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Suche mit HubschrauberWas über die Automatensprengung in Hennef bekannt ist

3 min
Die Trümmer sind zusammengekehrt – zerbrochene Scheiben und zerstörte Geldautomaten sind das Ergebnis der Sprengung.

Die Trümmer sind zusammengekehrt – zerbrochene Scheiben und zerstörte Geldautomaten sind das Ergebnis der Sprengung.

Das mögliche Fluchtfahrzeug der Täter wurde in Rheinland-Pfalz an einer Landstraße gefunden. Nach den Männern wird weiterhin gefahndet.

Ein lauter Knall schreckte die Anwohner in Hennef-Uckerath in der Nacht aus dem Schlaf. Im Vorraum der ehemaligen Filiale der Volksbank Köln Bonn an der Westerwaldstraße haben Unbekannte am frühen Mittwochmorgen einen Geldautomaten gesprengt. Beute machten die Täter offenbar nicht.

Die Filiale ist seit dem 1. Juli 2026 geschlossen. Nur noch die Automaten stehen dort. Der SB-Standort ist normalerweise von sechs Uhr morgens bis um 23 Uhr in der Nacht geöffnet. Die Täter müssen sich trotzdem gewaltsam Zugang zu den Geldautomaten verschafft haben.

Die Ermittlungen in diesem Fall hat das Polizeipräsidium in Köln übernommen. „Bei uns werden alle Ermittlungen zum Thema Automatensprengungen in der Region gebündelt bis nach Aachen hin“, sagte ein Sprecher der Polizei. So sollen mögliche Strukturen von Banden schnell erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. Dort wurde auch veranlasst, dass ein Hubschrauber kurz nach der Alarmmeldung zum Tatort flog, um die flüchtenden Täter zu finden. Nach 20 Minuten wurde der Einsatz jedoch erfolglos abgebrochen. 

Zwei Männer verursachten nachts um 3 Uhr in Hennef-Ukcerath die Sprengung

Aus ermittlungstaktischen Gründen hält sich die Polizei noch mit weiteren Angaben zurück. Fest steht jedoch, dass nach mindestens zwei Männern gefahndet wird. „Nach bisherigen Erkenntnissen verschafften sich zwei dunkel gekleidete und maskierte Täter gegen 3 Uhr Zugang zum Vorraum der Bankfiliale. Dort brachten sie eine Sprengvorrichtung an einem Geldautomaten an und lösten die Explosion aus. Anschließend flüchteten sie in einem dunklen Auto“, so die Polizei.

In den Morgenstunden des 5. August 2026 wurde ein Geldautomat der Volksbank Köln-Bonn in Hennef-Uckerath gesprengt.

In den Morgenstunden des 5. August 2026 wurde ein Geldautomat der Volksbank Köln-Bonn in Hennef-Uckerath gesprengt.

Das mutmaßliche Fluchtfahrzeug, ein Audi, wurde später mit Unfallschaden und ohne Insassen in Rheinland-Pfalz auf der Landstraße 272 gefunden. Von den Tätern war nichts zu sehen. „Die Straße wurde mehrere Stunden gesperrt, damit die Fahnder mögliche Spuren sichern konnten. Wir hoffen, dadurch weitere Hinweise zu bekommen“, so eine Sprecherin der Koblenzer Polizei auf Nachfrage der Redaktion. Ob die Täter zu Fuß geflüchtet sind oder ob ein weiterer Wagen bereit stand, konnte noch nicht ermittelt werden. Die beiden Menschen sollen dunkel gekleidet gewesen sein, schlank und zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß. Einer trug eine Stirnlampe. 

Die Explosion beschädigte den Vorraum der Bank sowie die angrenzende Bäckerei Gilgen’s erheblich. Mehrere Scheiben gingen durch die Explosion zu Bruch, Mobiliar wurde durch den Raum geschleudert. Verletzt wurde niemand. Die Bewohner des betroffenen Gebäudes wurden vorsorglich gebeten, ihre Wohnungen zu verlassen. Die Statik des Hauses wird geprüft.

Firmeninhaber Karl-Heinz Gilgen war persönlich zum Tatort gekommen. „Wir bringen jetzt eine Notverglasung an, damit wir morgen wieder pünktlich öffnen können“, berichtet er im Gespräch mit der Redaktion. Er sei gegen 3 Uhr nachts aus dem Bett geklingelt worden, nachdem der Alarm wegen der Sprengung angegangen sei. „Ich bin dann so schnell wie möglich nach Uckerath in die Filiale gefahren.“ Für Gilgen war es übrigens das erste Mal, dass eine Filiale durch eine Geldautomatensprengung in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Bäckermeister Franz-Josef Gilgen an einer zerbrochenen Fensterscheibe seiner Filiale in Hennef-Uckerath.

Bäckermeister Franz-Josef Gilgen an einer zerbrochenen Fensterscheibe seiner Filiale in Hennef-Uckerath.

Die Volksbank Köln Bonn hat sieben mit Personal besetzte Standorte und acht Selbstbedienungsfilialen im Rhein-Sieg-Kreis. Im Jahr 2021 gab es eine Serie von Automatensprengungen bei dieser Bank. In Röttgen, Rottbitze, Thomasberg, Köln-Brück und Köln-Rondorf verwüsteten die Täter die Räume. Im Jahr 2022 gab es nur eine Sprengung in Bornheim-Sechtem, so Bank-Pressesprecherin Sonja Krämer.

„Aktuell gehen wir davon aus, kommende Woche den SB-Betrieb wieder zur Verfügung stellen zu können“, sagt Krämer. „Die Sicherungsmaßnahmen insgesamt haben zum einen bewirkt, dass wir in den letzten Jahren keine Sprengungen von Geldautomaten mehr zu verzeichnen hatten. Auch die Tatsache, dass diesmal kein Geld entwendet werden konnte, führen wir darauf zurück. “

Das Kriminalkommissariat 23 hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, die Hinweise zu den Tätern, dem Fluchtfahrzeug oder dem Tatgeschehen geben können, sich unter 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de zu melden.