett für den Verkehr gesperrt worden. Vorher wurde sie täglich von mehr als 100.000 Fahrzeugen genutzt. „Jeder Tag, an dem die Brücke gesperrt ist, stellt die Menschen in Bonn und der Region auf eine harte Belastungsprobe“, sagte Prof. Roman Suthold, Verkehrsexperte des ADAC Nordrhein.

Hier sind die Staustunden besonders gestiegen

Vor allem auf der Route über die Kennedybrücke (B56) brauchen Autofahrer aktuell viel Geduld und gute Nerven. Zwischen Bonn-Vilich (Anschlussstelle A59) und dem Endenicher Ei steckten Pendler stadteinwärts 93 Stunden in Stau und stockendem Verkehr fest - ein Zuwachs von 66 Prozent. Stadtauswärts summierten sich die Staustunden in der vergangenen Woche auf 107 (plus acht Prozent).

Mehr Zeit müssen Autofahrer auch bei der Rheinquerung über die Konrad-Adenauer-Brücke einplanen. Auf der A562 zwischen dem Kreuz Bonn-Ost und der Anschlussstelle Bonn - Bad Godesberg habe sich die Staudauer im Wochenvergleich mehr als verdoppelt. Sie stieg insgesamt von 16 auf 36 Stunden.

Wer linksrheinisch über die B9 Richtung Bonner Innenstadt fährt, kommt bis zur Berliner Freiheit ebenfalls nur langsam voran. Auf diesem Abschnitt verzeichnete der ADAC einen Anstieg der Stauzeit um 150 Prozent, von 14 auf 35 Staustunden. In der Gegenrichtung (Berliner Freiheit bis Anschlussstelle Bonn - Bad Godesberg) wuchs die Stauzeit von zwei auf sieben Stunden.

Rücknahme Radspuren auf Bonner Nordbrücke im Gespräch

„Die Zahlen zeigen, dass man auf der Adenauerallee über eine temporäre Rücknahme der Fahrradspuren nachdenken kann“, so Suthold. Für Radfahrer gebe es vernünftige Ausweichrouten über die Kaiserstraße oder entlang des Rheinufers.

Auch auf der A555 zwischen dem Kreuz Bonn-Nord und dem Kreuz Köln-Süd gab es laut ADAC Analyse längere Staus. Die Dauer stieg um 76 Prozent von 38 auf 67 Staustunden. In Richtung Bonn bleibe die Stausituation auf diesem Abschnitt dagegen moderat. Hier betrug die Staudauer vergangene Woche drei Stunden (zuvor zwei Stunden).

Auf der A4 zwischen dem Kreuz Köln-Süd und dem Dreieck Köln-Heumar (Rodenkirchener Brücke) stieg die Stauzeit laut ADAC Verkehrsdatenbank um knapp 35 Prozent von 78 auf 105 Stunden in beide Richtungen. Für die Auswertung hatte der ADAC die Staudauer der Woche vom 15. bis 21. Juni mit den Werten einer Woche vor der Sperrung vom 4. bis 10. Mai verglichen.

Nordbrücke gesperrt: Empfehlungen des ADAC

Der ADAC Nordrhein empfiehlt Autofahrern, Fahrten im Bonner Stadtgebiet zu prüfen und für kürzere Strecken möglichst auf das Fahrrad auszuweichen. Einpendler sollten laut ADAC Park-and-Ride-Angebote nutzen und auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen.

Bei flexiblen Arbeitszeiten könnten Fahrten außerhalb der Stoßzeiten sowie Home-Office-Tage besonders am Mittwoch oder Donnerstag helfen, die Verkehrslage zu entlasten, weil an diesen Tagen die Staugefahr am größten sei. Am Wochenende entspanne sich die Situation auf den Autobahnen dagegen deutlich. (dpa/jv)