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Unglück auf Pützchens Markt Ursache für tödlichen Sturz von Riesenrad noch unklar

Kerzen am Rad

An der Unfallstelle legten Arbeitskollegen des Verunglückten Blumen nieder.

Bonn – Der Schrecken stand ihm ins Gesicht geschrieben. Als Harald Borchert, Leiter von Pützchens Markt, am Mittwochvormittag die Bilanzpressekonferenz eröffnete, hatte er zunächst keine guten Nachrichten zu verkünden.

Gegen 11 Uhr war beim Abbau des Riesenrads ein Arbeiter abgestürzt. Der sofort herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des 31-jährigen Rumänen feststellen.

Das Unglück ereignete sich bei der Demontage. Der Mann war an der Nabe, die sich in der Mitte des 55 Meter hohen Fahrgeschäfts befindet, tätig, als er aus noch ungeklärter Ursache in die Tiefe fiel. Zu diesem Zeitpunkt herrschte heftiger Wind mit Böen von 50 bis 60 Stundenkilometern über Bonn.

Alles zum Thema Rainer Maria Woelki

Zeugen wurden betreut

Der Notarzt konnte den Arbeiter nicht mehr retten. Gemeinsam mit dem Amt für Arbeitssicherheit nahm die Polizei die Ermittlungen auf, ein Notfallseelsorger kümmerte sich um Schausteller und Zeugen des Absturzes. Im Lauf des Tages übernahm das Dezernat für Betrieblichen Arbeitsschutz der Bezirksregierung Köln den Fall. Der Riesenrad-Betreiber gab am Mittwoch keine Stellungnahme ab.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan, der sich unmittelbar nach seiner Rückkehr aus China informieren ließ, sagte: „Ich bin bestürzt über diesen Unfall und fühle mit den Angehörigen und Kollegen. Das ist umso trauriger vor dem Hintergrund, dass die Fahrgeschäfte den Besuchern fünf Tage lang viel Freude bereitet haben und diese Freude nun getrübt ist.“

„Dieser Unglücksfall überschattet die positive Bilanz des diesjährigen Marktes“, bestätigte Marktleiter Harald Borchert tief betroffen. Neben dem Konzert von Bläck Fööss und Beethoven Orchester sowie der Messe mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, nannte er dennoch den Rheinischen Abend und das Höhenfeuerwerk als Highlights der Jubiläumsausgabe.

Den 650. Pützchens Markt besuchten 1,2 Millionen Menschen. Damit hat der Rekord von 1,35 Millionen im Jahr 2014 Bestand. Alleine den Sonntag nutzten 350 000 Kirmesanhänger, um sich an den 170 Geschäften und Buden zu vergnügen. „Auch die Stimmung bei der After-Job-Party am Montag war toll“, sagte Borchert.

Das Sicherheitskonzept der Polizei, die mit dem Stadtordnungsdienst zusammenarbeitete, erfüllte die Erwartungen: „Es war eine ruhige Veranstaltung“, versicherte Einsatzleiter Gerd Mainzer. Insgesamt verzeichneten seine Kräfte knapp über 1000 Aktivitäten. Dazu zählten 632 Personenkontrollen, 15 nahmen die Beamten kurzzeitig ins Gewahrsam, gegen sechs weitere vollstreckten sie Haftbefehle. 70 Betretungsverbote im Vorfeld und über 90 während des Marktes sorgten für Ruhe. Polizisten an den Zufahrten, die erstmals mit Straßensperren aus Beton verengt waren, trugen Maschinenpistolen, um bei Gefahr entsprechend reagieren zu können.

Lediglich zwei Taschendiebstähle wurden auf em Markt notiert, hinzu kamen 19 Körperverletzungen. Jürgen Eck von der Feuerwehr bestätigte Mainzers Aussagen: „Wir waren am Dienstag zum Abschluss nur neunmal im Einsatz. Insgesamt mussten wir 46 Personen ins Krankenhaus einliefern, niemand hatte schwerwiegende Verletzungen oder Erkrankungen.“

Weniger Müll als 2016

Als die letzten Feiernden nach Hause gingen, begann die Arbeit für 23 Mitarbeiter von Bonnorange. Sie sorgten ab vier Uhr für Ordnung und räumten auf. So schaffte sie 65 Tonnen Müll beiseite. 2016 waren es noch deren 75, doch die neuen Abfalltonnen bewährten sich.

Parkende Autos standen selten im Weg, eher kämpften die Reinigungskräfte mit gebrochenem Glas. Laut Bonnorange-Sprecherin Birgit Gußmann hatten die Maschinen darum drei platte Reifen.