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PFAS aus LeverkusenNiederländer brauchen einen sauberen Rhein

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Rheinwasser wasserqualität. Foto: Ralf Krieger

Hier in Höhe Hitdorf enthält das Rheinwasser schon die PFAS-Chemikalien aus der Bürriger Deponie.

Die Niederländer fordern Maßnahmen gegen PFAS-Belastung im Rhein durch Abwässer aus Leverkusen, die ihr Trinkwasser gefährden.

Die Riwa-Rijn „Vereniging van Rivierwaterbedrijven“, der Verband niederländischer Trinkwasserversorger, die Wasser aus dem Rhein für die Trinkwasseraufbereitung nutzen, hat sich erneut an die Kölner Bezirksregierung gewandt. Zuerst hatte der WDR berichtet. Grund für die Beschwerde aus den Niederlanden ist der Zufluss von Abwasser aus Leverkusen, das an manchen Tagen hohe Konzentrationen an so genannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) enthält. Im vergangenen Jahr wurde öffentlich, dass das PFAS-haltige Abwasser vor allem aus dem Sicker- und Grundwasser stammt, das in der Brunnengalerie rund um die Altlast und die aktive Deponie gefördert wird.

Die Niederländer fordern, dass die PFAS-Verbindungen gar nicht erst in den Rhein gelangen sollen. Dort wird das Trinkwasser für fünf Millionen Menschen aus Rheinuferfiltrat gewonnen. Die Wasserwerke müssen einen immer höheren Filter-Aufwand betreiben, um das Uferfiltrat sauber zu bekommen, sie wollen erreichen, dass dieser Aufwand vom Verursacher in Leverkusen getragen wird.

Niederländer wünschen sauberes Wasser

Die Fachleute schreiben, sie verfolgten die Entwicklung der Abwasserqualität genau: „Seit dem Brand auf dem Gelände des Chempark Leverkusen im Sommer 2021 verfolgen wir mit besonderer Aufmerksamkeit die anhaltende Einleitung von PFAS über das Abwasser der Kläranlage Leverkusen-Bürrig.“ Angesichts der in Leverkusen liegenden Ursache der Verschmutzung fordern die Niederländer die Kölner Behörde auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen – auch wenn den Wasserwerksbetreibern bewusst sei, dass die Kölner derzeit keine rechtliche Handhabe gegen die Einleitung von den heute üblichen Mengen an PFAS haben. Für die problematischen Chemikalien gibt es derzeit noch nur einen Orientierungswert von 35 Gramm täglicher Abgabe im Abwasser, aber keinen verbindlichen Grenzwert.

Am alten Bürriger Deich. Foto: Ralf Krieger

Irgendwo auf der Deponie oder in der Altlast wird PFAS-Chemie frei und herausgespült.

Die Werte von PFAS seien mit den Jahren durch Filterung von Abwässern in den Chempark Betrieben gesunken. Inzwischen ist die Produktion der Ewigkeitschemikalien in Leverkusen eingestellt. Aber am 6. März 2025 habe es einen Ausreißer gegeben. An dem Tag seien laut Messung rechnerisch 1803 Gramm PFBS, eines Stoffs aus der PFAS-Gruppe, eingeleitet worden, der aus dem Sickerwasser der Deponie Bürrig stammen soll. Danach sind die Werte laut „Elwas“ wieder gesunken. Die Chemikalie war im Abwasserstrom gelöst, der an diesem Tag gut 66.000 Kubikmeter betragen hat.

Die Niederländer loben zwar die transparente Darstellung der Messergebnisse, beklagen aber, dass in Leverkusen an der Anlage viel zu selten Abwasserproben analysiert würden: „Die Messfrequenz wurde von 44 Messungen im Jahr 2022 auf elf Messungen im Jahr 2025 reduziert. Und in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 betrug der durchschnittliche Abstand zwischen den Messungen mehr als 50 Tage.“ Mit anderen Worten: Was dazwischen geschieht, weiß niemand.

Die Niederländer fordern jetzt: „Wir bitten Sie daher, den Betreiber zu verpflichten, das Sickerwasser der Deponie nach vergleichbaren Standards zu behandeln, wie sie damals für das Löschwasser (nach der Explosion 2021, d. Red.) galten. Dies wird voraussichtlich zu einer erheblichen Verringerung der PFAS-Belastung im Rhein führen.“ Das PFAS-belastete Löschwasser sollte einen Aktivkohlefilter passieren, bevor es in den Rhein lief.

Zwischen März und Juni 2025, als in Leverkusen viel PFAS ins Rheinwasser abgegeben wurde, seien parallel die Messwerte in den Niederlanden im Rheinwasser gestiegen.

Die im Portal „Elwas“ aufgezeichneten Messergebnisse reichen fast 20 Jahre zurück, daher lässt sich nachvollziehen, dass vor 2011 sehr viel mehr dieser Chemikalie in den Rhein eingeleitet wurde.

Ein Sprecher von Currenta schreibt, man arbeite intensiv daran, gezielte Maßnahmen und Behandlungsverfahren zu erproben, um die PFAS-Frachten, die insbesondere aus früher abgelagerten Abfällen stammten, aus dem Sickerwasser aus der Altlast und der Deponie zu reduzieren. Man halte sich an die Gesetze. Deponiesickerwässer zu filtern, stelle eine komplexe technische Herausforderung dar.

Erkenntnisse, die im Austausch mit Fachbehörden und Forschungseinrichtungen gewonnen würden, teile man europaweit mit Deponiebetreibern, staatlichen Institutionen und Organisationen.