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Besuch bei den LionsInnenminister Herbert Reul spricht in Hennef über Clankriminalität

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Innenminister Herbert Reul besuchte die Lions Hennef/Rhein-Sieg in der Meys Fabrik und hielt einen Vortrag.

Innenminister Herbert Reul besuchte die Lions Hennef/Rhein-Sieg in der Meys Fabrik und hielt einen Vortrag.

Der Lions Club Hennef/Rhein-Sieg hatte den Innenminister Nordrhein-Westfalens zu einem Vortrag in die Meys Fabrik eingeladen.

Alexander Lai hatte sich als Thema für seine Präsidentschaft beim Lions Club Hennef/Rhein-Sieg Respekt und Wertschätzung vorgenommen. Um so besser passte ihm natürlich sein Gast, der gar eine landesweite Kampagne zu genau diesen Werten angestoßen hatte. Innenminister Herbert Reul hatte seine Respektnadel mitgebracht und verteilte sie.

Vor allem aber warb er um sein Publikum. Ich brauche Sie, als Werbebanner für solche Ideen, sagte er zum Ende seiner Rede, die wirkte wie eine Plauderei vor Freunden. Zu Beginn hatte er erstmal sein Manuskript auf das Stehpult gelegt, sich das Mikrofon geschnappt.

Reul beleuchtet die guten Bedingungen, unter denen die Deutschen leben

Dann nutzte er die gesamte Breite der Bühne in der Meys Fabrik, ging erzählend immer wieder auf und ab, um jeden Einzelnen auch einmal anzusehen.

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Zunächst beleuchtete er die guten Bedingungen, unter denen die Deutschen nach wie vor leben. Er zählte die vielen Krisen auf, Finanzen, Energie, Corona, Ukraine: Das haben wir gut gemacht. Seiben, vielleicht acht wirkliche Demokratien gebe es nach einer Studie auf der Erde, Deutschland gehört dazu. „Wir sorgen dafür, dass es funktioniert, schaffen möglichst viel Sicherheit. 100 Prozent gibt es nicht.“  

Soge bereitet dem Innenminister der Verlust des Vertrauens der Bürger in die staatlichen Institutionen, die 20 Prozent AfD-Wähler, die 30 Prozent Nichtwähler.  Dem setzt er eine einfache Methodik entgegen. „Wir benennen die Probleme, die da sind, und gehen sie in kleinen Schritten an.“ Er verspreche nicht viel, aber das halte er.

Hier herrscht nicht das Recht der Familie, sondern das des Staates.
Herbert Reul, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen

Als Beispiel nannte er die Clankriminalität, eine Substruktur, die sich in 30 Jahren entwickelt habe. Ich habe gesagt, das gibt es, ich kümmere mich. Einfache Lösungen gebe nicht, das werde eine größere Veranstaltung. Es gehe darum: „Hier herrscht nicht das Recht der Familie, sondern das des Staates.“ Reul entwickelte mit seinen Fachleuten die Strategie 1000 Nadelstiche, mit Zoll, Ordnungsamt, Polizei und Finanzbehörden: „Du kannst nicht machen, was Du willst.“

17.500 neue Polizisten hat Reul im Polizeidienst vereidigt

Razzien, Durchsuchungen, Kontrollen, die Strategie beginnt zu wirken. Learning bei Erleben. Kleinscheiß, das ist die einzige Methode, ist sich Reul sicher. Was sich in 30 Jahren entwickelt habe, könne nicht von einem auf den anderen Tag weg sein. Verlässlichkeit ist der Hammer, versprach er Fortsetzung.

17.500 neue Polizistinnen und Polizisten hat er im Polizeidienst vereidigt, sie mit Smartphones und neuen Westen ausgestattet. „Das hat Geld gekostet. Jetzt gibt es weniger und es wird langsamer gehen“, etwa bei der Sanierung der Polizeiwachen. Die Unternehmer im Saal forderte er auf, bei den IT-Fachleuten an die Polizei zu denken: „Lassen Sie uns auch noch ein paar übrig.“

Extremismus, Cannabisfreigabe, Fußballfans - in der anschließenden Fragerunde ging er auf die Statements der Besucher ein. Und forderte eine Rechtstaatswelle in Gang zu setzen. Ich habe gelernt, man kann viel mehr verändern, als ich vorher geglaubt habe.

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