Vier Rebsorten aus dem Siebengebirge und Apfelringe vom Ontario und Weißem Winterglockenapfel standen zur Verköstigung bereit.
Weingut Pieper und Biostation mit eigenem StandRhein-Sieg-Kreis ist auf der Grünen Woche in Berlin dabei

NRW-Landwirtschaftministerin Silke Gorißen besuchte Patrick Pieper vom gleichnamigen Weingut aus Königswinter auf der Grünen Woche in Berlin.
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Mit zwei Informationsständen war der Rhein-Sieg-Kreis auch in diesem Jahr wieder auf der Grünen Woche in Berlin vertreten, die am Sonntag endet. Das Weingut Pieper und die Biostation warben für die Produkte der Region. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen schaute persönlich an beiden Ständen vorbei. Das Weingut Pieper aus Königswinter ist ihr schon aus zahlreichen Besuchen im Siebengebirge gut bekannt. „Wir hatten vier Rebsorten zum Verköstigen mit“, berichtete Patrick Pieper, Ehemann von Felix Pieper.
Aus dem 2023er Jahrgang gab es einen Riesling Septimontium trocken aus einer Spitzenlage am Drachenfels, der nach der lateinischen Bezeichnung des Siebengebirges benannt ist. Von 2024 gab es einen feinherben Riesling, einen Weißburgunder sowie einen Grünen Veltliner. Und alle Sorten wurden gern getrunken. „Der Renner war in diesem Jahr der Riesling feinherb“, berichtete Pieper. Verwunderung bei den Besuchern des Standes gab es beim Grünen Veltliner, der eigentlich eher Österreich als Anbaugebiet zugeordnet werde.
Auch alkoholfreier Wein aus dem Siebengebirge war ein Thema auf der Grünen Woche in Berlin
Alkoholfreier Wein sei ebenfalls ein Thema gewesen. „Wir bieten ihn in unserer Vinothek an“, sagte Pieper. Zurzeit gebe es erste Gespräche mit den Winzern des Siebengebirges zu diesem Produkt. „Zur Herstellung ist eine sehr teure Entalkoholisierungsanlage nötig, die am besten zusammen angeschafft wird.“ Konkret sei allerdings noch nichts beschlossen.
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Auch bei der Biologischen Station des Rhein-Sieg-Kreises schaute die Ministerin vorbei. Schon zum 13. Mal präsentierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Grünen Woche alles zum Thema Obst in der Nordrhein-Westfalen-Halle. Barbara Bouillon wird in ganz Deutschland als Apfel- und Birnenexpertin geschätzt. Insbesondere bei historischen Sorten kann sie mit ihrem Wissen helfen.
Die alten Sorten Freiherr von Berlepsch oder Alkmene sind besser für Allergiker verträglich
So durften die Gäste am Stand nicht nur Apfelringe vom Ontario und Weißem Winterglockenapfel kosten, sie wurden auch beraten. Zur Antwort stand das breite Spektrum von 225 Obstsorten bereit. So erfuhren Allergiker zum Beispiel, dass sie meistens auf das Eiweiß reagieren, das im Golden Delicious und seinen Nachfolgezüchtungen vorhanden ist. „Die alten Sorten Freiherr von Berlepsch oder Alkmene sind da besser verträglich“, erläuterte Bouillon, die auch darauf hinwies, dass Allergien immer ein hohes individuelles Potenzial hätten, auf das man achten müsse.

Der Stand der Biostation Rhein-Sieg auf der Grüne Woche Berlin, am Kopfende Barbara Bouillon.
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Aber auch über die Ökologie der Obstwiesen und die Unterschiede im Anbau zwischen Niederstamm-Plantagen und Hochstamm-Obstwiesen wurde informiert. Die Frage, warum viele „Supermarktsorten“ vom selbst gepflanzten Baum im heimischen Garten schlechter schmecken, konnte sie auch beantworten: Der Handel gebe den Produzenten einiges vor. „Die Äpfel müssen süß schmecken, eine rote Farbe haben, groß und gut lagerbar sein“, zählte Bouillon auf.
Um das zu erfüllen, wässerten die Apfelbauern ihre Bäume, damit die Frucht groß werde. Spritzmittel und Düngung kämen hinzu. Im heimischen Garten werde eine solche intensive Betreuung nicht geleistet, sodass die Früchte meist kleiner seien, die Bäume Pilzerkrankungen bekommen könnten. Sie empfehle daher andere Sorten für den heimischen Garten, die mit ihrem individuellen Geschmack punkten könnten. „Wer einen Bostbaum pflanzen will, soll sich deshalb vorher gut beraten lassen.“ Außer dem Obstthema stellten zwei Teilnehmende noch das Freiwillige Ökologische Jahr vor, das bei der Biologischen Station absolviert werden kann.

