„Leuchttürme“Eitorfer Feuerwehr probt den Katastrophenfall

Lesezeit 2 Minuten
Ordnungsamtsleiter Hermann Neulen, Feuerwehrchef Jürgen Bensberg, Bürgermeister Rainer Viehof und die Erste Beigeordnete Iris Prinz-Klein waren mit den eingeteilten Mitarbeitern der Verwaltung und Feuerwehrleuten im Einsatz.

Die Anlaufstellen im Katastrophenfall, die Leuchttürme, wurden in der Gemeinde Eitorf probeweise in Betrieb genommen.

Die Eitorfer „Leuchttürme“ sollen bei Stromausfall Abhilfe schaffen. Sie sind mit Generatoren und Lampen ausgestattet.

Was, wenn es dunkel wird in der Gemeinde? Wenn über Tage der Strom ausfällt? Dann sollen Bürgerinnen und Bürger Anlaufstellen haben, sogenannte „Leuchttürme“. In jeder Kommune sind sie vorgesehen. Feuerwehren und Kommunalverwaltungen haben ihre Konzepte schon vor Monaten ausgearbeitet. Aber wird es auch klappen, wenn der Ernstfall eintritt? In Eitorf wurde der Aufbau und die Inbetriebnahme der acht Anlaufstellen geprobt.

Mit einem dicken Schlauch pumpte der Stromgenerator warme Luft ins Foyer der Grundschule Harmonie. Strahler, Thermoskannen, Megafone, Funkgerät – alles da. Auch die Leuchtturmbesatzung war vollzählig erschienen.

Personalpuffer für den Katastrophenfall eingeplant

Im Ernstfall werde das wohl nicht so sein, erläuterte Ordnungsamtsleiter Hermann Neulen, deshalb habe man die Anlaufstellen mit Betreuungspersonal überbelegt. „Wir müssen davon ausgehen, dass es nicht jeder zum jeweiligen Leuchtturm schafft.“

Dabei sei der Katastropheneinsatz in einer der Anlaufstellen keine freiwillige Leistung, sondern geschehe auf Anweisung, betonte Bürgermeister Rainer Viehof. „Pro Leuchtturm haben wir fünf bis sieben Personen eingeteilt.“

Zwei Personen tagsüber und eine nachts könnten den Betrieb sicherstellen. „Einen Dienstplan müsst ihr selbst aufstellen, ihr müsst autark arbeiten“, mahnte Feuerwehrchef Jürgen Bensberg. Das bedeute auch, notfalls Nachbarn, Freunde, Familienmitglieder einzuteilen, falls der Leuchtturm einmal nicht besetzt werden könne.

Leuchttürme nicht als Notschlafstellen gedacht

Keine Notschlafstelle und kein Not-Krankenhaus seien die acht Anlaufstellen, betonte Beigeordnete Iris Prinz-Klein. Informationen sollen im Fall eines Netzausfalles hier zu bekommen sein, warme Getränke ausgegeben werden und Babynahrung erwärmt werden können.

Dass es in den Leuchttürmen hell und warm ist, dafür sorgt die Feuerwehr. „Wir fahren alle an und bauen die Generatoren auf“, so Bensberg. Im Probebetrieb klappte das in 30 Minuten pro Leuchtturm. „Wir haben eine mobile Tankstelle und können die Generatoren auftanken“, versicherte Bensberg.

Sollte der Generator doch mal ausfallen, komme die rote Lampe mit aufgeladenem Akku zum Einsatz. „Die Situation kann angespannt sein, dann ist Dunkelheit nicht gut“, so der Feuerwehrchef.

Kommunikation im Ernstfall über Digitalfunk gewährleistet

Die Kommunikation von den Leuchttürmen zur Feuerwehr gewährleistet ein eigener Digitalfunk, den ein dafür ausgebildetes Mitglied des Rettungsdienstes bedient.

Laut Bürgermeister Viehof steht die Funkverbindung in Eitorf, dafür sorgten Generatoren. Über ein Satellitentelefon werde der Kontakt zum Katastrophenstab des Rhein-Sieg-Kreises gehalten.

KStA abonnieren