Der Bauauschuss hat sich mit den Plänen für die Modernisierung der Rheinpromenade in Königswinter befasst.
KönigswinterAusschussmitglieder vermissen Café auf Plänen für die Rheinpromenade

Etwas ganz Besonderes: die dreireihige Lindenallee auf der Rheinpromenade in der Altstadt von Königswinter.
Copyright: Ralf Klodt
Dass auf den aktuellen Darstellungen zur Neugestaltung der Rheinpromenade an deren nördlichen Eingang (Höhe Clemens-August-Straße) kein rechteckiger „Platzhalter“ für das künftige Café beziehungsweise Bistro mehr zu sehen ist, sondern „temporäre“ Bepflanzungen eingeplant sind, hat auch im Bau- und Verkehrsausschuss für Verwunderung gesorgt.
Im Vorfeld der jüngsten Sitzung hatte die Redaktion dieser Zeitung deshalb schon bei der Stadt nachgefragt. Fabiano Pinto, der Technische Beigeordnete, hatte klargestellt: An der Planung mit dem Café habe sich nichts geändert. Es sei nur besser, mit einem konkreten Betreiber gemeinsam das Lokal zu entwickeln. So könne auf Größe, Ausstattung, Konzept und Ähnliches „passgenauer eingegangen werden“. Es würden auf jeden Fall alle Leitungen und Anschlüsse geschaffen, so dass das Gebäude jederzeit gebaut werden könnte.
Café ist nicht Teil des Förderprogramms für die neue Rheinpromenade
Aber: „Was später kommt, kommt wahrscheinlich nie mehr“, gab ein Ausschussmitglied eine (nicht nur im Rheinland) oft gemachte Lebenserfahrung wieder. Fabiano Pinto sagte, die Verwaltung könne vieles; ein Café oder Restaurant zu planen und zu bauen gehöre nicht unbedingt dazu. Er hätte es lieber, „wenn jemand investiert, der an den Standort glaubt“.
Das geplante Café sei nicht Teil des Förderprogramms. Das Land hat 7,4 Millionen Euro aus der Städtebauförderung für das 14-Millionen-Euro-Projekt in Aussicht gestellt. Irene Lohaus, deren Büro Lohaus Carl Köhlmos 2020 den Wettbewerb zur Umgestaltung der Rheinpromenade und der Rheinallee gewonnen hatte und deren Ideen in den nächsten Jahren umgesetzt werden, sprach ebenfalls von einer „Zwischenlösung“, weil das Café wohl erst später kommen werde. Es könne aber jederzeit ergänzt werden, betonte auch sie, als sie die Pläne im Ausschuss erläuterte.
Einmal mehr bezeichnete die Stadtplanerin die große und lange dreireihige Allee auf der Promenade als „etwas ganz Besonderes“. Die – bei den Bürgern umstrittenen – Pläne sehen vor, das Gelände als Park zu betrachten und zu gestalten, in dem künftig keine Radfahrer mehr fahren sollen.
Sie sollen über die Rheinallee geführt werden; in Höhe der Generalkonsul-von-Weiß-Straße soll dafür eine Ampel installiert werden. Die Querung von Stadtbahntrasse und Rheinallee stelle „kein Sicherheitsproblem“ dar, sagte Daniel Ebbers (BPR-Ingenieure) mit Hinweis auf entsprechende Gutachten.

Ein Wasserspiel und ein Café sollen am nördlichen Eingang der Rheinpromenade entstehen.
Copyright: Lohaus Carl Köhlmos
Vom Süden kommend will die Stadt nach jüngstem Beschluss schon in Höhe eines neuen Knotenpunktes an der Stadtbahnhaltestelle Denkmal den Radfahrenden in Fahrtrichtung Norden die Möglichkeit geben, bereits dort und nicht erst an der Fährzufahrt auf die Fahrbahn der Rheinallee zu wechseln. Zudem sollen Radfahrer alternativ durch drei innerstädtische Achsen (Hauptstraße beziehungsweise Grabenstraße und Ersatzstraße) geleitet werden.
Laut Irene Lohaus soll der Eselsbrunnen im Zuge der Umgestaltung zum Panoramaplatz einen neuen Sockel bekommen, der es Kindern erleichtert, an die Tierfiguren heranzukommen. Das sei mit den Erben des Bildhauers Ernemann Sander so besprochen. Zudem bleibt es zwar bei dem Plan, insgesamt zwölf Bäume zu fällen. Statt ursprünglich 19 Neupflanzungen soll es jedoch nun nur noch 14 geben. Der Grund sei eine Erdgasleitung, an beziehungsweise auf der nichts gepflanzt werden dürfe.
Dafür sollten aber auch einige der heute schon auf der Promenade vorhandene Hecken erhalten werden. Einstimmig beschloss der Bauausschuss, anstelle der eigentlich vorgesehen epoxidharzgebundenen Wegedecke als Belag in der Allee, einen Asphalt mit Splittabstreu zu verwenden. Begründet wurde das mit der Tragfähigkeit der Decke.
